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The Walking Dead Staffel 9 Episode 3 Review: Ricks Tage sind gezählt

Der Abschied von Rick rückt merklich näher ...
Der Abschied von Rick rückt merklich näher ... (©Gene Page/AMC 2018)

Neue Woche, neue "The Walking Dead"-Folge. Nachdem sich am vergangenen Montag bereits einige Konflikte angebahnt haben, wurden diese in Episode 3 noch vertieft. Ob mit der "Keine Ausnahmen" betitelten Folge endlich Fahrt in Staffel 9 aufgenommen wird, erfährst Du in unserer Review.

Achtung, Spoiler!
Der folgende Artikel ist voller Spoiler zur dritten "The Walking Dead"-Folge von Staffel 9. Weiterlesen also auf eigene Gefahr.

Meine werte Kollegin Daniela ist im wohl verdienten Urlaub, weshalb ich mir in dieser Woche die neue "The Walking Dead"-Episode angesehen habe. Als kleine Einordnung vorab: Mich hat die Serie leider schon am Ende von Staffel 7 verloren – zumindest was die Vorfreude auf neue Episoden betrifft. Nachdem Staffel 9 als Neuanfang benannt wurde, war ich gespannt, ob der Zeitsprung und der neue Showrunner der Serie guttun und mich wieder ins Boot holen würde. Aus diesem Grund ging ich an die aktuelle Folge mit einer vielleicht etwas größeren Skepsis heran als Daniela.

Alles deutet auf die Whisperers hin ... oder?

Gleich zu Beginn gibt es die Auflösung der Frage, die sich Daniela noch am Ende von Episode 2 gestellt hat: Justin wurde nicht einfach nur entführt, er wurde auch kurzerhand umgelegt und schlurft nun munter als Untoter durch die Gegend. Unvermeidlich stellt sich die Frage: Wer war das? Immerhin schien Justin seinen Peiniger gekannt zu haben, wie das Ende von Episode 2 nahegelegt hat.

Ich persönlich hatte die Hoffnung, dass es sich hierbei um die Whisperers handelt. Nachdem die neue Gruppierung so verheißungsvoll angekündigt wurde, ist es doch langsam mal an der Zeit, dass sie ihren großen Auftritt erhalten.

"The Walking Dead"-Szenenbild fullscreen
"The Walking Dead"-Szenenbild (©Gene Page/AMC 2018)
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"The Walking Dead"-Szenenbild (©Gene Page/AMC 2018)

Showrunner Angela Kang scheint allerdings mit dieser Erwartungshaltung bewusst zu spielen, denn in Episode 3 gibt es weitere Ereignisse, die vermuten lassen, dass das Erscheinen der Whisperers kurz bevorsteht. Neben dem Tod von Justin ist auch nach wie vor das Ethanol verschwunden, das zu Maggie ins Hilltop gebracht werden sollte. Später wird auch noch Arat von den Saviors entführt ...

Doch irgendwie wurde mir schnell klar, dass am Ende etwas ganz anderes hinter den mysteriösen Ereignissen steckt. Und siehe da: Am Ende von Episode 3 entpuppten sich die Mädels der Oceanside-Community als skrupellose Rächerinnen, die noch eine Rechnung mit einigen der Saviors offen hatten.

Ricks Zeit ist gekommen ...

Und das war dann wohl auch direkt die größte Überraschung der aktuellen "The Walking Dead"-Folge von Staffel 9. Die gesamte Episode wurde immer deutlicher, dass sich Maggie und Daryl langsam aber sicher von Rick abwenden. Nicht nur, dass Rick seinen eigentlich engsten Vertrauten indirekt des Mordes an Justin beschuldigt (jaja, die anderen denken das ... is' klar), auch scheint den beiden die Agenda von Rick à la "Jedes Leben zählt" gehörig auf den Keks zu gehen.

