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USB-Aufnahmen am TV: Mit diesen 7 Tipps bist Du gerüstet

Dank USB-Recording wird beinahe jeder Fernseher zum Videorekorder.
Dank USB-Recording wird beinahe jeder Fernseher zum Videorekorder. (©Picture Alliance/ Sebastien Jarry 2015)

TV-Sendungen lassen sich bequem am Fernseher aufnehmen. Alles was Du dazu benötigst, ist eine externe Festplatte, die sich per USB-Port verbinden lässt. Was Du beim USB-Recording beachten musst, verraten wir Dir mit den folgenden Tipps. 

Das Aufnehmen von TV-Sendungen ist im digitalen Zeitalter einfacher als jemals zuvor. Brauchte man früher einen klobigen Videorekorder, der Filme und Serien auf unhandlichen VHS-Kassetten aufgezeichnet hat, so reichen heute in der Regel eine externe Festplatte und ein USB-Kabel völlig aus. Damit Du für das Aufnehmen mit dem Fernseher bestens gerüstet bist, haben wir einige Tipps für Dich zusammengestellt.

Fernseher mit USB-Recording

Obwohl die Hersteller in der Regel das Blaue vom Himmel versprechen, wenn es um die Ausstattung ihrer neuen TV-Geräte geht, sind noch immer nicht alle Fernseher mit einer Aufnahmefunktion ausgestattet. Gerade im unteren Preissegment werden immer noch zahlreiche TVs angeboten, die nicht über USB-Recording verfügen. Wer bei einem Neukauf Wert auf eine solche Funktion legt, sollte sich vorab informieren, ob diese vom Wunschgerät überhaupt unterstützt wird.

Doch auch wenn Du einen Fernseher mit Aufnahmefunktion bereits im Wohnzimmer hast, musst Du noch einige Punkte beachten. Obwohl die meisten Fernseher heute ab Werk mit zwei oder drei USB-Schnittstellen ausgestattet sind, funktioniert die Aufnahme meist nur an einer davon. Dieser USB-Port ist in der Regel speziell gekennzeichnet, etwa mit "Recording", "REC", "HDD" oder mit der Abkürzung "PVR", die für Personal Video Recorder steht.

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Mit dem Fernseher lassen sich Filme auf externe Festplatten aufzeichnen. (©YouTube/Grundig Deutschland 2015)

2,5 oder 3,5 Zoll? Der richtige Datenträger

Als Datenträger für USB-Aufnahmen kommen externe Festplatten mit 2,5 Zoll oder 3,5 Zoll in Frage. 3,5-Zoll-Festplatten sind dabei in der Regel etwas günstiger, aber auch größer und benötigen eine externe Stromversorgung. Besser geeignet sind daher 2,5-Zoll-Festplatten. Diese werden in den meisten Fällen direkt über den USB-Port mit Strom versorgt und arbeiten generell sehr leise. Dafür sind sie meist etwas langsamer, sofern es sich nicht um SSDs handelt. Diese sind wiederum teurer als mechanische Festplatten. Einige Festplatten kommen mit einer speziellen Halterung daher, mit welcher sie sich hinter dem TV verbergen lassen.

Theoretisch kannst Du Deine Sendungen auch auf einen USB-Stick aufzeichnen, allerdings ist dieser aufgrund des vergleichsweise geringeren Speichervolumens nicht für gleichermaßen viele Sendungen geeignet. Allerdings entwickelt sich die USB-Speichertechnik sehr schnell weiter und inzwischen gibt es schon 256 GB große USB-Sticks für rund 50 Euro. Ein 90-minütiger HD-Spielfilm benötigt ungefähr sechs bis acht GB Speicher. Da reicht ein 256 GB großer USB-Stick schon für mindestens 32 Filme. Günstiger und relativ großer Speicher im Kleinformat ist also kein Problem mehr.

USB-Festplatte wird vom Fernseher formatiert

Bevor Du die Festplatte an den Fernseher anschließt, solltest Du sichergehen, dass auf dieser keine anderen wichtigen Daten mehr gespeichert sind. Der Grund: Die Festplatte wird vom Fernseher formatiert und dabei mit einer Verschlüsselung versehen, die sie nur für den Fernseher selbst lesbar macht. So soll verhindert werden, dass sich aufgenommene Sendungen von der Festplatte später auf den PC übertragen lassen, um von dort aus ins Netz gestellt zu werden. Aufheben lässt sich diese Verschlüsselung nur durch eine erneute Formatierung der Festplatte am PC. Dabei verschwinden dann aber auch alle Aufnahmen.

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Der Anschluss der Festplatte erfolgt über USB-Port. (©YouTube/SamsungVisionAu 2015)

Umschalten ja oder nein?

