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LCD, Plasma und OLED: Die Unterschiede der TV-Technologien

Die alte Röhre hat fast überall ausgedient. Aber was soll sie ersetzen? Ein LCD-, LED-, Plasma- oder sogar ein OLED-Fernseher? Wir geben Tipps.
Groß sollte er sein, der neue Fernseher – aber welche Technologie ist die beste?
Groß sollte er sein, der neue Fernseher – aber welche Technologie ist die beste? (©Panasonic 2015)

Die alte Röhre hat fast überall ausgedient – die aktuellen Technologien heißen LCD, LED und OLED. Aber in welche Technologie lohnt es sich derzeit zu investieren? Und wo liegen die Unterschiede zwischen LCD-, LED- und OLED-Geräten? Wir klären über die Vor- und Nachteile verschiedener Bildschirmtypen auf.

LCD, OLED oder doch Plasma?

Noch vor einigen Jahren war die Entscheidung für eine TV-Technologie vor dem Gerätekauf essenziell. Denn die Unterschiede zwischen LCD und Plasma machten sich deutlich bemerkbar. Mittlerweile sind die Plasma-Fernseher jedoch fast vollständig aus dem Handel verschwunden. Kein namhafter Hersteller entwickelt mehr Plasma-Fernseher. Dafür gibt es mit OLED eine neue Technologie, die ihrerseits möglicherweise eines Tages die LCD-Geräte verdrängen kann.

Die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Bildschirmtypen gelten zwar auch heute noch teilweise, allerdings sind sie nicht mehr so stark ausgeprägt. Insgesamt haben sich die Technologien sowohl qualitativ als auch preislich immer weiter angeglichen.

Plasma-Fernseher: Eine sterbende Technologie

Wer es sich leisten konnte, investierte bis vor wenigen Jahren in einen Plasma-Fernseher. Sie galten als schneller, kontrastreicher und langlebiger als LCD-Bildschirme. Auf der anderen Seite haben sie aber auch den Ruf von Stromfressern. Das ist der Technologie geschuldet, die dahinter steckt.

Bei einem Plasma-Bildschirm befinden sich viele kleine Kammern zwischen zwei Glasplatten. Diese Kammern sind mit einem Edelgasgemisch gefüllt, drei von ihnen ergeben einen Pixel. Daher sind die Kammern jeweils für eine der drei Grundfarben Rot, Grün oder Blau zuständig. Durch additive Farbmischung kann der Bildpunkt jeden aus den Grundfarben mischbaren Farbton annehmen. Zum Leuchten gebracht werden die Kammern durch Gasentladungen, wobei Plasma – also ionisiertes Gas – entsteht. Das Plasma sendet dann sichtbares Licht aus.

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Plasma-Fernseher galten früher als Nonplusultra für Film- und Games-Fans. (©picture-alliance / Arcaid 2014)

Da Pixel bei dieser Technologie nur leuchten, wenn sie eine Farbe darstellen, punkten Plasma-Fernseher insbesondere mit ihren Schwarzwerten. Dunkle Bereiche im Bild sind wirklich Schwarz wahrzunehmen, weil keine Hintergrundbeleuchtung stört. Darüber hinaus reagieren diese TV-Modelle sehr schnell, was sie ideal für die Darstellung schneller Bewegungen und zum Spielen anspruchsvoller Konsolen-Games macht. Bis vor wenigen Jahren überzeugten Plasma-Modelle mit kräftigen Farben, natürlichen Hauttönen und großer Blickwinkelstabilität.

