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The Walking Dead Staffel 8 Episode 7 Review: Jetzt kracht es – oder?

Jadis hat in Episode 7 von Staffel 8 einen ganz eigenen Plan – ob der wohl aufgehen wird?
Jadis hat in Episode 7 von Staffel 8 einen ganz eigenen Plan – ob der wohl aufgehen wird? (©Gene Page/AMC 2017)

Nachdem Folge 6 von Staffel 8 von zahlreichen Alleingängen geprägt war, bekommen wir es in Episode 7 der aktuellen "The Walking Dead"-Staffel mit den Folgen der zum Teil ziemlich fragwürdigen Entscheidungen der einzelnen Figuren zu tun. Wie genau die aussehen, liest Du in unserem Review.

Achtung, Spoiler!
Der folgende Artikel ist voller Spoiler zur siebten "The Walking Dead"-Folge von Staffel 8. Weiterlesen also auf eigene Gefahr.

Und danach?

Langsam wird es wirklich ernst in Staffel 8. Nachdem die bisherigen Folgen der aktuellen "The Walking Dead"-Staffel vor allem durch einen stetigen Wechsel zwischen actionreichen und eher "ruhigeren" Episoden geprägt waren, merkt man der siebten deutlich an, dass es verstärkt in Richtung Midseason-Finale geht.

Direkt zu Beginn gibt es zunächst ein Wiedersehen mit Rick. Allerdings nur kurz, denn der sitzt ja in einem Container bei den Scavengers fest ... Entschuldigung, aber ich rege mich auch nach einer Woche immer noch über so viel Hirnverbranntheit auf. Vor allem scheint die Botschaft in dem Dickschädel des Alexandria-Anführers immer noch nicht angekommen zu sein.

"Es ist noch nicht zu spät für dich, mein Angebot steht immer noch. Du kannst dich uns anschließen, oder du kannst sterben", hält der Jadis hoch selbstbewusst entgegen, als die ihn in Unterhose aufmarschieren lässt und Fotos von ihm schießt. Wofür? Sie will eine Skulptur von Rick "für danach" anfertigen. Aaaah ja ... Ich kann mich spontan kaum entscheiden, wer mich gerade am meisten irritiert.

Für Rick beginnt Episode 7 so, wie Folge 6 aufgehört hat. fullscreen
Für Rick beginnt Episode 7 so, wie Folge 6 aufgehört hat. (©Gene Page/AMC 2017)
Er scheint sich davon allerdings überhaupt nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. fullscreen
Er scheint sich davon allerdings überhaupt nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. (©Gene Page/AMC 2017)
Jadis irritiert ihn dann aber doch ein bisschen ... fullscreen
Jadis irritiert ihn dann aber doch ein bisschen ... (©Gene Page/AMC 2017)
... mit ihrer Fotosession. fullscreen
... mit ihrer Fotosession. (©Gene Page/AMC 2017)

Das war knapp

Überhaupt geht es in Episode 7 gleich an drei Fronten ziemlich interessant zu. Neben Rick und den Scavengers dürfen sich Fans zusätzlich über einen weiteren Abstecher ins Sanctuary freuen. Und dann bekommen wir es auch noch mit Daryl, Tara und Co. zu tun.

Aber bevor wir uns denen zuwenden, bekommt Eugene im Sanctuary zunächst ausgiebig Gelegenheit dazu, sich bei den Fans noch unbeliebter zu machen. Zuerst stellt er Dwight zur Rede und droht ihm, ihn bei Negan zu verraten, wenn er "seine Judastätigkeit nicht einstellt". Also an blumigen Formulierungen fehlt es ihm zumindest nie. Dann lässt er sich von Negan durch ein paar nette Worte und einen Handschlag so weit einwickeln, dass er sich tatsächlich als "zweitwichtigster Mann" im Sanctuary fühlt.

