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AV-Receiver optimieren: 10 Tipps für besseren Sound

Wer seinen AV-Receiver optimal einstellt, hat mehr vom Klang.
Wer seinen AV-Receiver optimal einstellt, hat mehr vom Klang. (©CC: Flickr/William Hook 2015)

Ob der Sound einer Heimkinoanlage satt oder blechern klingt, entscheidet sich mit der richtigen Einstellung des AV-Receivers, der die Steuerzentrale der ganzen Anlage darstellt. Mit unseren Tipps kannst Du noch mehr guten Ton aus dem Gerät herausholen,

Für Kofferradio-Klang reicht es aus, den AV-Receiver auszupacken und "mal eben schnell" anzuschließen. Wer aber ein feineres Gehör und höhere Ansprüche hat, für den lohnt sich ein Blick in unsere Liste mit den wichtigsten Tipps.

1. Kurze Kabel, gute Kabel

Gerade im Audio-Bereich kommt es auf die Länge besonders an – auf möglichst wenig davon. Je kürzer die Kabelwege sind und je besser die Qualität der verwendeten Leitungen ist, desto besser wird auch der Sound. Von daher lohnt es sich, bei einem nagelneuen Receiver auch in neue Kabel zu investieren und die alten Strippen zu entsorgen. Wer seinen Receiver ins Regal stellt, sollte übrigens darauf achten, dass die Kabel nicht zu kurz sind. Es muss immer möglich sein, das Gerät ein gutes Stück weit aus dem Regal herauszuziehen – etwa um eine Verkabelung zu ändern. Nichts ist nerviger, als hinter dem Receiver herumzukriechen oder die Verkabelung im unsicheren Tastverfahren zu erledigen.

2. Für korrekte Verdrahtung sorgen

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Richtig anschließen: Für den guten Ton ist der passende Anschluss entscheidend. (©CC: Flickr/Ken Hawkins 2015)

Normalerweise ist das HDMI-Kabel die beste Verbindung für externe Geräte wie Blu-ray-Player, Konsolen oder Multimedia-Streamer. Dann werden Bild und Ton in bester Qualität übertragen. Bei älteren AV-Receivern allerdings kann es vorkommen, dass der HDMI-Hub im Gerät keine Tonsignale übermittelt. Dann gibt's in der Regel die Möglichkeit, den Sound digital per optischem Kabel – für Profis: Toslink –zu übertragen. Achtung: Dieses Glasfaserkabel kann brechen, daher darfst Du es nicht zu stark knicken. Eine extra Toslink-Verbindung ist qualitativ nicht schlechter, wirkt sich allerdings beim Umschalten der Quellen aus. Wenn man am Receiver zwischen den Geräten wechselt, muss die Tonquelle separat zugewiesen werden.

Wer auch TV-Ton etwa aus dem internen Tuner des Fernsehers über die Heimkino-Anlage hören will, nutzt dazu entweder auch das optische Kabel oder aber einen HDMI-Anschluss mit Audiorückkanal (ARC). Oft sind nicht alle Anschlüsse derartig ausgestattet, aber in der Regel entsprechend markiert. Und auch hier wieder gilt: Ältere Modelle haben so einen Anschluss eher nicht.

3. Kontaktpflege ist immer gut

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Lautsprecher haben mit Steckern weniger Kontaktprobleme. (©CC: Flickr/MIKI Yoshihito 2015)

Häufig steckt der Teufel im Detail und die Kontaktsperre im – fehlenden – Stecker. Während Toslink- und auch HDMI-Kabel bombenfest sitzende Verbindungen mitbringen, ist das bei den Lautsprecher-Kabeln nicht so. Die werden abisoliert und die zusammengedrillten Enden dann an der Buchse festgeklemmt. Wo es funktioniert, nimmst Du stattdessen aber besser zum Beispiel Bananenstecker, die an den Lautsprecherkabeln befestigt werden. Tipp: Vor dem Einbau die Kabelenden mit Brennspiritus oder auch Nagellackentferner mit Aceton entfetten.

4. Kabel beschriften für den besseren Überblick

Um bei dem Kabelsalat, der sich hinter dem Receiver unweigerlich entwickelt, den Überblick zu behalten, kann es sich lohnen, die einzelnen Kabel zu beschriften. Das geht per Klebeband und Folienstift sehr einfach und bietet sich besonders für die Lautsprecher an, die den Raumklang herstellen sollen.

