Ratgeber

Von HD ready bis 8K: Ein Leitfaden für den Pixel-Dschungel

HD ready, Full HD oder 4K – wer soll bei den ganzen TV-Auflösungen noch durchblicken? Wir führen mit unserem Leitfaden durch den Pixel-Dschungel.
Zwischen SD und 8K gibt es unzählige Fernsehauflösungen auf dem Markt.
Zwischen SD und 8K gibt es unzählige Fernsehauflösungen auf dem Markt. (©picture alliance / dpa Themendienst 2014)

HD ready, Full HD, 4K und 8K – wer soll bei den ganzen Fernseher-Auflösungen eigentlich noch durchblicken? Wir erklären, welche Bildgrößen es überhaupt gibt. Und viel wichtiger: Welche Pixelzahlen im Alltag überhaupt sinnvoll sind.

SD-Fernseher sind von gestern

Fernseher mit SD-Auflösung (Standard Defintion), also 720 x 576 Pixeln, sind heutzutage veraltet und werden kaum noch verkauft. Inzwischen ist in vielen deutschen Wohnzimmern der HD-Fernseher eingezogen – obwohl viele TV-Sender weiterhin in SD senden. So starteten ARD und ZDF erst im Februar 2010 die HDTV-Regelausstrahlung. Die Privatsender waren mit der eigenen Plattform HD+ in Deutschland etwas früher dran. HD-Fernseher können SD-Signale allerdings nur hochrechnen. Erst bei hochauflösenden Inhalten von Blu-rays oder HD-Sendern entfalten diese Geräte ihr volles Potenzial. Umgekehrt bedeutet das auch: Wer einen großen Fernseher kauft, aber SD-Inhalte anschaut,  der wird eine Menge Pixelbrei zu sehen bekommen.

HD ready ist nicht Full HD

Mit dem aufkommenden HDTV-Boom wurden anfangs viele Fernseher mit dem Label "HD ready" verkauft. Allerdings steht HD ready nicht automatisch für hochauflösendes Fernsehen. Das Zeichen auf dem Fernseher verspricht lediglich, dass das Gerät hochauflösendes Fernsehen mit 720p oder 1080i wiedergeben kann. 720p bedeutet 1280 x 720 Pixel, das "p" bedeutet "progressive" und steht für die Wiedergabe von Vollbildern. 1080i heißt 1920 x 1080 Pixel, das "i" steht dabei für "interlaced", also Halbbilder mit Zeilensprungverfahren. Dabei wird das Fernsehbild quasi in zwei Hälften geteilt. Pro Bild wird nur jede zweite Zeile übertragen, beim folgenden Bild dann die andere Hälfte der Zeilen. Der Nachteil: Interlaced-Bilder können oftmals deutlich flimmern. Von Full HD spricht man erst ab einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln beziehungsweise 1080p.

Die weiteren Anforderungen für HD ready sind eine digitale Videoschnittstelle (HDMI oder DVI) und der Kopierschutz HDCP. Bei kleineren Fernsehern bis 37 Zoll ist der Unterschied zwischen HD ready und Full HD tatsächlich mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Gerade bei größeren TV-Geräten oder Blu-ray-Filmen fällt der der Qualitätsunterschied allerdings deutlich auf – die Bilder ruckeln bei HD ready nämlich mehr als bei Full HD.

Nach Full HD kommt Ultra HD

Nachdem inzwischen in fast jedem deutschen Wohnzimmer ein Full-HD-Fernseher steht, haben die TV-Hersteller nun den neuen Trend Ultra HD beziehungsweise Quad-Full-HD ausgerufen. Die Technologie wird oftmals auch als 4K bezeichnet, was sich auf die Pixelzahlen von 3840 x 2160 oder 4096 x 2304 (4K2K) bezieht. Das sind viermal mehr Pixel als bei Full HD. Ultra HD bietet somit deutlich mehr Details, bessere Kontraste und ein schärferes Bild als herkömmliches Full HD.

Kurioserweise beschreibt der Begriff Ultra HD gar keinen einheitlichen Standard. Unter das Label wird auch die 8K-Auflösung mit 7680 x 4320 Pixeln gepackt – die UN-Sonderorganisation Internationale Fernmeldeunion (ITU) konnte sich nämlich nicht auf eine einheitliche Pixelanzahl einigen. Das Problem bei Ultra HD: Bislang gibt es nur wenige Filme mit 4K-Auflösung. Die ersten Ultra HD Blu-rays trudeln allerdings langsam ein. HD-Inhalte vom Fernsehprogramm müssen daher von den Fernsehern auf 4K hochgerechnet werden, was noch nicht immer gut funktioniert. Kommen auch noch SD-Bilder ins Spiel, wirkt das Ergebnis sehr oft unbefriedigend und matschig.

