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Trash-Regisseur Uwe Boll hört auf

Uwe Boll reicht's: Der berüchtigte Filmemacher zieht sich zurück.
Uwe Boll reicht's: Der berüchtigte Filmemacher zieht sich zurück. (©dpa 2016)

Uwe Boll hat die Nase voll. Der umstrittene Regisseur hat angekündigt, sich aus dem Filmgeschäft zurückzuziehen. Der Grund: Er kann sich das Filmemachen nicht mehr leisten.

Seit 25 Jahren treibt Uwe Boll im Filmbusiness sein Unwesen. Der Deutsche gilt als einer der schlechtesten Regisseure aller Zeiten, brachte es aber gerade dadurch zu zweifelhafter, aber immerhin internationaler Bekanntheit. Nun hat er bekanntgegeben, dass sein aktueller Film "Rampage: President Down" auch sein letzter sein wird.

Rückzug aus Geldnot

"Man verdient kein Geld mehr mit Filmen", begründete Boll seine Entscheidung in einem Interview mit der kanadischen Website Metronews. "Der DVD- und Blu-ray-Markt ist in den vergangenen drei Jahren um 80% eingebrochen. Ich kann es mir nicht mehr leisten, Filme zu drehen." Seit 2005 hatte der Regisseur seine Werke aus eigener Tasche finanziert und in der Folge vor allem Videospielverfilmungen gedreht – fürs Geld und obwohl er eigenen Aussagen zufolge nichts für Games übrighatte. Entsprechend vernichtend fielen die Kritiken zu Filme wie "Bloodrayne", "Far Cry" und "Alone in the Dark" aus. Fans starteten 2008 sogar eine Petition, um ihn zum Aufhören zu bewegen. 2009 gewann er gleich mehrere "Auszeichnungen" beim Negativ-Filmpreis Goldene Himbeere – unter anderem den Preis für das "Schlechteste bisherige Lebenswerk".

Der König des Trash hofft auf späte Anerkennung

Vereinzelte Anerkennung erhielt Uwe Boll unter anderem für seinen Film "Darfur", in dem er Menschenrechtsverletzungen während des Darfur-Konflikts verarbeitete. Große Teile seines Schaffens werden aber als Trash angesehen und fielen bei den Kritikern regelmäßig durch. Boll selbst sieht das allerdings anders: Er hoffe, dass seine Kritiker sich seine Filme der letzten zehn Jahre nun tatsächlich einmal ansehen werden, sagte er gegenüber Metronews weiter. "Sie werden sehen, dass viele meiner Filme sehr interessant waren. Sie verdienen es, umfassender diskutiert zu werden, als es bisher der Fall war." Wenn er nicht mehr hinter der Kamera steht, will er sich verstärkt um sein Restaurant "Bauhaus" kümmern, das er in Vancouver betreibt – und das bei Food-Kritikern tatsächlich ziemlich gut ankommt.

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