5. Ausreichend Kühlung ist wichtig

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Luft holen: Elektronische Geräte brauchen immer gute Kühlung, auch AV-Receiver. (©CC: Flickr/William Hook 2015)

Jeder AV-Receiver braucht frische und vor allem kühle Luft, um gut arbeiten zu können – gerade auch im Sommer. Ist die Lüftung nicht gewährleistet und kommt das Gerät ins Schwitzen, springt bei neueren Modellen eine Schutzschaltung an, die das gute Stück vorm Wärmetod bewahren soll. Damit es gar nicht erst so weit kommt, ist es vor allem entscheidend, nicht die Lüftungsschlitze zu verdecken, die sich in der Regel oben auf dem Gerät befinden. Das bedeutet, dass über dem Receiver gerne fünf Zentimeter Platz sein dürfen. Manchmal gibt es sogar noch seitliche Lüftungsstreifen – auch die sollten freigelassen werden. Und wer seinen Receiver in einen Schrank einbauen will, muss dort ebenfalls für gute Belüftung sorgen – also zum Beispiel Löcher bohren.

6. Bildqualität verbessern

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Etliche Blu-ray-Player verfügen über eigene Bildprozessoren, die Filme skalieren können. (©CC: Flickr/Robert 2015)

Neuere AV-Receiver haben einen eigenen AV-Bildprozessor eingebaut, mit dem Du etwa schlechtere Signale auf 1.080 Bildzeilen hochrechnen kannst. Wer etwa eine ältere Spielkonsole hat, die Signale im PAL-Standard mit 576 Zeilen auswirft, kann dieses Bild in der Regel deutlich verbessern. Echte HD-Qualität wird man nicht zaubern können, aber ein deutlich besseres Bild lässt sich durchaus mit dieser Methode herstellen. Je besser ausgestattet das Gerät ist, umso mehr Einstellmöglichkeiten etwa für Farbe und Schärfe gibt es. Da aber auch viele Geräte wie Blu-ray-Player schon Bildskalierer haben, musst Du hierbei durch Herumprobieren den besten Kandidaten herausfinden.

7. Automatische Einmessung durchführen

Was viele nicht wissen: Damit der Raumklang sich gut anhört, muss die Anlage eingemessen werden. Moderne Geräte verfügen zu diesem Zweck über ein meist vollautomatisches Programm und werden auch mit einem Einmessmikrofon ausgeliefert. Sind die Lautsprecher platziert. Dann dauert das automatische Einmessen nur ein paar Minuten. Natürlich kann man sich auch mit einem Maßband bewaffnen, und die Abstände zwischen den Boxen selber messen. Das ist aber nur dann zu empfehlen, wenn die Automatik wirklich merkwürdige Ergebnisse liefert.

8. Vorsicht bei Effektprogrammen

In jedem AV-Receiver sind Effektprogramme eingebaut, die den Klang etwa für Filme, für Rockmusik oder Pop optimieren sollen. Manche dieser Programme beeinflussen auch die Dynamik, um große Lautstärkenunterschiede auszugleichen. Damit wird natürlich auch der Klang verfälscht, so dass man am besten auf derartiges "Ear-Candy" am besten komplett verzichtet.

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Dickes Ding: Für Subwoofer muss die Trennfrequenz eingestellt werden. (©CC: Flickr/this guy 2015)

9. Trennfrequenz richtig einstellen

Wer einen großen Basslautsprecher, einen sogenannten Subwoofer hat, der kann dort in der Regel die Trennfrequenz einstellen. Das ist die Tonhöhe, unterhalb der tiefe Frequenzen über den Subwoofer ausgegeben werden. Ist die Trennfrequenz etwa bei 100 Hz, kommen alle Töne unter 100 Hz aus dem Subwoofer. Je höher man diese Frequenz einstellt, für desto mehr Soundanteile ist der Subwoofer verantwortlich.

10. Dolby oder DTS benutzen

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Wer Kinosound haben möchte, muss den passenden Decoder aktivieren. (©CC: Flickr/William Hook 2015)

Alle aktuellen Kinofilme beispielsweise auf Blu-ray oder auch DVD sind sehr oft mit Mehrkanal-Ton ausgestattet und praktisch alle AV-Receiver können diesen Ton über Raumklanglautsprecher auch abspielen. Aber dazu muss der entsprechende Modus auch eingeschaltet sein. Wer etwa so einen Film in Stereo oder in der Effektszenerie für Kinofilme hört, der verpasst möglicherweise das Entscheidende.

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