Allerdings sind Fernseher mit Plasma-Technologie teurer als LCD-Geräte – sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt. Der höhere Kaufpreis ist unter anderem dadurch bedingt, dass Plasma-Bildschirme erst ab einer Größe von 42 Zoll angeboten werden. Der Stromverbrauch liegt grundsätzlich über dem von LCD-Bildschirmen und ist abhängig von der Helligkeit des dargestellten Bildes. Je heller das Bild, desto höher muss die Spannung in den Kammern sein – und desto mehr Strom frisst das Fernsehgerät. Diese Nachteile haben dafür gesorgt, dass sich die Plasma-Technologie gegen LCD-TVs nicht dauerhaft behaupten konnte. Mittlerweile sind mit Panasonic, Samsung und LG alle großen Plasma-Hersteller aus dem Marktsegment ausgetreten. Plasma-Fernseher finden sich damit nur noch in der Nische und spielen keine Rolle mehr.

LCD-Bildschirme: Digitales, scharfes Bild mit gleichmäßiger Ausleuchtung

Etwas Wichtiges vorweg: Auch LED-Fernseher zählen zu den LCD-Bildschirmen. Das kann mitunter zu Verwirrungen führen. Das Prinzip ist aber dasselbe, bei beiden Technologien kommen sogenannte Flüssigkristalle zum Einsatz. Diese ändern ihre Ausrichtung je nach anliegender Spannung und lassen unterschiedlich viel Licht durch. Bei LCD-Bildschirmen besteht ein Bildpunkt aus drei Subpixeln in den Grundfarben Rot, Grün und Blau – analog zu den Kammern bei Plasma-Fernsehern. Je nach Position des Flüssigkristalls lässt es unterschiedlich viel Licht durch und die Anteile der einzelnen Farben variieren. Wichtige Voraussetzung: Bei LCD-Fernsehern ist eine Hintergrundbeleuchtung nötig. Und in diesem Punkt unterscheiden sich alte LCD- von den moderneren LED-Modellen.

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Die ersten LCD-Fernseher konnten kein tiefes Schwarz darstellen. (©CC: Flickr/LGEPR 2014)

Bei LED-Fernsehern sind die namensgebenden Leuchtdioden (light-emitting diode) für die Hintergrundausleuchtung zuständig. Bei älteren LCD-Geräten übernahmen dies Leuchtstoffröhren. Damit erreichten sie zwar eine sehr gleichmäßige Ausleuchtung des Hintergrunds, allerdings waren die TV-Geräte aufgrund des Platzbedarfs von Leuchtstoffröhren noch nicht so schön flach wie moderne Fernseher. Die Hintergrundbeleuchtung sorgte dann auch gleich für den größten Nachteil gegenüber Plasma-Fernsehern: Richtiges Schwarz könnten die älteren LCD-Modelle nicht wiedergeben, höchstens ein dunkles Grau.

LED-TVs: Flache Bauweise und geringer Stromverbrauch

Heutige LCD-Fernseher setzen in der Regel auf die ausgereiftere LED-Technologie. Denn Leuchtdioden verbrauchen nicht nur weniger Strom als Leuchtstoffröhren, sie halten auch länger. Zudem können LEDs einzeln abgeschaltet werden, sodass bessere Schwarzwerte erzielt werden als bei dauerbeleuchteten LCD-Geräten. Und wer sich unter aktuellen Fernsehmodellen umsieht, ahnt es bereits: LEDs ermöglichen auch eine extrem flache Bauweise. Nicht zuletzt liefern Fernseher dieser Bauart gute Helligkeitswerte und überzeugenden Kontrast bei Tageslicht.

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Bei LED-Fernsehern können einzelne Dioden abgeschaltet werden. (©Facebook/Panasonic 2014)

Wer sich unter LED-Fernsehern umsieht, wird auf die Begriffe Edge- und Direct- beziehungsweise Full-LED stoßen. Bei Edge-LED-Fernsehern sitzen die Leuchtdioden am Gehäuserand und leuchten von dort den gesamten Bildschirm aus. Das hat den Nachteil, dass dunkle Bilder zum Rand hin tendenziell etwas heller werden können. Aber auch hier gilt: Bei modernen Fernsehern macht sich das im Alltag kaum noch bemerkbar. Im Vergleich zu Direct- oder Full-LED-Modellen, bei denen die LEDs über die gesamte Bildschirmfläche verteilt sind, können Edge-Geräte noch einmal deutlich flacher ausfallen.

