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Apple TV: Vergleich zu Fire TV, Nexus Player und Chromecast

Apple TV 4 wurde auf der Keynote vorgestellt.
Apple TV 4 wurde auf der Keynote vorgestellt. (©Picture Alliance/ Karl Mondon 2015)

Der neue Apple TV 4 erscheint im Oktober. Mit der Streaming-Box tritt Apple gegen Amazon Fire TV, den Google Nexus Player und Google Chromecast an. Wir vergleichen, was das Gerät im Vergleich zur Konkurrenz bieten soll.

Mit der neuen Version von Apple TV möchte Apple im TV-Geschäft wieder an Fahrt gewinnen. Die Set-Top-Box soll im Vergleich zum mittlerweile drei Jahre alten Vorgänger zahlreiche neue Features bieten. Doch was kann Apple TV 4 im Vergleich zum Vorgänger und im Vergleich zur Konkurrenz?

Apple TV 4: Das neue Apple-Flaggschiff

Mit dem neuen Apple TV hat der Hersteller endlich wieder ein konkurrenzfähiges Streaming-Gerät im Angebot. Erstmals hat die Box einen eigenen App Store und eine integrierte Sprachsuche. Der User kann dabei nach Filmen, Serien und nach einzelnen Schauspielern suchen. Das Gute ist, dass die Suche auch App-übergreifend funktioniert. Allerdings werden nicht alle Anwendungen unterstützt. Wie gut die Box letztlich wirklich sein wird, steht und fällt mit dem Angebot der Apps. Hier konnte Apple bislang mit keinen großen Überraschungen aufwarten. Der iTunes Store wird natürlich unterstützt und auch Netflix ist an Bord – wie bei der Konkurrenz auch.

Durch den eigenen App-Store und die leistungsfähige Hardware unterstützt Apple TV 4 endlich auch Spiele-Apps. Viele Games, die man aus dem App Store für iPhone und iPad kennt, sollen sich damit auch auf dem Fernseher zocken lassen. Ob auch anspruchsvollere Spiele den Weg auf die Box finden, wird sich zeigen müssen. Immerhin hat Apple TV 4 je nach Ausführung zwischen 32 und 64 GB Speicherplatz. Die Fernbedienung selbst kann dabei als Gaming-Controller verwendet werden. Dank eingebautem Beschleunigungssensor und Gyroskop kommt sogar ein wenig Nintendo Wii-Atmosphäre auf. Auf Wunsch kann der Nutzer zudem handelsübliche Controller an die Box anschließen – oder als Notlösung einfach das iPhone verwenden.

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Apple TV 4 ist das neuen Streaming-Flaggschiff von Apple. (©Apple 2015)

Wichtige Features: Streaming, App Store, Sprachsuche, Spiele
Preis: Voraussichtlich ab 150 Euro

Apple TV 3: Die betagte Dame

Der alte Apple TV ist so etwas wie der Klassiker unter den Streaming-Boxen. Lange Zeit gab es zumindest in Deutschland kein Gerät, dass es mit dem Apple TV aufnehmen konnte. In den letzten Jahren wurde die Box jedoch von der Konkurrenz gnadenlos abgehängt. Auf dem alten Apple TV gibt es bereits Apps, allerdings sind diese vom Hersteller vorgegeben. Ein App-Store, in dem der Nutzer eigene Programme auswählen kann, ist nicht vorhanden. Das Angebot ist dadurch eher klein. Auch eine Sprachsuche und Spiele gibt es für Apple TV 3 nicht. Insgesamt wirkt die Box damit ziemlich veraltet. Für weniger Geld hat die Konkurrenz deutlich mehr zu bieten.

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Apple TV 3 ist deutlich in die Jahre gekommen. (©Saturn 2014)

Wichtige Features: Streaming
Preis: Rund 70 Euro

Amazon Fire TV: Der Platzhirsch

Amazon Fire TV ist bereits seit dem letzten Jahr in Deutschland erhältlich und kann wohl als großes Vorbild für den neuen Apple TV 4 gelten. Auch hier gibt es einen eigenen App Store, eine App-übergreifende Sprachsuche und auch zahlreiche Videogames werden unterstützt. Das Angebot an Apps ist dabei bereits recht groß. Als Alternative zu iTunes bietet Amazon das eigene Videoportal Prime Instant Video. Mit einer Amazon Prime-Mitgliedschaft gibt es bereits ab knapp 50 Euro im Jahr eine Film- und Serienflatrate. Zudem produziert Amazon jedes jahr eigene Serien und lässt seine Zuschauer darüber abstimmen, welche von ihnen eine neue Staffel bekommen und welche eingestellt werden. Das bietet derzeit kein anderer Anbieter. Auch Netflix, Putpat, Netzkino, 7TV und die Mediatheken der wichtigsten deutschen Fernsehsender sind vorhanden.

