Ratgeber

Vor- und Nachteile: Fernsehen per Kabel, Sat, IPTV & DVB-T

Welche Empfangsart eignet sich für den TV-Genuss am besten?
Welche Empfangsart eignet sich für den TV-Genuss am besten? (©Telekom 2016)

Nie zuvor standen so viele Empfangswege für das Fernsehen zur Verfügung wie heute. Egal ob per Kabel, Satellit, DVB-T oder sogar IPTV: Wir erläutern die Unterschiede der jeweiligen Technologien und klären über Vorteile und Nachteile auf.

Vorbei sind die Zeiten, in denen die Fernsehsender ausschließlich per Antenne oder Satellit den Weg in das heimische Wohnzimmer fanden. Mittlerweile können TV-Sender gar per Internet empfangen werden, mit DVB-T2 steht der hochauflösende Nachfolger von DVB-T schon in den Startlöchern. Mitunter ist die Empfangsart bedingt durch örtliche Begebenheiten bereits vorgeben, oftmals hat der Kunde aber auch die Qual der Wahl. Welche Technologie ist am günstigsten, welche bietet das beste Angebot, welche das beste Bild? Wir klären alle diese Fragen und zeigen die Unterschiede von Kabel, Sat, IPTV und DVB-T auf.

1. Satellit: Das insgesamt kompletteste Angebot

 Der Empfang per Satellit ist insgesamt wohl der beliebteste Übertragungsweg. fullscreen
Der Empfang per Satellit ist insgesamt wohl der beliebteste Übertragungsweg. (©Facebook/SES 2016)

Fernsehen per Satellit erfreut sich in Deutschland äußerst großer Beliebtheit. Und das nicht ohne Grund, denn: Wer Satellitenfernsehen (auch DVB-S genannt) empfängt, darf sich über die größte Programmvielfalt freuen. Ein weiterer großer Vorteil: Bis auf die einmaligen Einrichtungskosten ist der Empfang per Satellit kostenlos. Bereits für unter 100 Euro erhält man eine Satellitenschüssel samt LNB, beide Komponenten werden für diese Empfangsart vorausgesetzt. Wer die Installation nicht in Eigenregie durchführen kann, muss mit weiteren Kosten durch einen Fachmann rechnen.

Doch ist die Schüssel erst einmal angebracht und korrekt ausgerichtet, steht dem ungetrübten TV-Genuss nicht mehr viel im Wege. Einen DVB-S-Satellitenreceiver kann man zusätzlich erwerben, für den Empfang wird er oftmals aber nicht mehr zwingend benötigt. Nahezu alle modernen Fernseher haben bereits einen Tuner für den Sat-Empfang integriert, oftmals ist dieser sogar HD-tauglich. Nach einem Sendersuchlauf lassen sich ohne weitere Kosten weit mehr als 600 unverschlüsselte Sender genießen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist in HD-Auflösung kostenlos zu empfangen, sofern dieser überhaupt in HD-Qualität sendet.

Wer die privaten Sender wie RTL oder ProSieben in HD genießen will, muss zahlen – und zwar in Form einer HD+ Smartcard. Die HD Plus Gruppe verlangt derzeit monatlich fünf Euro für ihr Angebot. Wer HD+ direkt am Fernseher ohne Receiver abonnieren möchte, benötigt zusätzlich ein entsprechendes HD+ Modul, für das einmalig 79 Euro fällig werden. Derzeit bietet HD+ mehr als 20 private HD-Sender. Natürlich lässt sich per Satellit auch Pay TV-Platzhirsch Sky zu den gängigen Konditionen abonnieren.

Wirkliche Nachteile gibt es kaum. Die Empfangsqualität ist ausgezeichnet, das Bild kommt zudem nahezu ohne Verzögerung auf den heimischen TV-Bildschirm. Andere Empfangsarten haben hier das Nachsehen. Dafür kann es bei Sat-Empfang vorkommen, dass bei sehr schlechtem Wetter – etwa bei sehr viel Schneefall – das Bild ausfällt. Und: In Mietwohnungen dürfen Sat-Anlagen aufgrund des Mietvertrags oftmals nicht angebracht werden, weswegen diese Empfangsart für viele Menschen leider nicht infrage kommt.

2. Kabel: Der Standard für Mietwohnungen

 Der Empfang per Kabel ist ebenfalls im Regelfall sehr gut, kostet aber eine monatliche Gebühr. fullscreen
Der Empfang per Kabel ist ebenfalls im Regelfall sehr gut, kostet aber eine monatliche Gebühr. (©Unitymedia 2016)

Neben Satellitenempfang ist Kabel (manchmal auch DVB-C genannt) ein weit verbreiteter Empfangsweg. Insbesondere Mietwohnungen kommen im Normalfall mit einem Kabelanschluss daher. Je nach Mietvertrag sind die Kosten für den Anschluss bereits in den Nebenkosten enthalten, oftmals muss man aber auch eine monatliche Gebühr entrichten. Will man Pay TV oder HD-Sender anschauen, muss man ohnehin zahlen. In Deutschland gibt es mehrere große Kabelanbieter wie Ewe Tel oder Unitymedia – eine echte Wahl indes hat der Verbraucher nicht. Denn: Im Regelfall bietet am Wohnort nur ein Betreiber seine Dienste an.

Oftmals werden Kabelanschlüsse mittlerweile zusammen mit einem Internetzugang vertrieben. Die monatlichen Kosten für einen Kabelanschluss betragen für ein gewöhnliches Paket bis zu 20 Euro. Ein Receiver ist nicht zwingend notwendig, die meisten TV-Geräte verfügen mittlerweile über einen DVB-C-Tuner. Die Bilder kommen ohne große Verzögerung zum Zuschauer, hinken aber meist minimal dem Sat-Pendant hinterher. Die Sendervielfalt ist groß und für den normalen Zuschauer absolut ausreichend. So viele Fernsehsender wie Sat bietet diese Technologie aber bei Weitem nicht. Insbesondere kleinere oder ausländische Sender sind eher über Satellit zu empfangen.

