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"Mary Poppins' Rückkehr"-Kritik: Fast so zauberhaft wie das Original

In "Mary Poppins' Rückkehr" erwartet uns ein ganz neues magisches Kindermädchen.
In "Mary Poppins' Rückkehr" erwartet uns ein ganz neues magisches Kindermädchen.
Daniela Li Träumt von der "Walker Stalker Cruise" – oder einem Urlaub in Hauros wandelndem Schloss.

Mit "Mary Poppins' Rückkehr" führt Disney die Geschichte des wohl magischsten Kindermädchens aller Zeiten nach 54 Jahren endlich fort. Doch kann das Sequel den Zauber wirklich in den Kirschbaumweg Nummer 17 zurückbringen?

Und vielleicht noch viel wichtiger: Ist Mary Poppins noch immer so superkalifragilistikexpialigetisch, wie Julie Andrews sie einst verkörpert hat? Unsere Filmkritik sorgt für Aufklärung.

Noch immer mit einem Löffelchen voll Zucker? Die Story

Jahre sind vergangen, seitdem Mary Poppins als Kindermädchen bei der Familie Banks für Wirbel gesorgt hat. Ihre früheren Schützlinge, Jane und Michael Banks, sind inzwischen längst erwachsen. Doch die Weltwirtschaftskrise und ein schwerer persönlicher Verlust machen vor allem Michael zu schaffen, der zusammen mit seinen drei Kindern noch immer im Kirschbaumweg Nummer 17 wohnt.

Als die Familie schließlich sogar Gefahr läuft, alles zu verlieren, ist es höchste Zeit für die Rückkehr eines ganz bestimmten Kindermädchens.

Ein schwieriges Gleichgewicht

Was folgt, ist ein buntes Abenteuer, an dem Erwachsene und Kinder gleichermaßen ihre Freude haben dürften. Doch Vorsicht: Wer den Fehler begeht, den Film zu sehr am Original zu messen, der läuft Gefahr, enttäuscht zu werden. Vor allem fehlt Emily Blunts Mary Poppins dieses gewisse kühle Gehabe, hinter dem sich bei Julie Andrews' zauberhaftem Kindermädchen einst die besondere Magie versteckte.

Obwohl sich Blunt ganz eindeutig darum bemüht, Contenance zu bewahren, merkt man der Schauspielerin den eigenen Spaß an ihrer Rolle einfach zu sehr an – was allerdings sicherlich nicht jedem Zuschauer negativ auffallen dürfte. Wenn Mary Poppins etwa mit den drei Banks-Kindern in die Wanne springt, sieht man der Darstellerin sofort an, dass sie mindestens ebenso viel Spaß an dem Abenteuer hat, wie ihre neuen Schützlinge.

Mary Poppins returns
Nicht nur Emily Blunt hatte offenbar Spaß am Dreh von "Mary Poppins' Rückkehr".

"Mary Poppins' Rückkehr" im Schatten des beliebten Originals

Blunt ist übrigens nicht die einzige der Beteiligten, mit der die Liebe zum Projekt mitunter etwas "durchgegangen" ist. Selbst die Macher können sich von ihrem großen Vorbild an diversen Stellen offenbar nicht wirklich freimachen. Oft hat man als Zuschauer, der den ursprünglichen Film aus dem Jahr 1964 schon mindestens 20-mal gesehen hat, das Gefühl, dass sich Regisseur Rob Marshall einfach zu sehr "bemüht". Das Ergebnis sind Szenen, die deutlich an den ursprünglichen "Mary Poppins" erinnern – die Magie des damaligen Films aber nicht ganz aufleben lassen können.

Doch sobald der Film tatsächlich sein ganz eigenes Ding macht, genau dann gelingt es den Verantwortlichen, ihre Zuschauer wirklich zu fesseln. Szenen wie Michael Banks' einsames Solo auf dem Dachboden gehen ans Herz und schaffen es damit nicht nur Empathie aufzubauen, sondern auch, die Kinobesucher "wirklich" in die Welt von "Mary Poppins' Rückkehr" hineinzuziehen.

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Nicht jede Szene des Sequels sorgt für gleichermaßen Begeisterung.

Musikalische "Cameos" und zauberhafte Lieder

Ein besonderes Highlight an Disneys "Mary Poppins" waren schon seinerzeit die Musical-Einlagen, und das hat sich auch im Sequel nicht geändert. Der Clou: Nicht nur Lin-Manuel Miranda, der durch seine jahrelange Musicalerfahrung prädestiniert für die Rolle des Jack ist, singt seine Parts selbst. Auch Emily Blunt, Meryl Streep und Co. trällern ihre Lieder im Original selber. Und zwar überraschend gut!

Die enthaltenen Nummern stammen aus der Feder von Marc Shaiman, die Lyrics steuerte Scott Wittman bei. Beide können auf mehrjährige Erfahrung im Business zurückblicken, wobei Shaiman sogar bereits mit einem Grammy, einem Emmy und einem Tony-Award für seine Arbeit geehrt wurde. Zudem war der Komponist und Songwriter bereits mehrfach für den Oscar nominiert.

