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"The Walking Dead"-Review: DAS würde ich auch vergessen wollen

In Episode 14 von Staffel 9 geht es um Michonnes dunkles Geheimnis.
In Episode 14 von Staffel 9 geht es um Michonnes dunkles Geheimnis.

Während in der vergangenen Woche der erste große Kampf zwischen Daryl und Beta anstand, führt uns "The Walking Dead" in Episode 14 mal wieder ein bisschen zurück in der Zeit. Und beantwortet endlich eine der brennenden Fragen, die Staffel 9 bisher bei mir zurückgelassen hat: Was hat es eigentlich mit den X-Narben bei Daryl und Michonne auf sich? Die krasse Antwort erhältst Du in unserem Review zu Episode 14.

Achtung, Spoiler!
Der folgende Artikel ist voller Spoiler zur vierzehnten "The Walking Dead"-Folge von Staffel 9. Weiterlesen also auf eigene Gefahr.

Episode 14 ist nichts für zarte Gemüter

Während sich die Handlung der letzten Folgen von Staffel 9 immer stärker auf den bevorstehenden Whisperer-Krieg hinbewegt hat, stehen in Episode 14 alle Zeichen auf Vergangenheitsbewältigung. Dabei widmet sich die passenderweise "Narben" betitelte Episode der Geschichte hinter den mysteriösen X-Narben auf Michonnes und Daryls Rücken. Und die ist – ich muss es schon jetzt direkt so sagen – ziemlich krasser Scheiß. Wem schon Carols "Schau auf die Blumen"-Aktion zu viel war, der sollte deshalb besser nicht weiterlesen.

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"The Walking Dead"-Szenenbild

Die Wunden der Vergangenheit

Insgesamt schwankt Episode 14 stark zwischen Flashbacks und der Gegenwart hin und her, in der es zwischen Michonne und Ziehtochter Judith zunehmend angespannt zugeht. Der Grund: Während Ricks Tochter ihren Freunden beistehen möchte, bleibt Michonne auf Abschottungskurs. Warum das so ist, erklären uns wiederum die Szenen der Vergangenheit, die später so fließend mit der Gegenwart verschmelzen, dass sich die Geschichte eigentlich kaum trennen lässt, ja, sich in gewisser Weise sogar zu wiederholen scheint. Denn in beiden Fällen dreht sich alles um den Verlust von Judith.

Doch zunächst einmal befindet sich die inzwischen bereits ziemlich schwangere Michonne in den Flashbacks gemeinsam mit Daryl auf der Suche nach Ricks sterblichen Überresten. Auch Monate nach dem Zwischenfall an der Brücke haben es beide nicht aufgegeben. Aber alles, was sie finden, ist Ricks verlorener Colt. Eigentlich ziemlich ironisch, wenn man bedenkt, dass es von wandelnden Untoten in der Welt von "The Walking Dead" ansonsten nur so wimmelt. Sucht man dann wirklich mal einen, findet man ausgerechnet den nicht. Wir wissen zwar natürlich, warum das so ist, doch Michonne und Daryl macht es die Situation nur noch schwerer, die Vergangenheit ruhen zu lassen.

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Der schlimmste Albtraum aller Eltern

Was für ein Silberstreif am Horizont ist es da, als plötzlich Michonnes alte Kommilitonin und frühere beste Freundin Jocelyn mit einer Gruppe überlebender Kinder vor dem Tor von Alexandria steht. Denke ich zumindest. Am Anfang. Immerhin sieht tatsächlich alles nach Friede, Freude, Eierkuchen in der Zombieapokalypse aus.

Klein Judith und die anderen Kinder aus Alexandria verstehen sich blendend mit den Neuankömmlingen. Michonne hat endlich einen Grund zur Hoffnung darauf, dass die Welt außerhalb der Tore von Alexandria nicht nur grau und feindselig ist. Und wird schon kurz darauf auf derart unsanfte Art in die Realität zurückgeholt, wie es wohl der schlimmste Albtraum aller Eltern ist.

Denn Jocelyn hat sich in einer Nacht und Nebel Aktion nicht nur mit ihren Kindern und den Vorräten der Community aus Alexandria weggeschlichen, sondern auch Judith und drei weitere Kinder mitgenommen!

