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"4 Blocks"-Recap zum Finale von Staffel 3: Brüder für immer

4 Blocks
Tief durchatmen, gleich wird's brenzlig! Bild: © Julian Baumann/Turner Broadcasting System Europe Limited – a WarnerMedia Company / W & B Television GmbH & Co. 2019

Es heißt, Abschied zu nehmen von "4 Blocks": Toni steht mit dem Rücken an der Wand, Zeki bekommt mächtig Ärger und die Polizei will endlich den Hamady-Clan im großen Stil hochgehen lassen. Ob das geklappt hat und was sonst noch im Serienfinale passiert ist, erfährst Du in unserem Recap.

Achtung, Spoiler!
Es folgen Konkrete Informationen und Inhalte zum großen Finale von Staffel 3. Falls Du Folge 6 noch nicht gesehen hast, liest Du auf eigene Gefahr weiter.

Eins, zwei, Polizei

Im Finale startet "4 Blocks" mit dem Handlungsstrang von Karami: Dem ist nämlich die Polizei dicht auf den Fersen und plant, ihn hochzunehmen. Dafür verfolgen sie sein Auto zum vereinbarten Treffpunkt, den sie über einen Mittelsmann herausgefunden haben. Doch schon zu dem Zeitpunkt, zu dem zwei Autos die Parkgarage des Hotels verlassen – ein prolliger Edel-SUV sowie ein heruntergekommener Van mit Schlüsseldienst-Werbung – war mir klar, dass die Polizei erneut auf eine falsche Fährte gelockt wird.

Stärker als zuvor fällt mir in Staffel 3 auf, wie dusselig die Polizei bei mehr als einer Gelegenheit dargestellt wird: als Institution, die einfach nichts auf die Kette bekommt. Allerdings wird auch ersichtlich, wieso: Getreu dem Motto "Aller guten Dinge sind drei" ahne ich bereits, dass Einsatzleiterin Winter am Ende der ganz große Coup gelingen wird, der letztlich auch ihre Kritiker zum Verstummen bringt.

Problemlösung auf Hamady-Art

Als Karami am wirklichen Treffpunkt und ohne Polizeieskorte ankommt, sitzt dort ein Verbündeter der Hamadys, den der Libanesen zum Überlaufen überreden will. Doch der bleibt standhaft und überlässt Toni (bzw. inzwischen ja richtigerweise Ali) das Feld. Aber der ist überhaupt nicht gut aufgelegt: "Du hast mich zusammenschlagen lassen, und das habe ich akzeptiert. Du hast meinen Cousin Latif töten lassen, auch das habe ich akzeptiert. Den Hund, der dein Geld geklaut hat, wolltest du haben. Du hast ihn bekommen und er ist tot. Das haben wir auch akzeptiert", erklärt Toni mit ruhiger Stimme. "Und dann versuchst du, mich und meine Tochter zu töten? Denkst du, wir haben Angst vor dir? Denkst du, wir ziehen das nicht durch?"

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"Redest Du mit mir? REDEST DU MIT MIR??" Bild: © Julian Baumann/Turner Broadcasting System Europe Limited – a WarnerMedia Company / W & B Television GmbH & Co. 2019

Doch, tun sie! Erst richtet Jamal Karamis Handlanger hin, bevor er die Waffe auf den Drogenboss selbst richtet. Doch der hat noch eine letzte Warnung für Toni auf Lager: "Mich zu töten, wird dich nicht retten." Doch obwohl Toni bereits mit dem Rücken zur Wand steht und es laut Karimi überall auf der Welt Leute geben wird, die ihm nach dem Leben trachtet, antwortet dieser nur mit einem Kopfschuss. Ein Problem weniger ...

Leg' dich nicht mit den Hamadys an!

Maruf versucht unterdessen, ein letztes Mal Jamila umzustimmen, sich für ihn zu entscheiden und nicht nach London zu gehen. Als sie ihn jedoch erneut zurückweist, zeigt er sein gekränktes Ego auf eine Art und Weise unterster Schublade: Er steckt ihr Geld zu und demütigt sie öffentlich mit den Worten "Danke für Deine Dienste!" Autsch!

Zeitgleich wird Pascals Wohnung gestürmt, allerdings nicht von der Polizei, sondern von zwei Hamady-Haudegen. Sie wollen ein ernstes Wörtchen mit Zeki reden. Übel zugerichtet landet der in einem Keller der Hamadys, in den auch Maruf gebracht wird. Was mit Pascal passiert ist, wird leider bis zum Schluss nicht geklärt. Aber vermutlich ist er für die Hamadys nicht relevant genug, da der kriminelle Impuls sich gegen die Familie zu stellen, von Zeki ausgegangen ist.

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Tja, Zeki: Hochmut kommt vor dem Fall. Bild: © Julian Baumann/Turner Broadcasting System Europe Limited – a WarnerMedia Company / W & B Television GmbH & Co. 2019

Um zu beweisen, dass Maruf nicht gegen, sondern mit den Hamadys arbeitet, soll er Zeki umlegen. Unter Druck und mit der Angst, selbst sonst draufzugehen, drückt Maruf mehr oder weniger freiwillig ab. So freiwillig, wie es nun sein kann, wenn einem selbst eine Knarre an den Kopf gehalten wird. Allerdings verfehlt Maruf und Zeki wird nur gestreift bzw. habe ich nicht gesehen, ob und wo er getroffen wurde. Ist aber auch egal, denn plötzlich stürmen schwer bewaffnete Einsatzkräfte den Raum und nehmen alle fest.