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Emily Blunt und Co. sangen ihre Parts für "Mary Poppins' Rückkehr" alle selbst ein.

Für "Mary Poppins' Rückkehr" hat das Duo nun ein buntes Potpourri an Musikstücken zusammengestellt, die von gefühlvollen Balladen, über schwungvolle Revue-Stücke bis hin zu absolut schmissigen Gute-Laune-Liedern reichen.

Um dem bekannten Original Tribut zu zollen, wurden zudem einige Melodien aus dem ursprünglichen "Mary Poppins" im Sequel verbaut. Wer während des Films die Ohren spitzt, hört daher unter anderem musikalische Cameos von "Ein Löffelchen voll Zucker""Kinderschwester gesucht" und "Drachensteigen".

Ein hochkarätiger Cast lädt zum Staunen ein

Aber nicht nur die enthaltene Musik macht "Mary Poppins' Rückkehr" zu einem ähnlich großen Filmerlebnis wie einst das Original, auch der Cast kann sich sehen lassen. So schlüpft Emily Blunt in Disneys verspätetem Sequel in die Rolle der Mary Poppins. Dass sie in den verschiedensten Genres glänzen kann, hat die Schauspielerin dabei längst unter anderem in Filmen wie "Edge of Tomorrow" (2014), "A Quiet Place" (2018) oder auch "Victoria, die junge Königin" (2009) bewiesen.

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Emily Blunt tritt die Nachfolge als zauberhaftes Kindermädchen an.

Neben ihr übernimmt mit Lin-Manuel Miranda eine bewährte Musical-Größe den Part des Jack. Er tritt damit im Sequel die Nachfolge von Dick Van Dykes Bert an. Ben Whishaw ("James Bond 007 – Spectre") und Emily Mortimer ("Spectral") schlüpfen in die Rollen der erwachsenen Banks-Kinder, während Pixie Davis ("Die Insel der besonderen Kinder"), Nathanael Saleh ("Game of Thrones") und Joel Dawson die neue Banks-Generation verkörpern.

Und, was soll man sagen: Die Chemie zwischen den Hauptakteuren stimmt einfach. Überhaupt merkt man dem gesamten Cast (zu dem auch Hollywood-Größen Colin Firth und Meryl Streep gehören) den bereits erwähnten Spaß an der Arbeit deutlich an. Auch die Cameo-Auftritte von "Mary Poppins"-Urgestein Dick Van Dyke höchstpersönlich und Angela Lansbury ("Eine zauberhafte Nanny") als Ballon-Lady sind klein aber fein gehalten und dürften diversen Zuschauern ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Fans des Originalfilms dürften von Dick Van Dykes Cameo-Auftritt begeistert sein. fullscreen
Fans des Originalfilms dürften von Dick Van Dykes Cameo-Auftritt begeistert sein.
Meryl Streep glänzt als exzentrische Cousine Topsy. fullscreen
Meryl Streep glänzt als exzentrische Cousine Topsy.
Auch die neue Banks-Generation hat so ihre "Schwierigkeiten" mit Papierdrachen. fullscreen
Auch die neue Banks-Generation hat so ihre "Schwierigkeiten" mit Papierdrachen.
Lin-Manuel Miranda ist als Lampenanzünder Jack im Sequel am Start. fullscreen
Lin-Manuel Miranda ist als Lampenanzünder Jack im Sequel am Start.
Fans des Originalfilms dürften von Dick Van Dykes Cameo-Auftritt begeistert sein.
Meryl Streep glänzt als exzentrische Cousine Topsy.
Auch die neue Banks-Generation hat so ihre "Schwierigkeiten" mit Papierdrachen.
Lin-Manuel Miranda ist als Lampenanzünder Jack im Sequel am Start.

Fazit: Nahezu perfekt in (beinahe) jeder Hinsicht

Mit "Mary Poppins' Rückkehr" hat Filmstudio Disney einmal mehr einen musikalischen Familienfilm vorgelegt, der Jung und Alt gleichermaßen begeistern dürfte. Wenn man als Zuschauer nicht den Fehler begeht, den Film am Original aus den 1960ern zu messen. Denn hier kann das Sequel nicht ganz mithalten.

Der stimmige Cast und die liebevolle Umsetzung sorgen abgesehen davon aber dafür, dass das Sequel für sich genommen ein durchaus sehenswerter Film geworden ist, an dem nicht nur Disney-Fans ihre Freude haben dürften. Wer kann, sollte sich "Mary Poppins' Rückkehr" allerdings zumindest im englischen Original ansehen. Emily Blunts herrlicher britischer Akzent macht ihr zauberhaftes Kindermädchen nämlich gleich noch ein bisschen besser.

TURN ON-Wertung: 3,5/5

Mary Poppins' Rückkehr
Mary Poppins' Rückkehr
Mary Poppins' Rückkehr
  • Datenblatt
  • Originaltitel
    Mary Poppins Returns
  • Kinostart (D)
    20.12.2018
  • Genre
    Musical, Komödie, Drama, Fantasy
  • Besetzung
    Emily Blunt, Meryl Streep, Colin Firth
  • Regie
    Rob Marshall
  • Produktionsland/-jahr
    USA 2018
Turn-On Score:
3,5
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