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Serien-Tipp

Geheimtipp: Du liebst "Modern Family"? Dann schau "Life in Pieces"

Life in Pieces
Mit dieser Familie wird's nie langweilig. Bild: © Facebook/LifeInPiecesTV 2020

Ich habe mich Hals über Kopf verliebt – und zwar in die Comedy-Serie "Life in Pieces"! Ich bin selbst nur aufgrund einer Empfehlung darauf aufmerksam geworden. Kaum lief die erste Folge, konnte ich nicht mehr aufhören. Ein echter Geheimtipp, den ich Dir nun ans Herz lege!

Mit neuen Serien ist es immer so eine Sache. Es passiert nicht oft, dass sie mich direkt in ihren Bann ziehen, ich eine Folge nach der anderen schaue und die Zeit völlig vergesse. Vor allem Comedy-Serien haben es bei mir sehr schwer. So erfolgreich und beliebt "Big Bang Theory" oder "How I Met Your Mother" auch sein mögen, bei mir haben sie einfach nicht gezündet. Dann kam "Life in Pieces" und alle 79 Folgen waren in Windeseile durchgeschaut.

Worum geht's?

Das Motto der Serie lautet "Eine große Familie. Vier kurze Geschichten." – und genau das ist Programm: In "Life in Pieces" geht's um die Familie von John (James Brolin – korrekt, der Vater von Josh Brolin) und Joan Short (Dianne Wiest). Neben dem Ehepaar gehören auch ihre drei erwachsenen Kinder dazu: Greg (Colin Hanks – ja, der Sohn von Tom Hanks), Matt (Thomas Sadoski – jawoll, der Mann von Amanda Seyfried) und Heather (Betsy Brandt).

Die einzige Tochter hat schon längst ihre eigene fünfköpfige Familie. Greg und seine Frau Jen (Zoe Lister-Jones) bekommen bald ihr erstes Kind. Matt ist das Sorgenkind der Familie, bei dem es in der Vergangenheit weder beruflich noch in der Liebe so recht klappen wollte.

Jede Episode, die etwa 20 Minuten lang ist, besteht aus vier Kurzgeschichten, von denen sich jede einem Familienteil widmet. Das erinnert ohne Frage stark an den Stil von "Modern Family" – eine Parallele lässt sich nicht abstreiten. Allerdings sind die kurzen Geschichten in "Life in Pieces" trotz einer fortlaufenden Gesamthandlung in sich abgeschlossen und nicht miteinander verbunden.

"Modern Family" lässt grüßen

Ich liebe "Modern Family" und habe die Staffeln gerne geschaut. Vermutlich gefällt mir deswegen "Life in Pieces" so sehr, auch wenn hier der dokumentarische Stil fehlt. In einer Hinsicht gefällt mir "Life in Pieces" sogar besser: Die Charaktere sind greifbarer. Die Geschichten wirken mehr aus dem Leben gegriffen, weshalb ich mich besser mit ihnen identifizieren kann.

Natürlich bedient die Comedy-Serie zahlreiche Klischees, aber durch die Kürze der Geschichten, den tollen Cast und den großartigen, teils schwarzen Humor kann ich gut darüber hinwegsehen. Es sind einfach kurze Momente (oder eben "Stückchen") aus dem Leben einer Großfamilie, die viele von uns nur allzu gut kennen.

Das erste Mal, wenn ein neuer Partner zur Familie stößt, die Unvorhersehbarkeiten einer Geburt, die Schwierigkeiten, nachdem man nach vielen Jahren seinen Job aufgibt und Rentner wird, der Wechsel von den heimischen vier Wänden aufs College oder auch die Herausforderung, schwanger zu werden.

Noch ein Geheimtipp?
Kollege Wolf hat sich vor Jahren in die Comedy-Serie "Spaced" schockverliebt. Was die Serie so besonders und in seinen Augen so viel besser als "The Big Bang Theory" macht, erklärt er in seinem Essay.

Sophia rockt "Life in Pieces"

Jede der Figuren hat ihre besondere Eigenart, hat liebenswerte Eigenschaften oder auch nervige Macken. Ein Charakter ist mir jedoch besonders ans Herz gewachsen: die kleine Sophia Hughes, das Nesthäkchen der Familie. Schauspielerin Giselle Eisenberg gelingt ein sympathischer Spagat zwischen toughem Selbstbewusstsein und kindlicher Naivität. Sophia ist unglaublich clever und mit ihrem trockenen Humor sorgt sie regelmäßig für die größten Lacher. Well done, junge Lady.

Oft hat sie den Durchblick, der ihrer Familie fehlt, zeigt sich zuweilen sehr erwachsen – und im nächsten Moment ist sie am Boden zerstört, weil der Weihnachtsmann und der Osterhase nur Lügenmärchen sind. Man kann Sophia eigentlich nur mögen. Lily aus "Modern Family" ist ähnlich angelegt, allerdings nervt mich ihr Charakter mehr, als dass ich ihr etwas Positives abgewinnen kann.

Es gibt einen Haken ...

Der einzige Nachteil: "Life in Pieces" wurde nach nur vier Staffeln überraschend abgesetzt. US-Sender CBS zog den Stecker. Dabei liegt die Vermutung nahe, dass sie diesen Plan schon frühzeitig gefasst haben. Nachdem die ersten drei Staffeln jeweils 22 Episoden hatten, bekam Staffel 4 nur noch 13 Folgen. Das heißt jedoch nicht zwingend, dass es gar kein Wiedersehen mehr mit der sympathischen Chaosfamilie geben wird. Dass ein anderer Sender "Life in Pieces" weiterführt, ist zumindest nicht ausgeschlossen. Hat bei "Brooklyn Nine-Nine" und "Lucifer" schließlich auch funktioniert.

Das Ende von Staffel 4 ist zwar nicht optimal, funktioniert aber auch als Serienfinale – man muss halt nur zwei Augen zudrücken.

Fazit: Anschalten, zurücklehnen, wohlfühlen, mitlachen

Wenn Du "Modern Family" magst, wirst Du "Life in Pieces" lieben – glaub's mir. Nach spätestens zwei bis drei Folgen wird Dich die Sucht packen und Du kannst nicht mehr aufhören. Und wenn Du durch bist, hoffen wir einfach gemeinsam, dass sich ein Sender findet, der "Life in Pieces" eine weitere Staffel spendiert ...

Sendehinweis
Alle vier Staffeln "Life in Pieces" stehen via Amazon Prime Video zum Streaming bereit. Tipp meinerseits: Wenn es Dir möglich ist, schau die Serie unbedingt im Originalton. Die Gags zünden auf Englisch viel besser als auf Deutsch.
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