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The Walking Dead Staffel 8 Episode 1 Review: Quatsch nicht, mach!

Rick hat genug vom Reden – jetzt lässt er die Waffen das Wort ergreifen.
Rick hat genug vom Reden – jetzt lässt er die Waffen das Wort ergreifen. (©Jackson Lee Davis/AMC 2017)

Für viele "The Walking Dead"-Fans war der vergangene Montag wie ein Befreiungsschlag, denn endlich stand die Premiere von Staffel 8 an. Auch ich habe mir Episode 1 nicht entgehen lassen. Ob die Folge "Erster Kampf" taugt oder doch nur eine Fortführung der wenig innovativen Staffel 7 ist, erfährst Du in diesem Review.

Ich muss zunächst gestehen, auch ich zähle zu jenen, denen Staffel 7 von "The Walking Dead" zu langweilig war. Nach einem furiosen Auftakt, der mich wirklich gefesselt hat, ging es stetig bergab mit den einzelnen Episoden, sodass ich die letzten Folgen nur noch aus Pflichtbewusstsein geschaut habe. Somit war auch meine Skepsis bezüglich Staffel 8 groß. Ob die Serienmacher wohl endlich zu ihren Wurzeln zurückfinden würden?

Achtung, Spoiler!
Da ich im Folgenden auf die Geschehnisse aus Episode 1 von Staffel 8 eingehen werde, komme ich um Spoiler nicht herum. Weiterlesen also auf eigene Gefahr – oder für all jene, die ebenfalls am Montagabend vor den TV-Bildschirmen saßen.

Es kann wohl nicht genug geredet werden

Zunächst sah alles danach aus, als würde Staffel 8 mit "Erster Kampf" genau dort anknüpfen, wo uns Staffel 7 zurückgelassen hat. Es wurde mal wieder geredet und geredet und geredet. Und weil das offenbar noch nicht genug war, wurde zur Abwechslung noch mal ein bisschen geredet. Echt jetzt? Ihr habt euch ein Jahr die Kritik der "The Walking Dead"-Fans angehört und keine Schlüsse daraus gezogen?

 Auch einen Hauch Romantik gab's im Auftakt von Staffel 8 – Schnarch! fullscreen
Auch einen Hauch Romantik gab's im Auftakt von Staffel 8 – Schnarch! (©Jackson Lee Davis/AMC 2017)

Vielleicht habe ich auch etwas zu viel erwartet, aber es dauerte sage und schreibe über 30 Minuten, bis mal etwas Schwung in die Bude kam. Dann allerdings habe ich meine Skepsis abgelegt und fühlte mich wieder ein bisschen in alte Zeiten zurückversetzt. Sie können es also doch noch.

Daryl is back!

Und nicht nur das: Ich habe mich sehr über Daryl gefreut, der wieder zum einstigen liebenswerten Bad-Ass wurde, den wir (okay, oder vielleicht nur ich) in Staffel 7 schmerzlich vermisst habe(n). Ganz Daryl-like lockte er auf seinem Motorrad eine gigantische Horde von Beißern zum Sanctuary. Doch nicht die Tatsache, dass er es getan hat, sondern vielmehr, wie er es getan hat, erinnerte an vergangene Staffeln. Ein bisschen musste ich an das Video von The Lonely Island zu den MTV Movie Awards 2009 denken: "Cool Guys Don't Look At Explosions".

"Cool Guys Don't Look At Explosions" – das gilt auch für Norman Reedus alias Daryl Dixon. fullscreen
"Cool Guys Don't Look At Explosions" – das gilt auch für Norman Reedus alias Daryl Dixon. (©Gene Page/AMC 2017)
Ohne mit der Wimper zu zucken, lässt er Sprengsätze ... fullscreen
Ohne mit der Wimper zu zucken, lässt er Sprengsätze ... (©Greg Nicotero/AMC 2017)
... bei voller Fahrt zielgenau explodieren. fullscreen
... bei voller Fahrt zielgenau explodieren. (©Greg Nicotero/AMC 2017)

Diese Szene von Daryl passt eindeutig in die Liste der unvergesslichsten Momente des raubeinigen Motorrad-Fans. Vermutlich gibt es niemanden, der vom fahrenden Zweirad aus nahezu blind Kästen zum Explodieren bringen könnte, ohne dabei lächerlich auszusehen.

Greg Nicotero übernimmt erneut Regie für Staffelauftakt

Ziemlich gut hat mir ja die Kamerafahrt im Zwischenlager der Communitys gefallen, die Regisseur Greg Nicotero in Episode 1 von Staffel 8 eingeplant hat. Sie fängt die unterschiedlichen Momente der Vorbereitungen ein, schließlich geht jeder anders mit dem bevorstehenden Krieg um. Und auch die Tatsache, dass hier völlig fremde Menschen miteinander gegen den gleichen Feind kämpfen, wird dadurch betont.

