menu

"Fifty Shades of Grey 2": Unsere Filmkritik zum Erotikdrama

Anastasia und Christian können nicht voneinander lassen.
Anastasia und Christian können nicht voneinander lassen.

Es wird noch grauer: Am 9. Februar startet in unseren Kinos der zweite Teil der berühmt-berüchtigten Romanverfilmung "Fifty Shades of Grey", dieses Mal mit dem Zusatz "Gefährliche Liebe". Während der erste Teil bei Kritikern auf sehr geteilte Meinungen stieß, spielten die meist weiblichen Fans der Bestsellervorlage verrückt: Mehr als 570 Millionen US-Dollar brachte das Softerotikdrama weltweit an den Kinokassen ein. Teil zwei soll den Hype wiederholen, was wahrscheinlich gelingen wird – aber zu Recht?

Böse Blicke und silberne Sextoys: Die Story von "Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe"

Nachdem sich die junge Studentin Anastasia Steele (Dakota Johnson, "Chloe rettet die Welt") im ersten Teil der Filmtrilogie von ihrem verruchten Milliardärslover Christian Grey (Jamie Dornan, "The Fall") losgesagt hatte, geht sie ihr Leben neu an. Sie hat einen Job als Assistentin in einem Verlag ergattert und einen guten Draht zum Chef. Doch Grey gibt natürlich nicht so schnell auf. Schon nach einem gemeinsamen Dinner zappelt Anastasia wieder an der Angel des smarten Geschäftemachers. Dieses Mal soll es aber eine normale "Blümchensex"-Beziehung sein, ohne starre Regeln und Bestrafungen wie letztes Mal. Während Anastasia zweifelt, ob das ihrem Christian genügen wird, ist dieser mehr denn je mit sich selbst beschäftigt. Nachts quälen ihn Albträume seiner traumatischen Kindheit.

Anastasia lässt sich derweil wieder auf allerhand sexy Schabernack ein, den sie sonst strikt ablehnen würde. Die subtil im Schoß platzierten Sextoys bereiten ihr aber nach einiger Zeit doch wieder Vergnügen, sodass einer fröhlichen S/M-Beziehung der beiden nichts im Wege zu stehen scheint. Aber nicht nur Greys Schatten der Vergangenheit macht ihnen bald zu schaffen, auch ganz reale Konkurrenz. Wer ist die heruntergekommene Leila, die Anastasia immer wieder auflauert? Und wie wird die reife Verführerin Elena (Kim Basinger), bei der Grey sein sexuelles Können erlernte, mit der jungen Beziehung umgehen?

Vanilleeis mit Schlagsahne

Bei der Produktion und Ausstattung des zweiten "Fifty Shades of Grey"-Teils wurden wieder keine Kosten und Mühen gescheut. Die Akteure bewegen sich in Designeroutfits durch Innenarchitekturträume der obersten Zehntausend. Seattle erstrahlt als hippe junge Kunstmetropole, fortwährend mit romantischen Indie-Coversongs unterlegt. Aber wie beim ersten Teil können auch in "Fifty Shades Darker" (so der Originaltitel von "Fifty Shades Of Grey – Gefährliche Liebe") die Macher damit kaum überspielen, dass ein relativ banaler Softerotikstreifen hinter der Fassade schöner Ausstattung und Körper steckt.

So entschloss man sich etwa nach der Kritik am glattgebügelten Jamie Dornan, ihm jetzt etwas Dreitagebart zu verpassen. Der hilft aber auch nicht dabei, den hölzern und klischeehaft miteinander agierenden Hauptdarstellern etwas knisternde Chemie zu verpassen. Dakota Johnson wirkt sogar der Rolle der nichtssagenden Studentin müde, während Dornan nur als Fitnessmodel überzeugen kann. Schade, denn gerade Dornan ist an sich ein guter Schauspieler – das kann man etwa in der britischen Krimiserie "The Fall" sehen.

"Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe"-Szenenbild fullscreen
"Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe"-Szenenbild
"Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe"-Szenenbild fullscreen
"Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe"-Szenenbild
"Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe"-Szenenbild fullscreen
"Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe"-Szenenbild
"Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe"-Szenenbild fullscreen
"Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe"-Szenenbild
"Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe"-Szenenbild fullscreen
"Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe"-Szenenbild
"Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe"-Szenenbild fullscreen
"Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe"-Szenenbild
"Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe"-Szenenbild fullscreen
"Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe"-Szenenbild
"Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe"-Szenenbild fullscreen
"Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe"-Szenenbild
"Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe"-Szenenbild
"Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe"-Szenenbild
"Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe"-Szenenbild
"Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe"-Szenenbild
"Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe"-Szenenbild
"Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe"-Szenenbild
"Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe"-Szenenbild
"Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe"-Szenenbild

Hier aber wird ein Romantikklischee nach dem anderen abgespult. Auch die "skandalösen" Sadomaso-Spiele sind abermals nicht der Rede wert und dank der einspielträchtigeren Ab-16-Freigabe harmlos wie eh und je inszeniert. Um dem Ganzen etwas vermeintlichen Biss zu geben, griff Regisseur James Foley zu fragwürdigen Mitteln. So wird als dramatischer Effekt in einer der Sexszenen die laut aufgedrehte Hintergrundmusik kurz gestoppt – nur um knallend beim ersten "Stoß" Greys wieder einzusetzen. Das ist so albern, dass man als Kinogänger eher lachen muss, als etwa beschämt zu erröten.

Erotik hat eben doch mehr mit Subtilität zu tun, Foley will sie hier lieber mit dem Vorschlaghammer durchsetzen. Die insgesamt recht ereignislose Geschichte schlägt derweil so unnachvollziehbare und halbgar erzählte Bögen, dass man sich dennoch lieber auf die schönen Körper konzentrieren sollte.

"Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe": Fazit

Alles bloß schöner Schein: Bei "Fifty Shades of Grey 2" kommen nur beinharte Fans des ersten Films auf ihre Kosten. Die toll ausgestattete Erotikromanverfilmung ist so zahm und banal wie der vorangegangene Teil. Von "gefährlicher Liebe" ist genauso wenig eine Spur zu finden wie von wirklich erotischen Sexszenen.

TURN ON-Filmwertung: 2/5

Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe
Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe
  • Datenblatt
  • Originaltitel
    Fifty Shades Darker
  • Produktionsland/-jahr
    USA 2017
  • Genre
    Romantik, Drama
  • Besetzung
    Dakota Johnson, Jamie Dornan, Tyler Hoechlin
  • Regie
    James Foley
  • Kinostart (D)
    09.02.2017
TURN ON Score:
2,0von 5
Kommentar schreiben
Relevante Themen:

Neueste Artikel zum Thema Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe

close
Bitte Suchbegriff eingeben