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Mit "Bumblebee" nimmt das "Transformers"-Franchise wieder Fahrt auf

Bee ist in seinem ersten Solofilm richtig niedlich – auch aufgrund des neuen G1-Looks.
Bee ist in seinem ersten Solofilm richtig niedlich – auch aufgrund des neuen G1-Looks.

Mit "Bumblebee" startet bereits der sechste "Transformers"-Film in den Kinos – und doch ist diesmal alles anders. Das dürfte vor allem daran liegen, dass statt Krachbumm-Meister Michael Bay diesmal Animationsfilm-Macher Travis Knight auf dem Regiestuhl Platz nahm. Ob das Prequel nicht nur anders, sondern auch besser ist, als die Bay-schen Adaptionen, erfährst Du in der folgenden Filmkritik.

Bumblebee nach Hause telefonieren?

Schon die Story legt einen deutlich anderen Schwerpunkt als die bisherigen "Transformers"-Filme: Der Krieg zwischen Autobots und Decepticons wird zur Nebenhandlung degradiert. "Bumblebee" konzentriert sich mit ruhigeren Tönen und viel, viel, viel slapstick-artigem Humor mehr auf die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft.

Ein Außerirdischer landet auf der Erde und freundet sich mit einer Teenagerin (Hailee Steinfeld) an. Letztere nimmt ihn bei sich zu Hause auf und versteckt ihn vor den menschlichen Soldaten, die ihn jagen. Nach und nach bauen sie eine enge Verbindung zueinander auf, während der Alien auf das Erscheinen seiner Artgenossen wartet ...

Hailee Steinfeld Bumblebee fullscreen
Fehlt eigentlich nur noch der leuchtende Finger ...

Das kommt Dir bekannt vor? Kein Wunder, denn Steven Spielberg war als ausführender Produzent an "Bumblebee" beteiligt und hat unverkennbar einige Parallelen zu seinem Jugendklassiker "E.T. – Der Außerirdische" einfließen lassen.

Coming-of-Age-Film mit Nostalgiefaktor

So fühlt sich "Bumblebee" auch gar nicht mehr an wie klassisches, dröhnendes Sci-Fi-Action-Blockbuster-Kino. Stattdessen liefert uns Travis Knight einen Coming-of-Age-Film über eine jugendliche Außenseiterin, die ihren verstorbenen Vater vermisst, mit ihrer Familie nicht zurechtkommt und durch eine neue Freundschaft zu sich selbst findet.

Selbst der Junge, der heimlich für die Protagonistin schwärmt, und die gemeine Mädchen-Clique dürfen nicht fehlen. Damit holt "Bumblebee" ein deutlich jüngeres Publikum ab, als die bisherigen krachenden Live-Action-Verfilmungen des Franchise.

Jason Drucker als Otis Pamela Adlon als Sally und Hailee Steinfeld als Charlie in Bumblebee fullscreen
Charlie und ihr chaotisches Teenie-Leben ecken bei ihrer Familie an.

Aber auch die älteren "Transformers"-Fans der ersten Stunde hat Knight nicht vergessen: So erinnern die Looks der Autobots und Decepticons unverkennbar an die 80er-Jahre-Zeichentrickserie "Transformers: Generation One".

Überhaupt setzten die Filmemacher intensiv auf den Nostalgiefaktor. So werden wir immer wieder durch den Soundtrack und clevere Details daran erinnert, dass "Bumblebee" im Jahr 1987 angesiedelt ist. Mal schnappt sich Hauptdarstellerin Hailee Steinfeld ihren Walkman, dann wiederum betrachtet Bee interessiert das Atari-Videospiel "Pong" auf dem Fernseher oder begeistert sich für "The Breakfast Club". Ganz nach dem Motto: "Don't you forget about me ..."

Bumblebee in Bumblebee fullscreen
Bee wird auf die 80er-Jahre losgelassen.

Weniger Action, weniger Transformers

Der Haken: Action-Fans müssen sich mit dem actionreichen Beginn des Films und dem Showdown am Ende begnügen – mehr Action gibt es schlichtweg nicht. Dafür sind diese Szenen wirklich toll inszeniert, besonders während des finalen Kampfes kommt mehr als einmal das Gefühl auf, mitten im Kampfgeschehen zu stehen. Und dank des neuen Looks von Bee und den Decepticons kann der Zuschauer Gut und Böse auch endlich im größten Gerangel problemlos auseinanderhalten.

