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"Logan: The Wolverine"-Filmkritik: Geniales Finale der Trilogie

Logan SW
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Nach "X-Men Origins: Wolverine" (2009) und "Wolverine: Weg des Kriegers" (2013) ist "Logan: The Wolverine" bereits der dritte Soloauftritt des beliebtesten X-Men-Mutanten. Warum der neue Film die eher durchwachsenen ersten beiden bei Weitem übertrifft, liest Du in unserer "Logan"-Filmkritik.

Ein Mutant muss tun, was ein Mutant tun muss: Die Story

Im Jahr 2029 ist nichts mehr übrig von den glorreichen X-Men. Fast nichts. Seit 25 Jahren wurde kein Mutant mehr geboren. Die einzigen Überlebenden sind Logan aka Wolverine (Hugh Jackman), Professor Charles Xavier (Patrick Stewart) und Caliban (Stephen Merchant). Doch auch sie haben schon bessere Zeiten gesehen: Professor X hat mit Alzheimer und schweren Anfällen zu kämpfen, Logan verdingt sich als Limousinenchauffeur und Caliban ist dazu verdammt, den Babysitter für Professor X zu spielen. Eines Tages wird das trostlose Trio von einer mysteriösen Frau aufgesucht, die um Hilfe bittet. Sie behauptet, ihr Kind wäre ein Mutant. Logan glaubt ihr nicht und möchte zunächst nichts davon wissen. Doch schon bald wird ihm klar, dass er keine andere Wahl hat …

Die wahre Natur des Wolverine

"Logan: The Wolverine" ist der wohl bisher konsequenteste Wolverine-Film – wenn nicht sogar der konsequenteste Superhelden-Movie überhaupt. Gegen Hugh Jackmans zerschlissenen, wütenden und von Todessehnsucht geplagten Superhelden wirkt Christian Bales Batman aus "The Dark Knight" so düster wie ein Pfadfinder im Halloweenkostüm. Und Regisseur James Mangold verliert keine Zeit, das jedem Zuschauer zu zeigen: Gleich in der ersten Szene des Films fliegen so viele blutige Gliedmaßen durch die Gegend, dass man sich wie in einer kuriosen Splatter-Version des X-Men-Universums vorkommt. "Logan" ist ein kräftiger Schlag in die Magengrube – und zwar im besten Sinne. Wo "Deadpool" (2016) in Sachen Brutalität aufhörte, fängt der neue Wolverine erst an. Das mag für den einen oder anderen Marvel-Fan, der lockere Punchlines und unblutige Actionszenen gewohnt ist, ein schockierendes Erlebnis sein. Doch gerade diese kompromisslose Darstellung Wolverines fängt seine wahre Natur präzise ein und macht "Logan" damit zu dem Wolverine, den sich viele Comic-Fans schon seit Jahren wünschen.

Auf den Spuren von Clint Eastwood

Wer jetzt denkt, dass der ganze Film ein einziges Schlachtfest geworden ist, der irrt. Immer wieder nimmt Mangold geschickt das Tempo raus und bettet die kurzen, aber heftigen Kampfszenen in eine ansonsten überraschend tiefgründige Story ein, die weit mehr als nur Blut zu bieten hat. Stellenweise erinnert "Logan" dabei nicht nur wegen der Landschaftsaufnahmen mehr an einen Western als einen Science-Fiction-Film. Wolverine ist ein Einzelgänger, gezeichnet von der Vergangenheit und – alt. Wir reden hier von dieser Art Alter, die einem Helden jegliche Illusion auf ein glückliches Ende genommen hat. Die Wunden heilen nicht mehr so schnell. Das macht Wolverine nicht nur grimmig, sondern auch verletzlich – trotzdem (oder gerade deswegen) flößt er seinen Gegnern immer noch Respekt und Furcht ein. Hugh Jackman überzeugt nicht nur in der Rolle des alten Haudegens, er erfindet sie für das Superheldengenre komplett neu – Clint Eastwood himself hätte Logan nicht besser verkörpern können.

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Wolverine ist tot, es lebe Wolverine

"Logan: The Wolverine" wäre schon allein deshalb ein wirklich guter Film. Doch es gibt noch mehr Goodies: Zum Beispiel werden – das erste Mal überhaupt (!) – die X-Men-Comics in einem X-Men-Film erwähnt. Wolverine bezeichnet sie als Träumereien, als nicht wahrheitsgetreu und rechnet damit sinnbildhaft auch gleich mit allen vorherigen Filmen der Reihe ab. Und dann wäre da noch der kleine Mini-Wolverine Laura aka X-23 (Dafne Keen), der sich an Logans Seite durch die Gegend metzelt. Einem 11-jährigen Mädchen derartige Actionszenen (ohne jegliches Augenzwinkern wie zum Beispiel bei Chloë Grace Moretz als Hit-Girl in "Kick-Ass" (2010)) anzuvertrauen, ist so ungewöhnlich wie mutig und sorgt für jede Menge "Wow"-Momente. "Logan" ist damit mehr als nur eine Abrechnung mit der eigenen Vergangenheit. Der Film zeigt auch eine mögliche Zukunft des Franchise. Wir dürfen gespannt sein, wohin sie uns führen wird.

"Logan: The Wolverine": Fazit

In "Logan: The Wolverine" sehen wir einen ungewohnt verletzlichen Superhelden, der so hart austeilt wie noch nie. Die düstere und brutale Inszenierung wird von einer überraschend tiefgründigen Story getragen, und das westernartige Look-and-Feel steht dem Film sehr gut. Das ist der Wolverine, auf den viele Fans seit Jahren gewartet haben.

TURN ON-Wertung: 4,5/5

Logan: The Wolverine
Logan: The Wolverine
  • Datenblatt
  • Originaltitel
    Logan
  • Produktionsland/-jahr
    USA 2017
  • Genre
    Action, Fantasy, Comicverfilmung
  • Besetzung
    Hugh Jackman, Patrick Steward, Boyd Holbrook, Dafne Keen
  • Regie
    James Mangold
  • Kinostart (D)
    02.03.2017
TURN ON Score:
4,5von 5
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