OLED: Die Zukunft des Fernsehens

Die Unterschiede zwischen Plasma- und LCD-Fernsehern werden also immer geringer. Im Großen und Ganzen fallen die Preis- und Qualitätsunterschiede nicht mehr so groß aus wie noch vor einigen Jahren. Eine Entscheidung für die eine oder andere Technologie ist daher eher eine Frage des Geschmacks und des Angebots am Markt. Doch es gibt eine weitere Alternative.

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Der Nachfolger von LEDs: organische LEDs oder OLEDs. (©LG 2014)

Jüngster Clou am Fernsehmarkt sind OLED-TV-Geräte. Noch bis vor Kurzem steckte die OLED-Technik im TV-Bereich in der Experimentierphase. Mittlerweile finden jedoch immer mehr TVs mit der Technologie ihren Weg in den Handel. Die Abkürzung OLED steht für organische LEDs und vereint rein technisch die Vorteile von LCD und Plasma. Im Gegensatz zu klassischen LCDs benötigen OLED-Bildschirme keine separate Hintergrundbeleuchtung. Die organischen LEDs können von selbst verschiedenfarbig leuchten und Bildpunkte direkt darstellen. Das sorgt nicht nur für schnelle und extrem kontrastreiche Bilder, sondern ermöglicht auch eine extrem dünne und leichte Bauweise von Fernsehern. Aktuell sind OLED-Fernseher noch vergleichsweise teuer, allerdings hat die Technologie gerade erst damit begonnen, den Massenmarkt zu erobern. Die bedeutendsten Hersteller von OLED-Fernsehern sind aktuell Samsung, aber vor allem auch der südkoreanische Konkurrent LG. Anlässlich der IFA 2015 präsentierte auch Panasonic seinen ersten OLED-TV.

Die neuen HDR-Fernseher für die Ultra HD Blu-rays nutzen keine grundsätzlich neue Displaytechnologie, sondern es handelt sich um eine Weiterentwicklung herkömmlicher LED- und OLED-Fernseher. Sie bieten einen erweiterten Farbraum, eine mit über 1000 Candela viel höhere Helligkeit als bisherige Fernseher (bis zu 400 Candela) und mehr Kontrastabstufungen.

Zusammenfassung

  1. Grundsätzlich gibt es drei TV-Technologien am Markt: LCD-, Plasma- und OLED-Fernseher. LED-Modelle zählen auch zu den LCD-TVs
  2. Die Unterschiede zwischen den Technologien sind heute nicht mehr so stark ausgeprägt wie noch vor einigen Jahren
  3. Plasma-Fernseher sind fast vollständig aus dem Markt verschwunden
  4. LCD-Geräte liefern scharfe Bilder, konnten früher aber nicht mit der Bildqualität von Plasma-TVs mithalten
  5. Weiterentwickelte LED-Fernseher stehen der Qualität von Plasma-Fernsehern heute in nichts mehr nach
  6. Wer auf zukunftsweisende Technik setzen will, sollte in OLED-Modelle investieren. Diese vereinen die Vorteile von LCD- und Plasma-Geräten
  7. Absolutes High-End sind 4K-OLED-Fernseher mit HDR-Unterstützung. HDR sorgt für eine höhere Helligkeit, mehr Kontrast und einen weiteren Farbraum.

Beim Kauf eines neuen Fernsehers ist nicht nur die Frage nach der Technologie relevant. Grundsätzlich steht eine Entscheidung zwischen herkömmlichen und smarten TV-Modellen auf dem Programm. Auch Curved-Fernseher werden immer wichtiger. Das TV-Gerät sollte außerdem die richtigen Anschlüsse und die passende Auflösung haben. Für ambitionierte Heimkino-Fans lohnt sich der Kauf eines 3D-Fernsehers. Nicht zu vergessen: Die neuen HDR-Fernseher mit höherer Helligkeit, mehr Kontrastabstufungen und weitem Farbraum.

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