Bei Spielen gibt es ein Mischangebot aus klassischen Smartphone-Games und aufwändigeren Konsolen-Games. Amazon selbst programmiert zudem eigene Titel und bietet diese meist für kleines Geld im eigenen App Store an. Als Controller dient entweder die Fernbedienung, die bei Amazon aber nicht über ein Gyrosocop verfügt. Alternativ bietet der Hersteller einen Gaming-Controller an. Gamepads von Drittherstellern funktionieren nur über einen Adapter, der via USB an die Box angeschlossen wird. Amazon Fire TV hat von Haus aus nur 8 GB Speicherplatz. Dieser kann aber durch USB-Speichersticks um bis zu 128 GB erweitert werden.

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Der Fire TV von Amazon gehört zu den beliebtesten Streaming-Geräten. (©Amazon 2015)

Wichtige Features: Streaming, App Store, Sprachsuche, Spiele
Preis: Rund 90 Euro

Amazon Fire TV Stick: Der Preis-Kracher

Der Amazon Fire TV Stick ist quasi die kleine Variante des Fire TV. Hierbei handelt es sich um einen HDMI-Stick, der einfach in einen freien HDMI-Anschluss des Fernsehers gesteckt wird. Im Prinzip bietet der Stick genau die gleichen Funktionen wie die größere Box. Allerdings unterstützt die Fernbedienung hier keine Sprachsuche. Diese kann allerdings über eine App am Smartphone durchgeführt werden.

Auch bei der Spiele-Leistung müssen einige Abstriche gemacht werden, da der Stick nicht die gleiche Power hat wie die große Set-Top-Box. Normale Smartphone-Spiele laufen jedoch ohne größere Probleme.

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Der Fire TV Stick ist eine leicht abgespeckte Version der Set-Top-Box. (©Amazon 2015)

Wichtige Features: Streaming, App Store, Spiele
Preis: Rund 40 Euro

Google Nexus Player: Der Allrounder mit Android

Der Nexus Player wird im Auftrag von Google von Asus gefertigt und läuft mit Android TV. Leistungstechnisch bewegt sich das Gerät etwa auf dem gleichen Niveau wie der Amazon Fire TV. Anstelle von iTunes oder Amazon Prime Instant Video gibt es hier die Dienste Google Play Movies und Google Play Music. Ein Pluspunkt ist natürlich der Google Play Store, der ständig durch neue Apps für den Nexus Player erweitert wird. Die Möglichkeit, weitere Apps per Sideload zu installieren, ist zwar gegeben, aber für Laien nicht ganz leicht. Die Sprachsuche über die Fernbedienung funktioniert App-übergreifend mit Google Now.

Bei Spielen macht es Google ganz ähnlich wie Amazon oder Apple. Diese gibt es im Play Store als Download. Neben Smartphone-Spielen stehen dabei auch schon einige anspruchsvollere Titel bereit. Als Steuergerät funktioniert entweder die Fernbedienung oder ein zusätzlicher Gaming-Controller. Auch Gamepads von anderen Herstellern funktionieren jedoch.

Schön ist, dass der Nexus Player auch alle Funktionen besitzt, die es mit Google Chromecast gibt. Dank der Cast-Unterstützung können somit auch hunderte Smartphone-Apps auf dem TV-Bildschirm gespiegelt und dort genutzt werden. Allerdings hat der Player auch Schwächen. Seit dem Update auf Android 5.1 ist es nicht mehr möglich, auf Dateien zuzugreifen, die auf einem extern angeschlossenen USB-Stick gelagert sind. Hier bleibt nur zu hoffen, dass Google diesen Fehler mit dem bald erscheinenden Android 6.0 Marshmallow wieder behebt.

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Der Nexus Player läuft mit Android TV. (©Google 2015)

Wichtige Features: Streaming, App Store, Sprachsuche, Spiele, Google Cast-Funktion
Preis: Rund 90 Euro

Google Chromecast: Der etwas andere Ansatz

Google Chromecast unterscheidet sich deutlich von den anderen Streaming-Devices. Der kleine Stick streamt nämlich nicht selbst, sondern nutzt dafür ein Smartphone. Im Prinzip spiegelt der Stick Apps, die sich auf dem Handy befinden, auf dem TV-Bildschirm. Die App-Entwickler müssen dafür lediglich eine entsprechende Funktionalität in die jeweiligen Anwendungen integrieren. Lobenswert ist dabei, dass Chromecast mit Android und iOS gleichermaßen funktioniert und sich auch viele Inhalte vom PC über den Stick auf dem Fernseher wiedergeben lassen.

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Chromecast spiegelt den Inhalt des Smartphones. (©CC: Flickr/EricaJoy 2014)

Wichtige Features: Google Cast-Funktion
Preis: Rund 35 Euro

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