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Smart TV: Alles rund um den schlauen Fernseher

Mit dem Fernseher nur fernzusehen, gehört seit dem Aufkommen von Smart TV-Modellen der Vergangenheit an. Wir erklären, was die schlauen Geräte können.
Samsung Smart TV
Samsung Smart TV (©CC: Flickr/Karlis Dambrans 2014)

Mit dem Fernseher nur fernzusehen, gehört seit dem Aufkommen von Smart TV-Modellen der Vergangenheit an. Wir erklären, was die schlauen Geräte so besonders macht und welche Funktionen sie mitbringen sollten.

Wodurch wird ein Fernseher zum Smart TV?

Ein Smart TV ist mehr als ein gewöhnlicher Fernseher. Denn er kann nicht nur das Fernsehprogramm anzeigen, sondern verfügt auch zusätzlich über bestimmte Computer-Funktionen – insbesondere die Fähigkeit, ins Internet zu gehen. Dafür sind die modernen TV-Geräte mit zusätzlichen Schnittstellen ausgestattet: Für eine Online-Nutzung werden LAN-Anschluss oder WLAN-Modul benötigt, für die Wiedergabe von Dateien ist häufig ein USB- oder ein Speicherkarten-Slot an Bord. Sind Fernseher internetfähig, eignen sie sich für den HbbTV-Standard.

Was steckt hinter der Abkürzung HbbTV?

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LG nennt seine eigene Plattform schlicht und einfach LG Smart TV. (©LG 2014)

Hybrid broadcast broadband TV (HbbTV) bezeichnet einen Standard für smarte Fernseher, auf den sich die Rundfunksender geeinigt haben. In Deutschland wird das Hybrid-Fernsehen von fast allen privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern genutzt. Wer einen Smart TV besitzt, bekommt beim Umschalten einen roten Punkt am unteren Bildschirmrand angezeigt. Dieser zeigt an: Zu diesem Programm stehen zusätzliche Internetinhalte bereit. Per Druck auf den roten Punkt der Fernbedienung gelangst Du dann auf eine spezielle HTML-Seite, beispielsweise in die Mediathek des Senders.

Während HbbTV ein Dienst von Fernsehsendern ist, stellen Hersteller ihre ganz eigenen Smart TV-Angebote bereit. In Konkurrenz zum HbbTV-Standard stehen etwa Samsungs Smart Hub, Philips NetTV, Viera Connect von Panasonic, Sonys Applicast oder LG Smart TV. Diese Portale sind jeweils nur auf den Geräten des jeweiligen Herstellers verfügbar.

Welche Funktionen bieten die intelligenten Geräte?

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LG bietet zahlreiche Spiele für seine Smart TV-Plattform an. (©LG 2014)

Natürlich werden auch moderne Smart TV-Geräte überwiegend zum Fernsehen genutzt. Ihren Reiz machen jedoch die zahlreichen Zusatzfunktionen aus, die durch die Internetanbindung ermöglicht werden. Über die herstellereigene Plattform lassen sich verschiedenste Apps aufrufen, beispielsweise Online-Videotheken, Musikvideo-Streaming-Dienste oder Videoportale wie YouTube. Viele Hersteller bieten auch interaktive Inhalte an. Auf vielen Smart TV-Modellen lassen sich zum Beispiel Spiele herunterladen und spielen. Mit der entsprechenden App und einer Kamera ist aber auch Videotelefonie über den Fernseher heute kein Problem mehr.

Ein weiterer Vorteil der intelligenten Fernsehgeräte: Das angezeigte Bild ist vielfältig individualisierbar. So lässt sich beispielsweise ein verkleinertes Fernsehbild in HTML-Seiten einblenden, um den Anschluss an das Fernsehprogramm nicht zu verlieren. Die Sendung wiederum kann zum Beispiel durch die Einblendung von Menüfunktionen oder Nachrichtentickern erweitert werden.

Wie werden Smart TV-Modelle bedient?

