Meinung

Game of Thrones Staffel 7 Episode 4 Review: Dracarys!

In der jüngsten "Game of Thrones"-Episode von Staffel 7 gab es feurige Unterhaltung.
In der jüngsten "Game of Thrones"-Episode von Staffel 7 gab es feurige Unterhaltung. (©HBO 2017)

Na also, geht doch! In Episode 4 ("Kriegsbeute") haben es die "Game of Thrones"-Macher endlich so richtig krachen lassen und den einen oder anderen Lannister-Soldaten zu Schaschlikspießen verarbeitet. Doch es gab noch viel mehr als brandgefährliche Drachen-Action zu sehen.

Achtung, Spoiler! Wie immer warnen wir an dieser Stelle vor detaillierten Informationen zur aktuellen "Game of Thrones"-Folge von Staffel 7. Weiterlesen also auf eigene Gefahr.

Nach dem Ende der vierten Episode mit dem Titel "Kriegsbeute" hatte ich einen ziemlichen Ohrwurm. Mir schwirrte die ganze Zeit Ellie Gouldings "Burn" im Kopf herum. Kein Wunder, denn Daenerys Targaryen ist komplett ausgerastet und hat kurzerhand mit Drogon den Aufenthaltsort der Lannister-Soldaten zum Schlachtfeld erklärt.

 Drogon ist "not amused". fullscreen
Drogon ist "not amused". (©HBO/Sky 2017)

Einmal gerösteter Soldat am Spieß, bitte!

Jaime Lannister war nicht nur von der gigantischen Menge an Dothraki-Reitern überrascht, sondern guckte ziemlich panisch aus der Wäsche, pardon Rüstung, als zur Krönung auch noch ein gigantischer Drache am Horizont erschien. Es reichte ein kurzer "Dracarys!"-Befehl von Daenerys und ihr schuppiger Hausdrache legte den Bereich in der Weite in kürzester Zeit in Schutt und Asche – buchstäblich.

Ein bisschen lachen musste ich aber, als Jaime Lannister versucht hat, mit einigen Bogenschützen den Drachen vom Himmel zu holen. Der dachte sich vermutlich auch seinen Teil und ließ die Zahnstocher einfach an seinen Schuppen abprallen. Nice try!

Hier gibt es übrigens ein ausführliches Featurette darüber, wie die Szene gedreht und konzipiert wurde:

Daenerys folgt Olennas Worten

Das Ende der Folge war für mich in gewisser Weise ein Wechselbad der Gefühle: Es war eine Schlacht, die man als solche gar nicht mit ansehen wollte. Daenerys' Entschluss war nachvollziehbar und ich muss gestehen, dass ich genauso gehandelt hätte. Aber eigentlich will doch niemand, dass die Mutter der Drachen genauso verrückt wie ihr Vater wird, sondern einen diplomatischeren Weg einschlägt. Dann ist da natürlich Tyrion, der zwar auf der Seite seiner Königin kämpft, aber letztendlich auch seinen Bruder auf dem Schlachtfeld beobachtet und hofft, dass dieser unbeschadet aus der Sache rauskommt.

 Ein Wort von Daenerys reichte und die Lannister-Soldaten wurden geröstet. fullscreen
Ein Wort von Daenerys reichte und die Lannister-Soldaten wurden geröstet. (©HBO 2017)

Genau wie Tyrion wollte auch ich nicht, dass Jaime etwas passiert, denn inzwischen hat man ihn gern und oft genug seine guten Seiten gesehen. Gleiches gilt für Bronn, der irgendwie ein ziemlich geselliger Zeitgenosse ist. Und hey, immerhin hat er es geschafft, einen gigantischen Pfeil im Flügel des Drachen zu versenken. War allerdings auch ein kurzlebiger Erfolg, da Drogon daraufhin den Skorpion in Flammen setzte.

Fieser Cliffhanger

In diesem Sinne: Herzlichen Dank an die "Game of Thrones"-Macher. Durch sie war ich den ganzen Montagabend damit beschäftigt, mir darüber Gedanken zu machen, wer 1.) Jaime Lannister davor bewahrt hat, zu Rauchfleisch verarbeitet zu werden und 2.) ob er überleben wird! Als Retter kommen eigentlich nur Bronn oder Dickon Tarly (höhö) infrage. Allerdings glaube ich, dass es Bronn war, da Dickon zuvor bereits die Chance bekam, Jaime das Leben zu retten.

 Welches Schicksal erwartet bloß Jaime Lannister? fullscreen
Welches Schicksal erwartet bloß Jaime Lannister? (©Macall B. Polay/HBO 2017)

Von Ladys und Assassinen

Doch genug von der Schlacht, denn es gab noch so viel mehr Erwähnenswertes in Episode 4 von Staffel 7. Unter anderem kam es einmal mehr zu einer Familienzusammenführung, denn Arya erreichte endlich Winterfell. Doch war das irgendwie ein bisschen befremdlich. Klar, Arya und Sansa haben sich gefreut, sich endlich wiederzusehen, doch es war zugleich auch etwas seltsam. Vermutlich haben beide realisiert, dass sie heute wie damals sehr unterschiedliche Entwicklungen durchgemacht haben. Das zeigen auch ihre Aussagen, dass beide eine lange Geschichte zu erzählen haben. "Aber unsere Geschichten sind noch nicht zu Ende", betonte Arya einmal mehr.