Okay, ein bisschen Größenwahn in Ehren, aber Eugene kommt dann leider tatsächlich mit einem brauchbaren Plan daher, wie er die Beißer vom Sanctuary weglocken könnte. Zum Glück steht Dwight im richtigen Augenblick auf der Matte, um seinen "Soundgleiter" abzuschießen. Das war knapp. Was mich tatsächlich überrascht hat, ist, dass der Vokuhila-liebende Überläufer Dwight am Ende doch nicht an Negan verrät. Obwohl er sich bei Vater Gabriel (der übrigens in dieser Folge nur auf der Krankenstation liegt und aussieht, als könnte er jeden Moment den Löffel abgeben) kurz zuvor über seinen "biologischen Imperativ" ausgelassen hat und offensichtlich mit dem Vorsatz zu Negan marschiert ist.

Um Vater Gabriel steht es gerade nicht besonders gut. fullscreen
Um Vater Gabriel steht es gerade nicht besonders gut. (©Gene Page/AMC 2017)
Eugene lässt sich von dem Priester trotzdem nicht erweichen – oder? fullscreen
Eugene lässt sich von dem Priester trotzdem nicht erweichen – oder? (©Gene Page/AMC 2017)
Ein kleiner Händedruck, und schon fühlt Eugene sich wichtig ... fullscreen
Ein kleiner Händedruck, und schon fühlt Eugene sich wichtig ... (©Gene Page/AMC 2017)

Vermutlich hat nur Dwights auftauchen verhindert, dass Eugene das Geheimnis tatsächlich ausplaudert. Dafür hat er einen anderen Plan mit Negan ausgeheckt, den uns die Macher von "The Walking Dead" in Episode 7 leider noch vorenthalten.

Da waren's nur noch zwei ...

Ganz schön was los im Sanctuary. Doch auch vor der Tür geht es hoch her. Und ich meine jetzt nicht (nur) die Beißerhorde. Selbst Daryl, Tara, Rosita und Michonne haben in dieser Folge von Staffel 8 inzwischen Stellung bezogen. Der Truck steht bereit und Daryl ist offensichtlich zu allem entschlossen.

Ausgerechnet bei Rosita beginnen sich dann aber doch Zweifel zu regen. "Manchmal muss man einfach abwarten, wenn man es nicht besser weiß. Ich wünschte nur, ich hätte Sasha nicht im Sarg sehen müssen, um das zu verstehen", erklärt sie Michonne noch, bevor sie sich mit dem Auto Richtung Alexandria absetzt. So viel Einsicht hätte ich ihr ehrlich gesagt gar nicht zugetraut.

Zudem zieht kurz vor knapp Michonne noch die Reißleine und setzt sich ab. Doch Daryl und Tara sind fest entschlossen, den Truck ins Sanctuary zu fahren und die Beißer auf die Eingeschlossenen loszulassen. Mit Morgan und den anderen Scharfschützen haben sie dafür in dieser Folge von Staffel 8 schließlich auch ohne ihre beiden Freundinnen mehr als genug Unterstützung.

Anstatt sich an Ricks Plan zu halten, ziehen Daryl und Tara ihren Alleingang in Episode 7 also tatsächlich durch. Der Truck landet in der Eingangshalle der Saviors und die Beißer strömen ins Gebäude. Ich kenne jetzt schon einen gewissen Ex-Sheriff, dem das gar nicht gefallen wird. Ob sich Daryl über die Folgen seiner Handlungen – abgesehen von: "Ich töte alle Saviors" – wirklich Gedanken gemacht hat?

 Durch Daryls und Taras Alleingang stürmen die Beißer in dieser Folge von Staffel 8 tatsächlich das Sanctuary. fullscreen
Durch Daryls und Taras Alleingang stürmen die Beißer in dieser Folge von Staffel 8 tatsächlich das Sanctuary. (©Gene Page/AMC 2017)

Ein bisschen Überzeugungsarbeit ist alles

Wo wir gerade von Rick sprechen: Der darf bei den Scavengers zum Abschluss der Folge ebenfalls noch mal zum Zuge kommen. Offenbar hat Jadis genug Material für ihre Skulptur gesammelt und auch keine Lust mehr, ihren Gefangenen weiter im Container schmoren zu lassen. Sie holt ihn also mit gefesselten Händen in den Hof und will mit einem Beißer für Unterhaltung sorgen.

