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Trashfilm-Studie: Wer "Sharknado" liebt, ist ziemlich schlau

Sie stehen auf fliegende Haie? Das spricht offenbar für Ihren IQ!
Sie stehen auf fliegende Haie? Das spricht offenbar für Ihren IQ! (©Facebook/sharknadomovies )

Ab sofort muss sich niemand mehr dafür schämen, dass er auf Filme wie "Sharknado" oder "Plan 9 From Outer Space" steht. Ein Filmwissenschaftler vom Max-Planck-Institut Frankfurt hat sich der Frage angenommen, warum sich Menschen freiwillig einen sogenannten Trashfilm zu Gemüte führen – und ist zu einem überraschenden Ergebnis gekommen.

Denn wie der Filmwissenschaftler Keyvan Sarkhosh in seiner umfangreichen empirischen Studie herausgefunden hat, handelt es sich bei den Fans solcher Filme durchaus um ein gebildetes Publikum. "Wir haben es hier mit überdurchschnittlich gebildeten Zuschauern zu tun, die man in gewisser Weise als 'kulturelle Allesfresser' bezeichnen könnte", berichtet Sarkhosh in seiner Studie, die im Fachblatt "Poetics" publiziert wurde. Was jedoch auch deutlich wurde: Der typische Trashfilm-Fan ist männlich und ein enthusiastischer Cineast. Der Konsum von sogenannten Low-Budget-Filmen ist für die meisten "eine interessante und willkommene Abwechslung vom Mainstream-Allerlei".

Trashfilme wie "Sharknado" unter künstlerischem Aspekt sehen

Ein weiteres Ergebnis von Keyvan Sarkhoshs Untersuchungen: Keiner der Studienteilnehmer schaut einen Trashfilm mit ernsten Absichten. Es gehe in erster Linie um "Amüsement" sowie positive Unterhaltung. Ihnen sei bewusst, dass es sich um billig oder gar schlecht produzierte Filme handle, doch man schaue sie mit ironischer Distanz. Zum vollen Filmgenuss gehöre im Anschluss auch der Austausch über das Gesehene dazu – sei es im Zuge einer persönlichen Unterhaltung oder aber durch einen Dialog in Foren und Blogs.

"Auch, wenn sich manche der typischen Vorstellungen, die man mit einem Kultfilmerlebnis verbindet, mit Blick auf Trashfilme gerade nicht bestätigt haben, konnten wir doch zeigen, dass der aktive Austausch in ganz erheblichem Maße zum Genuss der Filme beiträgt." Die zentrale Erkenntnis der Max-Planck-Studie sei demnach, dass das typische Publikum "Sharknado" und Co. aus künstlerischem Interesse schaut.

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