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"The Walking Dead" und die Sache mit den psychotischen Kindern ...

Was folgt, ist eine verzweifelte Suche, die sich in der Gegenwart mit Michonnes Suche nach Judith beinahe zu überlagern scheint. Hier ist die Kleine zwar "nur" weggelaufen, um entgegen den Anweisungen ihrer Mutter Daryl und Co. helfen zu gehen. Doch was für Folgen das in Zeiten der Zombieapokalypse haben kann, muss man wohl keinem Fan der Serie erklären.

Natürlich steht Daryl Michonne bei ihrer Suche in der Vergangenheit zur Seite, doch als beide die Flüchtigen finden, sehen sie sich schnell einem ziemlich vertrackten Problem gegenüber. Die von Jocelyn für das (Über-)Leben in der Zombieapokalypse trainierten Kinder stellen nämlich plötzlich unter Beweis, dass sie nicht nur versierte Jäger sind, sondern auch total abgedrehte, eiskalte Killer. Und der Teil, in dem Daryl und Michonne wie zwei Schweinehälften aufgehangen ihre X-Narben eingebrannt bekommen, ist dabei noch harmlos und unspektakulär.

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Narben, die unter die Haut gehen

Richtig krass wird es vielmehr, nachdem Michonne ihre frühere Freundin töten musste. Jocelyns Kinder haben nämlich keineswegs vor, von ihrem mörderischen Plan abzuweichen. Sei es nun Zufall der kleinen Größe wegen oder pure Absicht: Sie zielen mit ihren Messern sogar genau auf den großen Babybauch der Katana-Kämpferin, die sich die Kleinen verzweifelt vom Leibe zu halten versucht.

Die folgende Szene ist derart krass inszeniert, dass man Michonnes Verzweiflung regelrecht spüren kann. Wie von einer Horde wilder Tiere bestehend aus menschlichen Jungen und Mädchen umzingelt ringt die Figur mit ihrem Schicksal – und sieht sich am Ende dazu gezwungen, Kinder zu töten. Als Daryl es endlich zu ihr schafft, ist der ganze Spuk bereits vorbei. Judith ist wohlauf. Doch die seelischen Narben, die dieser Zwischenfall hinterlassen hat, sitzen bis in die Gegenwart tief. DAS ist tatsächlich etwas, das wohl so ziemlich jeder krampfhaft zu vergessen versuchen würde.

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Da war doch noch was ...

Eine kleine positive Wende wartet dann allerdings doch noch auf uns. Nachdem sich Michonne und Judith in der Gegenwart ausgesprochen haben, ist das Band zwischen den beiden nämlich nicht nur wieder gekittet, sondern stärker als je zuvor. Und künftig dürfen die anderen Communitys auch wieder auf die Hilfe von Alexandria bauen. Wenn das angesichts des bevorstehenden Whisperer-Krieges mal nicht zu einem passenden Zeitpunkt kommt ...

Mein Fazit zur vierzehnten "The Walking Dead"-Folge von Staffel 9

Episode 14 beweist auf ziemlich eindrucksvolle Art, dass manche Narben einfach viel tiefer gehen als von Außen sichtbar. Und dass eine Sache nicht unbedingt vergessen ist, nur weil man nicht über sie redet. Obwohl die offene Action in der "Narben" betitelten Folge von Staffel 9 dabei mal wieder eher kurz gekommen ist, liefert Showrunner Angela Kang trotzdem eine derart emotionale und spannungsgeladene Episode ab, dass ich jetzt noch Gänsehaut habe.

Beste Voraussetzungen also für das große Staffelfinale, das nur noch zwei Folgen entfernt ist. Und ich wage jetzt schon meine frühere Prognose zu wiederholen: Den offenen Whisperer-Krieg bekommen wir wohl frühestens im Finale von Staffel 9 zu sehen – oder vielleicht sogar nur angeteasert. Das wäre doch mal ein dramatischer Auftakt für Staffel 10 ...

Gedanken, die mir nach Episode 14 noch im Kopf herumschwirren

  • Wie krass war das denn bitte?
  • Judith hat wirklich denselben Dickkopf wie Michonne, gepaart mit dem typischen Grimes-Idealismus – ob das auf Dauer gut geht?

TURN ON-Score: 4/5

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