Man sollte bedenken, dass Ultra HD Blu-rays nicht nur eine höhere Auflösung bieten, sondern auch einen hohen Kontrastumfang (HDR), einen größeren Farbraum (BT.2020) und eine höhere Bildwiederholrate. Die neuen Ultra HD Blu-rays haben allerdings auch einen Nachteil: 3D-Filme sind nicht mehr vorgesehen und darum gelten Ultra HD Blu-rays eher als Ergänzung zu den bisherigen Full HD Blu-rays und nicht als Ersatz. Für die Wiedergabe von Ultra HD in 60 Hz sind bei Fernsehern die Videoschnittstelle HDMI 2.0 und der Kopierschutz HDCP 2.2 erforderlich.

Welche Auflösung ist denn nun sinnvoll?

Laut einer Faustregel ist die Auflösung des Fernsehers dann optimal, wenn man keine einzelnen Pixel mehr wahrnehmen kann. Je größer der Fernseher und je geringer der Sitzabstand, desto höher sollte zwangsläufig auch die Auflösung des Fernsehers sein. Während bei kleinen 37-Zoll-Geräten und einem Sitzabstand von mehr als zwei Metern auch heute HD ready noch ausreicht, sollte bei allen Fernsehern über 40 Zoll Full HD auf der Verpackung stehen. Bei geringem Sitzabstand sollten Fernseher bis 60 Zoll mindestens HD-Auflösung bieten.

TV-Geräte über 60 Zoll sollten sogar Ultra-HD-Auflösung haben, wenn man kein riesiges Wohnzimmer besitzt. Bei einem Sitzabstand von drei Metern zu einem 40-Zoll-Screen ist der Unterschied zwischen Ultra HD und Full HD mit bloßem Auge hingegen kaum zu erkennen. Ob sich UHD also bereits jetzt lohnt, hängt hauptsächlich vom Geldbeutel ab. Vor allem bei 3D-Filmen bietet die Technik aber schon heute Vorteile. So ist dank UHD erstmals auch mit passiven Brillen 3D in voller Auflösung möglich. Wer einen HDR-Fernseher sowie einen Blu-ray-Player für Ultra HD Blu-rays besitzt, wird außerdem eine deutliche Verbesserung bei Kontrast, Farben und Helligkeit feststellen.

Zusammenfassung

  1. Obwohl SD-Fernseher selbst als veraltet gelten, strahlen viele TV-Sender ihre Programme noch immer in SD aus
  2. SD-Signale können von HD-Fernsehern hochgerechnet werden, das Ergebnis erreicht allerdings nicht die Qualität von hochauflösenden Bildern
  3. HD ready ist nicht Full HD: Während HD ready eine Auflösung von 720p oder 1024i bedeutet, gibt es 1080p erst mit Full HD
  4. Bei kleineren Fernsehern ist der Unterschied zwischen HD ready und Full HD meist nicht zu sehen
  5. Bei größeren Geräten können HD ready-Bilder mehr ruckeln als bei Full HD
  6. Ultra HD bietet viermal mehr Pixel als Full HD und somit mehr Details und bessere Kontraste
  7. Ultra HD Blu-rays bieten nicht nur eine 4K-Auflösung, sondern mit HDR auch einen höheren Kontrastumfang, eine höhere Bildwiederholrate und einen größeren Farbraum
  8. Eine Faustregel: Je größer der Fernseher und je geringer der Sitzabstand, desto höher sollte die Auflösung des Fernsehers sein

Beim Kauf eines neuen Fernsehers ist nicht nur die Frage nach der Auflösung relevant. Grundsätzlich steht eine Entscheidung zwischen Plasma, LCD und LED auf dem Programm. Auch Smart-TV-Funktionen werden immer wichtiger. Das TV-Gerät sollte außerdem die richtigen Anschlüsse haben. Für ambitionierte Heimkino-Fans lohnt sich der Kauf eines 3D-Fernsehers oder eines TV-Geräts mit Curved-Display.

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