"Zeit für – danach" verkündet die seltsame Anführerin und rechnet wohl damit, dass der am Stock geführte Beißer Rick nun gleich brav anknabbert. Doch da hat sie – genau wie ich – ihre Rechnung ohne den toughen Alexandrianer gemacht. Als der plötzlich mehrere Scavengers überwältigt, sich den Beißer schnappt und am Ende sogar die mit einer Pistole fuchtelnde Jadis zu Boden bringt, bin ich zugegebenermaßen echt überrascht. Hätte ich ihm gar nicht zugetraut.

Auch Jadis hat offensichtlich nicht mit dieser Entwicklung gerechnet und selbst die herbeistürmenden Scavengers müssen ihre Waffen sinken lassen. "Ich werde jetzt gehen und das heißt, alle hier werden sterben. Meine Leute werden heute noch nicht angreifen, aber bald", verkündet Rick. "Ich werde gehen. Und danach – solltet ihr vielleicht einfach rennen." Guter Vorschlag.

Der bewirkt bei Jadis tatsächlich einen erneuten Sinneswandel. Sie möchte Ricks Angebot nun doch lieber annehmen, versucht aber wiedermal möglichst viel für sich dabei herauszuschlagen. Inklusive einer Skulptur von Rick, für die er persönlich Modell stehen soll – nackt! Was ist eigentlich los mit der Frau?!

Noch ahnt Rick nicht, was Jadis für ihn geplant hat. fullscreen
Noch ahnt Rick nicht, was Jadis für ihn geplant hat. (©Gene Page/AMC 2017)
Die Scavengers scheinen echt ein Faible für Beißer mit "modischer" Kopfbedeckung zu haben ... fullscreen
Die Scavengers scheinen echt ein Faible für Beißer mit "modischer" Kopfbedeckung zu haben ... (©Gene Page/AMC 2017)
So schnell kann das Blatt sich wenden. fullscreen
So schnell kann das Blatt sich wenden. (©Gene Page/AMC 2017)
Jetzt findet Jadis Ricks Angebot plötzlich doch irgendwie verlockend. fullscreen
Jetzt findet Jadis Ricks Angebot plötzlich doch irgendwie verlockend. (©Gene Page/AMC 2017)

Mein Fazit zur siebten "The Walking Dead"-Folge von Staffel 8

In Episode 7 merkt man deutlich, dass die Handlung stark auf das anstehende Midseason-Finale hinarbeitet. Es gibt jede Menge Action und mindestens genauso viele Gewissensfragen, die die Figuren von "The Walking Dead" sich stellen müssen.

Vor allem bei Eugene ist mir das deutlich aufgefallen. Einerseits betont der, Negan zu sein, und arbeitet an einem Plan gegen die Beißer. Andererseits verrät er Dwight doch nicht und scheint ständig mit der eigenen Einstellung zu kämpfen. Es würde mich nicht überraschen, wenn er in der kommenden Folge von Staffel 8 doch noch zum Zünglein an der Waage wird – auf die eine oder andere Weise.

Während ich das aber tatsächlich noch irgendwie nachvollziehen kann, hat sich mir Ricks großer Masterplan auch nach Episode 7 noch nicht erschlossen. Ist der denn total meschugge, den Scavengers noch mal zu vertrauen?! Ich hoffe sehr, dass die Midseason-Premiere hier zumindest eine kleine Auflösung bringt, denn langsam habe ich keine Lust auf Rätselraten mehr.

Abgesehen davon war Episode 7 aber eine der spannendsten Folgen der bisherigen Staffel und ich bin von vielen Twists positiv überrascht. Mal sehen, ob die Macher diesen Kurs in Episode 8 so beibehalten können/werden ...

Gedanken, die mir nach Episode 7 noch im Kopf herumschwirren

  • Ich frage mich ernsthaft, wie Rick den Scavengers nach ihrem letzten Verrat noch mal vertrauen kann?!
  • Was haben Eugene und Negan da ausgeheckt?
  • Wird Eugene doch noch zum Zünglein an der Waage?
  • Wenn ja, für welche Seite entscheidet sich der Feigling am Ende? So langsam sollte er sich das mal endlich überlegen
  • Haben Daryl und Tara Ricks Plan mit ihrem Alleingang versaut?

TURN ON-Score: 4/5

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