3. IPTV: Das Fernsehen per Internet auf dem Vormarsch

IPTV ist eine vergleichsweise neue Technologie für den Empfang von Fernsehsendern. Das Signal wird hierbei per Internet übertragen, eine ausreichend gute Bandbreite wird hier also vorausgesetzt. In ländlichen Regionen mit schlechter Internetanbindung ist diese Technik daher im Regelfall eher weniger verbreitet. Bekannte Anbieter sind hierzulande die Deutsche Telekom oder auch Vodafone. Vermarktet werden derlei Anschlüsse ausschließlich mit einem Internetzugang des jeweiligen Anbieters. Es ist daher nicht möglich, einen DSL-Anschluss von der Telekom zu nutzen und das Angebot von Vodafone in Anspruch zu nehmen.

Der unangefochtene IPTV-Platzhirsch in Deutschland ist die Deutsche Telekom mit ihrem Angebot Entertain. Preislich bewegen sich die Angebote in einem Rahmen zwischen 25 und 50 Euro. Neben eigenen Pay TV-Sendern kann der Kunde auch das Angebot von Sky abonnieren. Anders als bei Kabel oder Sat wird für den Empfang von IPTV ein entsprechender Receiver vorausgesetzt. Ohne ein solches Gerät bleibt der Fernseher dunkel. Die Receiver werden direkt von den Anbietern zur Verfügung gestellt und können gemietet oder gekauft werden. Das hat den Vorteil, dass man eine perfekt abgestimmte Plattform mit vielen Zusatzdiensten erhält und zudem Aufnahmen auf der integrierten Festplatte abspeichern kann.

4. DVB-T: Das praktische Überallfernsehen, DVB-T2 im Anmarsch

 DVB-T ist insbesondere für den Einsatz außerhalb der eigenen vier Wände geeignet. fullscreen
DVB-T ist insbesondere für den Einsatz außerhalb der eigenen vier Wände geeignet. (©picture-alliance/ ZB 2016)

Der Fernsehempfang per DVB-T ist eine unkomplizierte und zugleich äußerst günstige Alternative zu den anderen Empfangsarten – beworben wird es nicht zuletzt als das Überallfernsehen. Und in der Tat benötigt man für den Empfang lediglich eine kompakte Antenne, einen DVB-T-Tuner haben die meisten Fernseher bereits integriert. Die Sender werden digital übertragen. Die zur Verfügung stehende Bandbreite ist vergleichsweise gering, weswegen die Programmvielfalt hier deutlich eingeschränkt ist. Zwar können in vielen Regionen die bekannten öffentlich-rechtlichen Sender empfangen werden, Privatsender sind aber häufig Mangelware. Manche privaten Sender haben die DVB-T-Übertragung bereits eingestellt.

Mit DVB-T2 steht aber bereits der Nachfolger in den Startlöchern – passend zur Fußball-Europameisterschaft in diesem Jahr sollen erste DVB-T2-Übertragungen erfolgen. Ab dem 29. März 2017 werden nach und nach weitere Regionen folgen, bis 2019 wollen alle Sender auf den neuen Standard wechseln. Erstmalig werden Fernsehanstalten ihre Programme dann über DVB-T2 auch in HD ausstrahlen, mehr als 40 HD-Sender wird der neue Übertragungsweg bieten. Kostenlos in HD-Auflösung werden indes nur die Öffentlich-Rechtlichen zu empfangen sein, für die Privatsender in HD wird man hingegen zahlen müssen.

Zudem werden neue Geräte erforderlich, da die bisherigen Fernseher und Receiver den neuen Standard nicht beherrschen und auch nicht nachrüsten können. Da DVB-T2 hierzulande gleich auf das neue Kompressionsverfahren HEVC (h.265) setzt, können Streams deutlich effizienter übertragen werden – und das ohne sichtbare Qualitätseinbußen. Ein neuer Receiver-Kauf wird somit unerlässlich, da voraussichtlich 2019 das bisherige DVB-T-Signal komplett abgeschaltet wird. Eine neue Antenne wird allerdings nicht benötigt.

Auf einem offiziellen Informationsportal zu DVB-T2 kannst Du über die Eingabe Deiner Postleitzahl feststellen, ab wann Dein Wohnort auf den neuen HD-Standard umgestellt wird.

Fazit: Fernsehempfang per Sat ist die beste Möglichkeit

Keine Frage: Wer Fernsehen per Satellit empfängt, darf sich über die mit Abstand größte Programmvielfalt freuen. Außerdem werden nach einmaliger Installation keine monatlichen Kosten fällig, die Empfangsqualität spielt ganz oben mit. Kabel bietet zwar nicht ganz so viele Programme, dennoch ist das Angebot im Regelfall mehr als ausreichend. Dafür sind monatliche Kosten an den Kabelbetreiber zu entrichten. IPTV ist weiter auf dem Vormarsch und bietet viele hilfreiche Features. Allerdings ist man auf eine potente Internetanbindung angewiesen und kann diese Empfangsart nur in Kombination mit einem Internetanschluss des jeweiligen Anbieters nutzen. DVB-T ist eine sehr günstige und unkomplizierte Möglichkeit des Fernsehempfangs, bietet aber keine Inhalte in HD. Aus diesem Grund wird DVB-T häufig auf Zweitgeräten oder unterwegs genutzt.

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