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"King Arthur"-Kritik: Wilder Mix aus Fantasy und Gangsterfilm

Charlie Hunnam wird im neuen Film von Guy Ritchie zu King Arthur.

Mit seinen "Sherlock Holmes"-Filmen hat Regisseur Guy Ritchie bereits gezeigt, dass er klassischen Stoffen neuen Glanz verleihen kann. Ob ihm das auch mit der Artussage geglückt ist, liest Du in unserer Filmkritik zu "King Arthur: Legend of the Sword".

Es kann nur einen König geben: Die Story

Arthur (Charlie Hunnam, "Sons of Anarchy") wächst in den Slums des mittelalterlichen Londiniums (dem heutigen London) auf. Das harte Leben dort macht ihn stark, aber auch gerecht. In der Nacht plagen ihn allerdings immer wieder Albträume, in denen er mitansehen muss, wie seine Eltern von einem düsteren, magischen Wesen ermordet werden.

Als Arthur, der nichts von seiner majestätischen Herkunft weiß, eines Tages von königlichen Truppen verhaftet wird, bringen sie ihn zu einem Felsen, in dem das sagenumwobene Schwert Excalibur steckt. Der Legende nach kann nur ein geborener König das Schwert an sich nehmen. Als Arthur sich zu seiner eigenen Überraschung als derjenige erweist, ist der regierende König Vortigern (Jude Law) natürlich alles andere als begeistert von der Konkurrenz ...

Guy Ritchie und die Neuerfindung des Historienfilms

Es gibt wohl kaum ein größeres Kompliment für einen Regisseur, als einem Film sofort anzusehen, von wem er gemacht wurde. "King Arthur" ist in vielerlei Hinsicht ein typischer Guy-Ritchie-Film: Schnelles Storytelling, das ja keine Langeweile aufkommen lässt und ein treibender, verdammt cooler Soundtrack sind nur zwei davon. Nicht nur phasenweise erinnert "Legend of the Sword" an frühe Meisterwerke Ritchies wie "Bube, Dame, König, Gras" (1998) oder "Snatch – Schweine und Diamanten" (2000).

Wenn Arthur mit seiner "Gang" aus der Unterwelt Londiniums in schnell hintereinander geschnittenen Szenen das weitere Vorgehen plant oder wir im Zeitraffer das Aufwachsen des jungen Arthurs erleben, ist "King Arthur: Legend of the Sword" sogar ein lupenreiner Heist-Movie. Mit einem auch nur annähernd realistischen oder sogar ernsthaften Historienfilm hat das genau Null zu tun. Das kann man mögen oder nicht, aber eines ist sicher: Es ist extrem kurzweilig.

Coolness ohne Tiefgang

Der lässige Erzählstil, der auf der einen Seite viel Entertainment bietet, geht allerdings leider auch auf Kosten der Charakterentwicklung und lässt auf der anderen Seite die manchmal wünschenswerte Tiefe vermissen. Mit kurzen, immer wiederkehrenden Traumsequenzen und der bereits angesprochenen Zeitrafferjugend des legendären Königs ist der Film sichtlich bemüht, die Traumatisierung Arthurs zu erklären. Wirklich glaubhaft sind diese Ansätze allerdings nicht, weshalb "Legend of the Sword" stellenweise etwas arg prätentiös daherkommt.

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Große Vorbilder

Oft wirkt Guy Ritchies Adaption der klassischen Artussage wie ein wildes Crossover aus "Herr der Ringe" und "Game of Thrones". High-Fantasy-Elemente wie absurd monströse Riesenschlangen, die fesselnd gespielte Magierin Guinevere (Àstrid Bergès-Frisbey) oder die Eröffnungsschlacht mit gigantischen Kriegselefanten haben episches Potenzial und lassen Nerd-Herzen höher schlagen. Auch mit Filmblut und abgetrennten Körperteilen wird nicht gespart – "King Arthur" folgt hier ganz klar dem blutdürstigen Film- und Serientrend, den HBOs "Game of Thrones" insbesondere im Fantasygenre einläutete.

Viel Entertainment, wenig Kult

Trotz all dieser vielversprechenden Zutaten und einem grundsätzlich stimmigen Rezept schafft es "King Arthur: Legend of the Sword" auf wundersame Weise nicht, echte Begeisterung auszulösen. Insbesondere das Finale kommt im Gegensatz zum Rest des Films unerwartet lahm daher, und das von vorne bis hinten durchdachte Blockbusterkonzept raubt dem Film leider jegliches Überraschungsmoment. Auch wenn "King Arthur" vieles richtig macht und solides Entertainment bietet – vom Kultpotenzial, das Guy Ritchies Werke früher ausstrahlten, ist "Legend of the Sword" ein großes Stück entfernt.

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"King Arthur: Legend of the Sword": Fazit

"King Arthur: Legend of the Sword" ist eine erfrischend andere Adaption der klassischen Artussage, die ganz klar die Handschrift des Regisseurs Guy Ritchie trägt. Leider verhindert genau dieser Umstand auch, dass der Film über bloßes Popcorn-Entertainment hinauskommt. Für einen kurzweiligen Kinobesuch ohne Reue taugt "King Arthur" aber allemal.

TURN ON-Wertung: 3/5

King Arthur: Legend of the Sword
King Arthur: Legend of the Sword
  • Datenblatt
  • Originaltitel
    King Arthur: Legend of the Sword
  • Produktionsland/-jahr
    USA 2017
  • Genre
    Action, Abenteuer
  • Besetzung
    Charlie Hunnam, Astrid Bergès-Frisbey, Jude Law
  • Regie
    Guy Ritchie
  • Kinostart (D)
    11.05.2017
TURN ON Score:
3,0von 5
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