Diese verfluchten Wanzen

Somit sind jetzt alle anderen Handlungsstränge weitestgehend abgeschlossen und der Fokus liegt fast komplett auf Toni und Abbas. Für Toni ist nach der Ermordung von Karami klar: Er muss Berlin verlassen – und zwar so schnell wie möglich. Bevor er aufbricht, erreicht ihn bereits der erste Drohanruf eines Unbekannten. Die Libanesen sind an ihm dran ...

Als Toni bei Abbas aufschlägt, ändert eine vermeintlich zufällige Situation alles: Ein Techniker möchte die Heizung warten, was Toni beiläufig Abbas erzählt. Dabei wurde doch gerade erst die Heizung gewartet, erwidert Abbas. Und plötzlich herrscht Stille: Toni untersucht alle Heizkörper nach Wanzen und wird fündig! Seit mehreren Wochen wird die Bude von Abbas nun schon abgehört ...

Brüder für's Leben

Nun heißt es erst recht die Beine in die Hand zu nehmen. Vorher müssen sie aber noch einen Zwischenstopp in einer Bar machen, damit Abbas die geklauten Diamanten zu Geld machen kann. Passt Toni natürlich gar nicht, weil es unnötig Zeit kostet. Mit Diamanten durch die Gegend zu fahren erscheint ihm allerdings auch nicht die beste Idee zu sein.

Und es kommt, wie es kommen muss: Während Toni im Auto auf Abbas wartet, stürmen Einsatzkräfte die Bar und umzingeln sie. Die Option zur Flucht kommt für Abbas nicht mehr infrage, denn die Polizisten warten von allen Seiten auf ihn. Er stellt sich den Beamten, hält seine Waffe zunächst in die Luft – und feuert dann plötzlich mehrere Schüsse auf die Einsatzkräfte. Die lassen sich nicht lange bitten und schalten Abbas mit ein paar gezielten Schüssen aus. Toni muss also mit ansehen, wie sein Bruder vor seinen Augen niedergeschossen wird. Er selbst entschließt sich aber im letzten Moment zur Flucht.

Aller guten Dinge sind drei – echt jetzt!

Für die Polizei und vor allem für Einsatzleiterin Winter läuft's: Sie veranlasst einen Großeinsatz und lässt alle Unterschlupfe der Hamadys hochgehen. Unter anderem wird dabei die Wohnung von Jamal gestürmt, der vor den Augen seiner Mutter abgeführt wird. Durch die Wanzen und eine Aussage von Rottenburg hat die Polizei mehr als genug Hinweise, um ihn hinter Gitter zu bringen.

Lieber ein Ende mit Schrecken ...

Viele Optionen bleiben Toni in dieser Situation nicht mehr – und das weiß er auch. Er flüchtet sich in das Haus, das er eigentlich für sich und seine Tochter gekauft hat, um mit ihr ein ruhiges Leben zu führen. Mit einer Waffe in der Hand lässt er sich auf das Bett von Serin sinken und blickt ins Leere. Wahnsinn, was sich dabei in Tonis Gesicht alles abspielt: Trauer, Wut, Aufgabe, Fassungslosigkeit. Die Kamera fährt anschließend aus dem Zimmer heraus und lässt Toni alleine. Ich habe zu jeder Sekunde auf den Schuss gewartet, doch er blieb aus.

So lange, bis plötzlich zwei schwarze Autos aufs Grundstück fahren. Aus der Vogelperspektive ist nur zu sehen, wie vier Männer ins Haus gehen. Das meiste spielt sich allerdings auf akustischer Ebene ab. Zu hören ist das Entsichern einer Waffe – und einen Schuss. Bei den Männern handelt es sich nämlich nicht um die Polizei (wie ich erst fälschlicherweise angenommen hatte), sondern um die Libanesen. Und denen will Toni ganz sicher nicht in die Hände fallen und entscheidet sich stattdessen für den Freitod.

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Ciao, Toni! War schön mit Dir! Bild: © Turner Broadcasting System Europe Limited – a WarnerMedia Company / W & B Television GmbH & Co. / Julian Baumann 2019

Fazit: So muss Serie!

Mit Staffel 3 geht eine der in meinen Augen besten deutschen Serien zu Ende. Einer der größten Pluspunkte ist, dass die Geschichte nun abgeschlossen ist und nicht unnötig in die Länge gezogen wird, wie es bei manch anderen Serien der Fall ist.

Die Story war von Anfang an stark und wurde durch ihre Schauspieler getragen. Ebenfalls positiv hervorzuheben ist, dass Toni und die anderen Beteiligten ein bitteres und meist tödliches Ende erwartet hat. Ich bin großer Toni-Fan, keine Frage. Aber wer so viel Dreck am Stecken hat, darf meiner Meinung nach einfach nicht so leicht davonkommen. Auch wenn ich mir für ihn ein versöhnlicheres Ende im Knast gewünscht hätte, hat mir der tatsächliche Ausgang extrem gut gefallen.

Allerdings haben sich die Macher ein kleines Hintertürchen für eine Fortsetzung oder ein Spin-Off dann doch noch offen gelassen. Ich sage nur: Post-Credit-Scene.

TURN ON-Score: 4,5/5

Das sagt Christin:
Wie interpretierst Du die Szene nach dem Abspann? Für mich wirkt es, als habe Maruf die Familie bei der Polizei verraten, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Zugleich macht es aber auch den Anschein, dass er das "Familiengeschäft" wieder aufleben lassen will.

Lass' es mich in den Kommentaren wissen.
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