Zeichnest Du eine Sendung am TV auf, kannst Du dabei in der Regel nicht auf einen anderen Sender umschalten. Die Ursache dafür liegt in der Empfangstechnik begründet. So kann der Tuner des Fernsehers immer nur einen Sender zur gleichen Zeit empfangen und somit auch nur ein Signal aufzeichnen. Abhilfe schaffen hier Fernseher oder Digitalreceiver, die mit einem Twin-Tuner ausgestattet sind. Bei diesen hast Du als Zuschauer einfach die Möglichkeit, zwischen Tuner 1 und Tuner 2 hin und her zu schalten. Während also Tuner 1 einen bestimmten Sender aufzeichnet, kannst du über den anderen Tuner einen beliebigen anderen Sender schauen. Inzwischen sind Fernseher mit Twin Tuner schon recht weit verbreitet. Achte gegebenenfalls beim Kauf auf dieses Feature.

Die Twin Tuner sind übrigens nicht mit Dual Tunern oder Triple Tunern zu verwechseln. Die letzteren Tuner empfangen verschiedene Fernsehsignale, darunter das Antennenfernsehen DVB-T , das Satellitenfernsehen DVB-S oder das Kabelfernsehen DVB-C. Ein Twin Tuner hingegen hat zwei Empfangsteile für zum Beispiel Kabelfernsehen oder Satellitenfernsehen.

Zeitversetztes Fernsehen

Neben der Möglichkeit, eine Sendung komplett aufzunehmen, bieten viele aktuelle Fernseher auch die Funktion zum zeitversetzten Ansehens eines Programms via TimeShift. Schaust Du beispielsweise gerade einen Spielfilm und musst nochmal kurz was erledigen, kannst Du das laufende Programm einfach mit einem Druck auf die Pause-Taste der Fernbedienung pausieren. Das Fernsehbild wird dann eingefroren und die weitere Sendung wird automatisch auf die angeschlossene Festplatte aufgezeichnet. Drückst Du später auf "Play" wird die Sendung direkt an der Stelle fortgesetzt, an der Du sie zuvor pausiert hattest. Bei den meisten Fernsehgeräten ist die zeitversetzte Wiedergabe auf maximal 90 Minuten begrenzt. Um das zeitversetzte Fernsehen nutzen zu können, muss der Fernseher über eine TimeShift-Funktion verfügen. Hinweise dazu finden sich normalerweise in der Bedienungsanleitung.

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Einige Hersteller bieten spezielle Festplattenhalterungen für TVs an. (©Toshiba 2015)

Einige Sender verbieten das Aufnehmen

Leider lassen sich auch mit dem besten Fernseher nicht alle Sender aufzeichnen. Verschlüsselte Kanäle zum Beispiel kannst Du am Fernseher nicht ohne Weiteres aufnehmen. Grund dafür ist das CI+-Verschlüsselungsverfahren, das unter anderem von Pay-TV-Anbietern wie Sky und HD+ angewendet wird. Mit diesem können die Sender selbst verhindern, dass ihre Programme auf der Festplatte landen. Lediglich zeitversetzte Aufnahmen mit einer Dauer von maximal 90 Minuten sind so möglich. Betroffen sind praktisch alle Sender der Sky-Plattform und die meisten HD-Ableger der Privatsender. Diese lassen sich nur mit einem Festplattenreceiver des jeweiligen Anbieters aufzeichnen. Problemlos am TV aufzeichnen lassen sich jedoch die HD-Programme der Öffentlich-Rechtlichen, der Sendergruppe ProSiebenSat.1 und von Servus TV.

Alternative: Festplattenreceiver

Als Alternative zum Anschluss einer Festplatte an den Fernseher bietet sich unter Umständen ein Festplattenreceiver an. Dieser verfügt nicht nur über Tuner zum Empfang der Fernsehprogramme, sondern hat eine Festplatte gleich eingebaut. Je nach eigenem Bedarf bieten die Hersteller hier verschiedene Ausstattungsvarianten an. So gibt es Receiver für Kabel, Satellit und Antennenfernsehen, aber auch Modelle, die alle Empfangsarten vereinen. Die Zahl der Tuner variiert je nach Gerät. Einige Modelle lassen sich per Plug & Play auch mit weiteren Tunern nachrüsten. Auch die Größe der Festplatte variiert zwischen 500 GB und 4 Terabyte.

Zusammenfassung

  1. Um Aufnahmen direkt am Fernseher machen zu können, muss dieser USB-Recording unterstützen
  2. 2,5-Zoll-Festplatten eignen sich am besten als Aufnahmemedium für den Fernseher
  3. Um auf die Festplatte aufzeichnen zu können, muss diese vom TV formatiert werden
  4. Das Umschalten während der Aufnahme ist nur möglich, wenn der Fernseher einen Doppeltuner besitzt
  5. Neben herkömmlichen Aufnahmen lassen sich angeschlossene Festplatten oft auch für zeitversetztes Fernsehen nutzen
  6. Einige Pay-TV- und HD-Sender lassen sich nicht am Fernseher aufzeichnen.
  7. Als Alternative zum USB-Recording am TV bietet sich ein Receiver mit integrierter Festplatte an
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