Ratgeber

Den Fernseher anschließen: Das musst Du beachten

Wie schließt man den Fernseher richtig an, damit man in Ruhe Filme schauen oder spielen kann?
Wie schließt man den Fernseher richtig an, damit man in Ruhe Filme schauen oder spielen kann? (©Philips 2016)

Nach einer Phase der Anschluss-Flut auf der Rückseite von Fernsehern ist scheinbar wieder Ordnung eingekehrt. Der universelle Anschluss an modernen Fernsehern heißt HDMI. Aber halt: Brauchst Du einen neuen HDMI 2.0-Anschluss? Und was ist eigentlich ein CI+-Slot? Wir erklären, wie Du den Fernseher richtig anschließt.

Es hätte so schön werden können: Die Schnittstelle HDMI überträgt digital Bilder und Töne und gilt somit als universeller Anschluss. Die Tage des Komponentenkabels mit seinen vielfarbigen Anschlüssen und zusätzlicher Cinch-Audioverbindung sind gezählt. Die mieseScart-Bildqualität ist ebenso Geschichte und was ist überhaupt ein S-Videokabel? Also könnte man doch einfach alle Geräte via HDMI-Kabel mit dem Fernseher verbinden und die Sache ist erledigt, oder? Nicht ganz.

Brauchst Du HDMI 2.0?

 Neue 4K-HDR-Fernseher haben alle einen HDMI 2.0-Anschluss – und brauchen ihn auch. fullscreen
Neue 4K-HDR-Fernseher haben alle einen HDMI 2.0-Anschluss – und brauchen ihn auch. (©TURN ON 2016)

Das Problem fängt damit an, dass neue Fernseher mit einem HDMI 2.0-Anschluss ausgestattet werden. Brauchst Du in Zukunft auch so einen oder genügt weiterhin ein älterer Standard wie HDMI 1.4? Es kommt darauf an, was Du haben möchtest. Neue Fernseher sollten allerdings HDMI-2.0-Anschlüse bieten. HDMI 2.0 kann 4K-Videos mit 60 Hz übertragen. Das ist vor allem für PC-Spieler oder die Nutzer kommender Konsolen wie der nächsten PlayStation-Generation interessant, die am Fernseher zocken möchten. Außerdem unterstützt HDMI 2.0 den erweiterten HDR-Farbraum BT.2020 sowie bis zu 32 Audiokanäle. In der Praxis bedeutet das Kompatibilität zu neuen Mehrkanal-Tonstandards wie Dolby Atmos und DTS X.

Mit High Dynamic Range ist ein Bild mit hohem Dynamikumfang gemeint, ein Hochkontrastbild. HDR lässt das Fernsehbild also realistischer, heller und kontrastreicher aussehen, sofern man HDR-Quellen verwendet wie Ultra HD-Blu-rays. Ältere HDR-Fernseher gehen großzügig mit ihrer Definition von "HDR" um, aber neuere Fernseher unterstützen oft den Standard Ultra HD Premium. Das bedeutet: eine Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln, eine Farbtiefe von 10 bit, der Farbraum BT.2020, Farbwiedergabe von mindestens über 90 Prozent des DCI-P3-Farbraums und mindestens 1000 Nits Spitzenhelligkeit bei 0,05 Nits Schwarzwert oder mindestens 540 Nits bei 0,0005 Nits Schwarzwert (für OLED-TVs).

Die gute Nachricht: Der HDMI 2.0-Standard unterstützt alle aktuellen HDR-Formate. Wer HDR etwa mit Ultra HD-Blu-rays oder mit kommenden Xbox One-Spielen  nutzen möchte, der braucht also einen HDMI 2.0-Anschluss am Fernseher.

Was ist HDMI-ARC?

Nein, nicht noch so ein neues HDMI-Ding, oder? Keine Sorge, denn viele neue Fernseher unterstützen HDMI-ARC über den regulären HDMI-Anschluss. HDMI-ARC ist also kein zusätzlicher Anschluss, sondern ein Feature, das von einem HDMI-Anschluss am Fernseher und vom AV-Receiver unterstützt werden kann. Gemeint ist damit der Audio Return Channel. Das bedeutet, dass der Ton in beide Richtungen übertragen wird – vom Fernseher zum AV-Receiver und vom AV-Receiver oder einem anderen Gerät zum Fernseher.

Wozu das Ganze? Weil man sich dadurch ein Kabel erspart, nämlich das Audio-Kabel, zum Beispiel das optische Kabel S/PDIF, das den Fernseher-Ton zum AV-Receiver überträgt. So kann man sich etwa das Fernsehprogramm über seine Surround-Boxen am AV-Receiver anhören, obwohl der AV-Receiver mit lediglich einem HDMI-Kabel an den Fernseher angeschlossen ist, der in der Regel Bild und Ton an den Fernseher schickt. Leider unterstützen nicht unbedingt alle HDMI-Anschlüsse am Fernseher ARC. Achte auf den ARC-Schriftzug am Anschluss, wenn Du das Feature nutzen möchtest oder sieh in der Anleitung nach. Und schließe das HDMI-Kabel am ARC-fähigen Anschluss an Deinem AV-Receiver an. Der muss das nämlich auch unterstützen.

Das gute, alte Antennenkabel

Ein echter Klassiker unter den Fernseher-Anschlüssen ist das Antennenkabel. Und es ist nach wie vor an Bord. Damit empfängst Du das digitale oder analoge Fernsehprogramm. Das funktioniert beim Kabelempfang, indem Du das Antennenkabel in die Antennen-Ansteckdose in der Wand steckst. Oder Du verbindest eine DVB-T-Antenne mit dem Eingang für das Antennenkabel.