Shatter und Dropkick in Bumblebee fullscreen
Die Decepticons Shatter und Dropkick sind die einzigen Transformers, die neben Titelheld Bumblebee eine nennenswerte Screentime haben.

Umso enttäuschter dürften eingefleischte "Transformers"-Fans sein, dass nur wenigen Alien-Robotern ein Auftritt im Film gewährt wurde. Die Trailer weckten im Vorfeld die Hoffnung, dass mehr von den Favoriten aus der 80er-Serie den Sprung auf die Leinwand schaffen werden und der Zuschauer ebenfalls mehr von ihrem Heimatplaneten Cybertron zu sehen bekommt. Aber Fehlanzeige: "Bumblebee" macht seinem Namen alle Ehre, denn außer auf den gelben Autobot und die zwei Decepticons Shatter und Dropkick dürfen wir nur flüchtige Blicke auf andere Transformers werfen. Schade!

Cena und Steinfeld. Oder auch: Punchlines vs. emotionale Tiefe

Apropos schade: In beinahe jeder Szene mit Agent Burns, gespielt von WWE-Profi John Cena, wünscht man sich unweigerlich, die Drehbuchautoren hätten sich bei seinem Charakter etwas mehr Mühe gegeben.

Zu Beginn des Films ist dem Soldaten noch eine sympathische Einführung vergönnt: Das freundschaftliche Geplänkel mit einem Kameraden macht Agent Burns nahbar. Doch kaum landet Bee auf der Erde, lässt Cenas Charakter seinen Kumpel im wahrsten Sinne des Wortes links liegen. In der verbleibenden Laufzeit des Films ist Agent Burns dann nicht viel mehr als eine zuverlässige Punchline-Kanone. Mit bösem Blick spuckt er dem Kinogänger wie vom Band Sätze wie "Die Tür ist mir im Weg" – natürlich gefolgt von einer Sprengung – oder "Fahr oder ich reiß dir das Gesicht ab" entgegen.

John Cena als Agent Burns in Bumblebee fullscreen
Achtung, Punchline im Anmarsch!

Da passt der Kommentar von Hailee Steinfelds Protagonistin Charlie Watson, "Er [Bumblebee] ist mehr Mensch, als du es bist", wie die Faust aufs Auge.

Überhaupt kann Hailee Steinfeld in "Bumblebee" glänzen. Anders als in den Bay-schen "Transformers"-Filmen darf der weibliche Co-Star bei Knight mehr sein als nur hübsches Anschauungsmaterial. Steinfelds Charlie hat eine berührende Geschichte, ist gleichzeitig rebellisch und sympathisch und trägt im Showdown einen entscheidenden Teil zum Kampf gegen das Böse bei.

Von emotionsgeladen ... fullscreen
Von emotionsgeladen ...
... bis lustig: Hailee Steinfeld überzeugt in "Bumblebee". fullscreen
... bis lustig: Hailee Steinfeld überzeugt in "Bumblebee".
Von emotionsgeladen ...
... bis lustig: Hailee Steinfeld überzeugt in "Bumblebee".

Fazit: Nicht perfekt, aber besser!

"Bumblebee" hat sicher seine Schwächen: die allzu bekannte Story, die leider etwas lieblose Gestaltung von Cenas Rolle und – besonders für Fans des Franchise – der Mangel an verschiedenen Transformers. Trotzdem macht Knights Film vieles besser, was die letzten "Transformers"-Kinofilme (allen voran "Transformers 5: The Last Knight") falsch machten: Der Humor, der sich durch den ganzen Film zieht, das Aussehen der Autobots und Decepticons, der Verzicht auf ausufernde Materialschlachten, der unbeschwerte Ton ... – "Bumblebee" hat das Franchise eindeutig zurück in die richtige Spur gebracht. Nun kann es wieder mit Vollgas vorangehen!

TURN ON-Wertung: 3,5/5

Bumblebee
Bumblebee
  • Datenblatt
  • Originaltitel
    Bumblebee
  • Produktionsland/-jahr
    USA 2017
  • Genre
    Action, Science-Fiction
  • Besetzung
    Hailee Steinfeld, John Cena
  • Regie
    Travis Knight
  • Kinostart (D)
    20.12.2018
Turn-On Score:
3,5
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