 Das Wiedersehen zwischen Sansa und Arya war etwas verhalten. fullscreen
Das Wiedersehen zwischen Sansa und Arya war etwas verhalten. (©Helen Sloan/HBO 2017)

Besonders der Blick von Sansa auf Arya, als diese mit Brienne in Winterfell trainierte, ließ mich stutzig werden. Was hatte das nur zu bedeuten: Macht sie sich Sorgen über die Entwicklung ihrer kleinen Schwester? Immerhin ist die zu einer Meister-Assassinin geworden. Oder schwingt gar etwas Stolz bei Sansa mit, dass Arya so tough geworden ist? Sieht sie etwa den Vorteil, den sie durch Arya nun hat?

"Chaos ist eine Leiter"

Auch das Zusammentreffen mit Bran war etwas befremdlich. Klar, Arya hat sich tierisch über ihn gefreut, doch er blieb sehr distanziert. Wie er selbst zuvor sagte, ist er nicht mehr der Bran von früher. Er ist jemand anderes, der so viel mehr weiß und gesehen hat, als alle anderen. Fluch oder Segen? Vermutlich beides ...

 Endlich wieder vereint: Sansa, Arya und Bran Stark. fullscreen
Endlich wieder vereint: Sansa, Arya und Bran Stark. (©Helen Sloan/HBO 2017)

Und natürlich hatte auch Petyr Baelish wieder seinen Auftritt – doch auch der warf mehr Fragen auf. Denn was sollte seine Dolch-Story? Und warum schleimt er sich so unfassbar bei den Stark-Kindern ein? Mal ehrlich, seine Fürsorge-Nummer kauft ihm doch sowieso niemand ab ... und wieso ist Kleinfinger überhaupt im Besitz des Dolches, mit dem der Stark-Spross einst ermordet werden sollte? War Baelish gar der mysteriöse Angreifer in Staffel 1?

Mit einem Satz am Ende des Gesprächs hat Bran allerdings für Überraschung bei Petyr Baelish gesorgt. Weiß Kleinfinger nun etwa um die Gabe von Bran? Der sagte abschließend nämlich: "Chaos ist eine Leiter." Diesen Satz sagte Baelish bereits in Staffel 3, Episode 6 zu Varys in einem privaten Treffen, von dem niemand etwas wusste. Der intensive Blick, den Kleinfinger Bran zuwarf, spricht Bände. Es scheint, als habe es der Dreiäugige Rabe bewusst darauf angelegt ...

Jon Snow platzt beinahe der Kragen

Kurzfristig brenzlig wurde es auch auf Drachenstein, als Theon Graufreud den Strand erreichte und dort auf Jon Snow traf. Ich war kurzzeitig angespannt, da ich nicht genau wusste, wie der König des Nordens wohl reagieren würde. Ich war überrascht, wie zivilisiert sich Jon Snow verhalten hat – niemand hätte es ihm verübelt, wenn er Theon eine reingehauen hätte. Doch seine Worte waren umso deutlicher: "Was Du für sie [Sansa] getan hast, ist alles, was mich davon abhält, Dich zu töten."

 Jon Snow hat mit Theon Graufreud noch ein Hühnchen zu rupfen. fullscreen
Jon Snow hat mit Theon Graufreud noch ein Hühnchen zu rupfen. (©Macall B. Polay/HBO 2017)

Kleiner Reminder: Theon hat damals die Starks hintergangen und durch einen Hinterhalt Winterfell eingenommen. Beinahe hätte er sogar die Stark-Kinder Bran und Rickon getötet, die jedoch in letzter Minute mit der Hilfe von Hodor (Hodor!) und Osha fliehen konnten. Ich glaube (und hoffe), dass die Differenzen zwischen den beiden noch nicht endgültig ausgetragen sind.

Mein Fazit zur vierten "Game of Thrones"-Folge von Staffel 7

Die aktuelle Staffel 7 wird von Episode zu Episode stärker. Solange es am Ende mit einer feurigen, explosiven oder actionreichen (gerne auch alles zusammen) Schlacht endet, können die beteiligten Charaktere gerne vorher so viel debattieren, wie sie möchten. "Kriegsbeute" war in jedem Fall das Highlight der neuen Staffel, doch noch kommen drei Episoden.

 Sehen wir hier neue Verbündete im Kampf gegen Cersei? fullscreen
Sehen wir hier neue Verbündete im Kampf gegen Cersei? (©HBO 2017)

Und jetzt wissen wir auch endlich, welche Szene gemeint war, mit der sich "Game of Thrones" am liebsten einen Eintrag ins Guinness-Buch gesichert hätte. Dass Episode 4 nur 50 Minuten lang war, habe ich nicht gemerkt. Für mich war sie zu kurz – wie alle anderen Folgen auch.

Sehe ich mir jetzt noch einmal mein Fazit zu Episode 3 an, scheinen sich meine Befürchtungen nicht bestätigt zu haben. Daenerys konnte sich aus der Schlinge herauswinden und den Lannisters einen deftigen Denkzettel verpassen.

Gedanken, die mir nach Episode 4 noch im Kopf herumschwirren

  • Warum hat Sansa solche zwei Flitzpiepen als Wachen von Winterfell beauftragt?
  • Jetzt, wo ich mir sicher bin, dass Daenerys und Jon Snow verwandt sind, sollen bitte diese amourösen Anspielungen aufhören!
  • Seit wann ist Ser Davos eigentlich so lustig?
  • Weshalb ist Daenerys auf Nummer sicher gegangen und hat nur einen Drachen mit zur feurigen Party gebracht? Wusste sie, dass einer reichen würde?
  • Was zur Hölle hat Petyr Baelish vor????

TURN ON-Score: 5/5

Die neueste "Game of Thrones"-Episode von Staffel 7 läuft jeden Montag um 20:15 Uhr auf Sky Atlantic oder steht via Sky Ticket jederzeit zum Abruf bereit.

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