Oder Du verwendest einen SAT-Receiver. In diesem Fall schließt Du die Antenne für die Satellitenschüssel beim LNB-Eingang des SAT-Receivers an und diesen via HDMI an den Fernseher.

Ein CI+-Slot?

Neue Fernseher haben einen CI+-Slot, in den CI+-Module gesteckt werden. Was ist das? Die Common Interface-Schnittstelle dient zur Entschlüsselung von Bezahlfernsehen und die Module schalten diese Pay-TV-Inhalte wie jenes von Sky frei. Im Vergleich zum CI-1.0-Standard ist CI+ nur bedingt eine Weiterentwicklung, sondern er bietet den Pay-TV-Anbietern mehr Möglichkeiten, den Kunden den Zugriff auf Inhalte zu erschweren und diesen einzuschränken.

USB-Anschlüsse am Fernseher

 Dank USB-Eingängen kann man seine Urlaubsbilder vom USB-Stick auf dem Fernseher anzeigen. fullscreen
Dank USB-Eingängen kann man seine Urlaubsbilder vom USB-Stick auf dem Fernseher anzeigen. (©TURN ON 2016)

Moderne Fernseher bieten oftmals sogar mehrere USB-Eingänge, wie man sie von PCs kennt. Man kann zum Beispiel einen USB-Stick mit Urlaubsfotos dort hineinstecken und sich dann die Fotos ansehen. Inzwischen werden oftmals sogar ganze Festplatten mit Daten an die Fernseher angeschlossen, die zur Aufnahme des Fernsehprogramms dienen. Wie man Sendungen auf USB-Festplatten aufnimmt, erklären wir in diesem Ratgeber.

Ethernet-Anschluss für Smart TV

Das Ethernet-Kabel ist auch als LAN-Kabel oder als Netzwerkkabel bekannt. Smart TVs unterstützen alternativ WLAN, also kannst Du den Fernseher kabellos mit dem Internet verbinden. Steht Dein Fernseher jedoch in der Nähe von Deinem Router, dann ist die Verbindung via Ethernet-Kabel zu bevorzugen. Die Kabelverbindung sorgt für schnelleres und verlässlicheres Internet. So funktioniert das Streaming von Filmen oder Serien unter Umständen besser.

Die Klassiker

 Anschlüsse wie Scart und S-Video werden für neue Geräte nicht mehr verwendet. fullscreen
Anschlüsse wie Scart und S-Video werden für neue Geräte nicht mehr verwendet. (©Morguefile 2016)

Noch immer bieten Fernseher oftmals optische Ausgänge für die Übertragung des Fernsehtons an den Receiver. Man kann dank HDMI-ARC, wie oben beschrieben, den Fernsehton heute auch mit dem HDMI-Kabel an kompatible AV-Receiver übertragen, wobei Bild und Ton über dasselbe Kabel an den Fernseher geschickt werden. Die optischen S/PDIF-Kabel unterstützen im Gegensatz zu HDMI nicht die neueren Heimkino-Formate wie DTS HD oder Dolby Atmos. Sie sind aber noch immer erste Wahl, wenn man sich damit begnügt, den Fernseher an eine Mini-Anlage anzuschließen, die keine HDMI-Eingänge bietet und bestenfalls einen optischen Eingang. Optische Kabel sind vollkommen ausreichend für hochwertigen Stereoton.

Scart-Kabel, die einst Bild und Ton übertragen haben, werden für aktuelle Geräte nicht mehr benötigt. Neue Fernseher haben oft nicht einmal mehr einen Scart-Eingang. Beinahe redundant ist inzwischen auch das Komponenten-Kabel (YUV), das allerdings neben einem HDMI-Kabel etwa noch der Spielekonsole Wii U beiliegt. Alte Videokameras verbindet man in der Regel mit einem S-Videokabel, das keinen Ton überträgt. Das Komponentenkabel schickt das Bild über ein blaues, grünes und rotes Kabel an den Fernseher, wobei, wie beim S-Videokabel, zusätzlich ein weißes und rotes Cinch-Kabel für die Tonübertragung benötigt werden.

Zusammenfassung

  1. HDMI ist der wichtigste Anschluss an modernen Fernsehern. Er überträgt Bild und Ton von anderen Geräten wie Spielekonsolen oder Blu-ray-Playern, eventuell über einen AV-Receiver, an den TV
  2. Ein neuer Fernseher sollte in der Regel HDMI 2.0 unterstützen. Damit klappt 4K in 60 Hz sowie ein hochwertiges HDR-Bild bei passenden Quellen
  3. HDMI-ARC ist die Option, den Ton über dasselbe HDMI-Kabel an den AV-Receiver zu übertragen, das Bild und Ton vom AV-Receiver an den Fernseher weiterleitet
  4. Das Antennenkabel brauchst Du immer noch für analoges oder digitales Fernsehen
  5. Der CI+-Slot ist für Module da, die Bezahlfernsehen entschlüsseln können
  6. An den USB-Anschluss schließt Du USB-Sticks mit Urlaubsbildern oder USB-Festplatten für die Aufzeichnung des Fernsehprogramms an
  7. Der Ethernet-Anschluss sorgt für die Internetverbindung eines Smart TVs. Alternativ geht das auch mit WLAN
  8. Ältere Kabel wie das optische Kabel S/PIF, Komponentenkabel, Scart-Kabel oder S-Video-Kabel benötigt man nur noch für ältere Geräte oder für spezielle Anwendungsszenarien wie den Anschluss des Fernsehers an eine Mini-Anlage
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