"Tja, Scheiße, tut mir leid, ich war in 'nem Meeting"

Apropos gleicher Feind: Ein bisschen hat mir Negan ja schon gefehlt. Ja, hiermit oute ich mich als Negan-Fangirl. Aber nach rund 24 Minuten war es dann endlich soweit und der Anführer der Saviors hatte seinen Auftritt – und zwar in seiner gewohnt coolen Art. "Tja, Scheiße, tut mir leid, ich war in 'nem Meeting", erklärte er auf gewohnt sarkastische Art. Sowas kann auch nur er bringen, während die vereinten Communitys (oder um es in Negans Worten zu sagen: "Ricks Pisspatrouille") schwer bewaffnet das Sanctuary belagern.

 Solche Meetings kommen aber auch immer zum ungünstigsten Zeitpunkt. fullscreen
Solche Meetings kommen aber auch immer zum ungünstigsten Zeitpunkt. (©Gene Page/AMC 2017)

Mit seinem Erscheinen hat für mich persönlich die Folge erst richtig Fahrt aufgenommen. Denn anschließend ging es fast Schlag auf Schlag: Nach einem kurzen – wortwörtlichen – Schwanzvergleich zwischen Negan und Rick eröffnete Letzterer das Feuer – und läutete damit offiziell den All-out-War ein. Anschließend war auch klar, welche Szene das allererste geleakte Foto vom Set gezeigt hat.

 Kuschelkurs mit Negan gefällig? Für Gabriel wird das zum Ende von Episode 1 bittere Realität. fullscreen
Kuschelkurs mit Negan gefällig? Für Gabriel wird das zum Ende von Episode 1 bittere Realität. (©Gene Page/AMC 2017)

Traumsequenz mit Opa-Rick nur als Motiv?

Ein kurzes Wort noch zu den Zeitebenen. Die empfand ich irgendwie als ein wenig störend, da sie in meinen Augen irrelevant waren und die Story nicht weitergebracht hat. Klar, die Szenen zwischen Rick und Carl waren die Vorbereitungen auf den All-out-War und sie führten zugleich einen neuen Charakter ein, der im Laufe von Staffel 8 noch relevant werden wird. Aber Rick als alten Mann in seiner Traumsequenz? Ich weiß ja nicht. Vermutlich wird es in den kommenden Folgen aufgelöst oder es soll einfach nur zeigen, für welche "Zukunft" Rick kämpft. Aber es wirkte alles so deplatziert. Judith ist gewachsen und offenbar um die 7 oder 8 Jahre alt, Michonne allerdings hat sich nicht verändert. Rick wiederum ist viel zu schnell gealtert.

 Es ist nicht Ricks Kampf – das muss er zuletzt auch sich selbst eingestehen. fullscreen
Es ist nicht Ricks Kampf – das muss er zuletzt auch sich selbst eingestehen. (©Gene Page/AMC 2017)

Mein Fazit zur ersten "The Walking Dead"-Folge von Staffel 8

In meinen Augen war "Erster Kampf" eine solide Folge, mehr aber auch nicht. Dafür, dass es der Auftakt zu Staffel 8 und zugleich sogar die 100. Folge von "The Walking Dead" darstellte, war sie doch vergleichsweise unspektakulär. Da hätte ich mir ehrlicherweise mehr erwartet. Mir reicht es langsam mit Kuschelkurs. Auch wenn ich ein Herz für Negan habe, muss ihm endlich mal kräftig der Hintern versohlt werden. Er kam bisher einfach zu ungeschoren mit allem davon. Staffel 8 bekommt daher von mir noch eine Schonfrist, aber spätestens nächste Woche sollte die Serie mehr Gas geben.

Gedanken, die mir nach Episode 1 noch im Kopf herumschwirren

  • Sorry, aber wir müssen noch mal über Ricks Bart sprechen. Die "The Walking Dead"-Make-up-Artists können schaurig-schöne Beißer mit viel Liebe zum Detail erschaffen, aber es gelingt ihnen nicht, einen echt wirkenden Bart darzustellen? Auch wenn es nur eine kurze Szene war, hätte man es durchaus etwas realistischer machen können ...
  • Ich hatte ein bisschen das Gefühl, dass Shiva eifersüchtig auf Maggie ist. Während Ezekiel sie als Schwester bezeichnet, liegt der majestätische Tiger etwas abseits und hat nichts weiter beizutragen als ein klägliches Brüllen. Also eher nicht so gut gebrüllt, Tiger.
  • Es war wenig überraschend, dass Gregory auf die dunkle Seite der Macht gewechselt ist. Verräter ...
  • Irgendwie ist es Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet Gabriel das möglicherweise erste Opfer für die Gruppe bringen oder vielmehr sein muss.
  • Wie cool war bitte die "Another One Bites the Dust"-Version aus der Traumsequenz?

TURN ON-Score: 2,5/5

Die neueste "The Walking Dead"-Episode von Staffel 8 läuft jeden Montag um 21:00 Uhr auf FOX und steht im Anschluss via Sky Ticket zum Abruf bereit.

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