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Werden Kino-Flops dank künstlicher Intelligenz bald Geschichte?

Filmflops wie Sonys "Aloha" wären dank künstlicher Intelligenz vielleicht gar nicht produziert worden.
Filmflops wie Sonys "Aloha" wären dank künstlicher Intelligenz vielleicht gar nicht produziert worden. (©Neal Preston/Columbia Pictures Industries, Inc. All Rights Reserved. 2018)

Für große Filmstudios wie Sony Pictures wird der Konkurrenzkampf im Kino immer größer. Da will bedacht werden, ob man mehrere Millionen in ein Projekt investiert oder das Risiko lieber nicht eingeht. Bei der Entscheidungsfindung könnte bald eine künstliche Intelligenz namens ScriptBook helfen. 

Es ist ein Tool, das dank seines Algorithmus' den Text von Drehbüchern analysiert und damit Vorhersagen über den finanziellen Gewinn ausspuckt, wie Variety berichtet. Und das hätte offenbar einige Flops der letzten Jahre verhindern können.

Sony hätte dank KI Millionen einsparen können

Denn auf einer Präsentation auf dem Karlovy Vary International Film Festival in Tschechien lieferte ScriptBook-Gründerin Nadira Azermai ein anschauliches Rechenbeispiel. Von den 32 finanziellen Flops, die Sony von 2015 bis 2017 auf den Markt brachte, hätte ScriptBook ganze 22 Filme schon im Vorwege einen Riegel vorgeschoben. "Wenn Sony unser System genutzt hätte, hätten sie 22 Filme eliminieren können, die finanziell gesehen floppten", wird Azermai von Variety zitiert. 

ScriptBook wurde schon 2015 gegründet und ist bereits im Einsatz. Und das Programm soll eine umfassende Analyse liefern. Nachdem das Drehbuch als PDF-Datei in das System hochgeladen wird, kalkuliert es schon nach fünf Minuten den zu erwarteten Gewinn. Außerdem sagt es die Bewertung durch die Motion Picture Association of America (MPAA) voraus, analysiert die Charaktere, erkennt Helden und Bösewichte der Story und beurteilt sogar die Emotionen der Figuren.

Auch die Künstliche Intelligenz liegt mal daneben ...

Auch die Zielgruppe des Films, aufgeschlüsselt nach Geschlecht und ethnischer Zugehörigkeit, kann der Algorithmus einem liefern. Das alles vermag ScriptBook dank einem maschinellen Lernverfahren, das auf Grundlage von den Einstellungen von Menschen in Windeseile dazulernt.

ScriptBook soll den Entscheidungsprozess jedoch nicht ganz von den Menschen nehmen. "Expertise ist sehr wichtig, aber es ist wichtig, sie mit Metriken zu unterstützen", so Azermai. Sie sieht das Programm vor allem als "Absicherungs-Tool", das einen in seinen Entscheidungen bestätigen kann. Fehlerfrei ist ScriptBook trotz aller Technik jedoch nicht. So sagte es Überraschungshit "La La Land" nur einen Gewinn von 59 Millionen US-Dollar voraus. Der echte Gewinn belief sich jedoch auf über 150 Millionen Dollar in den USA. 

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