Wie gewöhnliche Fernseher werden Smart TVs mit Fernbedienung ausgeliefert. Darüber lassen sich in der Regel auch alle Zusatzfunktionen steuern. Aktuell lernen immer aber mehr Fernbedienungen, die Sprache des TV-Besitzers zu verstehen – eine Sprachsteuerung macht die Bedienung noch komfortabler. Eine weitere Alternative bieten viele Hersteller für Tablet- oder Smartphone-Besitzer. Die mobilen Geräte kommunizieren per App mit dem Smart TV und machen das Streamen von Medieninhalten noch einfacher. Darüber hinaus bieten einige Fernsehermodelle die Möglichkeit, eine Bluetooth- oder USB-Tastatur anzuschließen.

Gibt es Sicherheitslücken?

Geräte, die internetfähig sind, bieten immer eine Angriffsfläche. Insbesondere der HbbTV-Standard stand in der Vergangenheit bereits vielfach wegen mangelnden Datenschutzes in der Kritik. So informieren Sicherheitsforscher der TU Darmstadt, dass TV-Sender mit diesem Zusatz-Service das Nutzungsverhalten ihrer Zuschauer noch genauer messen können. Denn jedesmal, wenn der rote Punkt auf dem Fernseher erscheint, greift das Gerät auf eine Website zu. Auf diese Weise kommen TV-Sender an die IP-Adresse des Nutzers sowie an Echtzeit-Zahlen, auf wie vielen Smart TV-Geräten ihr Programm aktuell läuft. Zudem weist Spiegel online auf eine weitere Gefahrenquelle hin, die dadurch entsteht, dass keiner der Fernsehsender eine SSL-Verschlüsselung nutze. Theoretisch wäre es dadurch möglich, dass Dritte die Website, die hinter dem roten Punkt steckt, manipulieren und durch eigene Inhalte ersetzen. Dem Sicherheitsforscher Martin Herfurt zufolge bestehe demzufolge noch Nachholbedarf bei den Sendern.

Können auch gewöhnliche Fernseher smart werden?

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HDMI-Dongles wie der Google Chromecast machen auch ältere Fernseher smart. (©CC: Flickr/EricaJoy 2014)

Ja, dafür gibt es sogenannte Set-Top-Boxen oder HDMI-Sticks wie den Google Chromecast, Amazon Fire TV oder Apple TV. Voraussetzung: Der Fernseher muss einen HDMI-Anschluss besitzen. Darüber werden TV und Stick verbunden. Stick oder Box stellen über ein eingebautes Modem die Verbindung zum Internet her. Mit eigenem Betriebssystem ausgestattet und mit Smartphone und Tablet vernetzbar, ermöglichen die kleinen Geräte das Streamen von Musik, Videos und Co. Einen Überblick über die gängigsten Set-Top-Boxen und deren Features findest Du hier.

Zusammenfassung

  1. Smart TVs können eine Verbindung zum Internet herstellen. Dafür besitzen sie zusätzliche Schnittstellen
  2. Mit den Geräten lässt sich der von fast allen TV-Sendern in Deutschland unterstützte HbbTV-Standard nutzen. Das Fernsehprogramm wird interaktiv und individualisierbar
  3. Mit einem Smart TV kannst Du im Internet surfen, Spiele spielen, auf Online-Videotheken zugreifen oder Medieninhalte von anderen Geräten auf den Fernseher streamen
  4. Bedienen lassen sich die schlauen Modelle per Fernbedienung, Sprachsteuerung, Smartphone, Tablet, USB- oder Bluetooth-Tastatur
  5. Aufgrund fehlender Verschlüsselung steht der HbbTV-Standard heute noch vielfach in der Kritik. Der Datenschutz ist nicht immer gewährleistet
  6. Mit Set-Top-Boxen und HDMI-Sticks werden auch ältere Fernseher zum Smart TV

Beim Kauf eines neuen Fernsehers ist nicht nur die Frage nach den smarten Funktionen relevant. Grundsätzlich steht eine Entscheidung zwischen Plasma, LCD und LED auf dem Programm. Auch Curved-Fernseher werden immer wichtiger. Das TV-Gerät sollte außerdem die richtigen Anschlüsse und die passende Auflösung haben. Für ambitionierte Heimkino-Fans lohnt sich der Kauf eines 3D-Fernsehers.

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