"The Walking Dead"-Szenenbild
"The Walking Dead"-Szenenbild (© 2018 Gene Page/AMC)

Wie viel Maggie davon hält, stellte sie schließlich schon in Episode 2 unter Beweis, als sie Gregory kurzerhand umgebracht hat. Und so langsam aber sicher nimmt die ganze Angelegenheit Fahrt auf. Dieses "Wir haben uns alle lieb"-Gehabe und die Lobpreisung von Rick in jedem erdenklichen Moment reicht auch irgendwann. Es wird Zeit, dass hier mal irgendjemand klare Kante zeigt – und das scheint bei Maggie und Daryl nun der Fall zu sein.

Da braut sich was zusammen

Die Szene mit den Oceanside-Mädels hat den beiden die Augen geöffnet. Cyndies Worte, wie sehr ihr die Entscheidung von Maggie mit Gregory imponiert habe und dass nicht mehr nur Ricks Regeln gelten, brachten die Hilltop-Anführerin zum Nachdenken. Anstatt die Hinrichtung von Arat zu verhindern, drehen Maggie und Daryl ab und überlassen das Saviors-Mitglied seinem Schicksal ...

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"The Walking Dead"-Szenenbild (©Gene Page/AMC 2018)
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"The Walking Dead"-Szenenbild (©Gene Page/AMC 2018)

Vor allem der Dialog im Anschluss hat mir gezeigt, dass Episode 4 möglicherweise ganz interessant werden dürfte – und zugleich den Abstieg von Rick einläutet. "Ricks Weg hatte seine Chance", sagt Maggie zu Daryl, der wortlos und anerkennend nickt. "Besuchen wir Negan!" Yessss!

Die Sache mit dem Baby ...

Da war ja noch was ... gleich zu Beginn der Episode. Rick will offenbar weiteren Nachwuchs mit Michonne. Auf der einen Seite natürlich absolut nachvollziehbar, immerhin läuft alles – naja, vieles – inzwischen in geregelten Bahnen. Auf der anderen Seite trieft es nur so vor Herzschmerz und Abschiedsduselei, wenn man im Hinterkopf hat, dass die Tage von Rick gezählt sind. Schon in Episode 5 soll er angeblich das letzte Mal zu sehen sein. Wie praktisch, dass er vorher idealerweise noch ein Kind gezeugt hat und so einen "Erben" hinterlässt ...

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"The Walking Dead"-Szenenbild (©Gene Page/AMC 2018)
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"The Walking Dead"-Szenenbild (©Gene Page/AMC 2018)
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So wird dem potenziellen Nachwuchs die gleiche Aufgabe zuteil, wie Judith und Hershel: Sie erinnern an beliebte "The Walking Dead"-Figuren und halten die Gedanken an sie aufrecht, auch wenn diese gar nicht mehr dabei sind. Hach ...

Welches Geheimnis verbirgt Jadis?

Zu guter Letzte wäre da noch die Sache mit Anne aka Jadis. Irgendwas führt die im Schilde, nur was?! Dass sie mit Justins Tod, wie zunächst von allen vermutet, nichts zu tun hat, sollte jedem klar gewesen sein. Ebenso deutlich wurde aber auch: Jadis hat Dreck am Stecken. Als sie dann zu ihrem Schrottplatz zurückkehrte und dort per Walkie Talkie zu einer unbekannten Person Kontakt aufnahm, war das Mysterium perfekt. A- oder B-Person? Hä? Und mit wem hat Jadis Menschen gegen Vorräte eingetauscht?

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"The Walking Dead"-Szenenbild (© 2018 Gene Page/AMC)

Als sie dann auch noch von Gabriel überrascht wird, war es nur eine Frage der Zeit, bis sie ihm eins überzieht. "Ich dachte, du wärst ein B!" Und zack lag er am Boden. So viel Brimborium um das mysteriöse A und am Ende war man genauso schlau wie vorher ... Danke für nichts!

Mein Fazit zur dritten "The Walking Dead"-Folge von Staffel 9

Für mich persönlich war "Keine Ausnahmen" eine solide, durchschnittliche "The Walking Dead"-Episode von Staffel 9. Zwei wichtige Konflikte wurden vertieft, ein bisschen Gefühlsduselei betrieben, um auf Ricks Abschied hinzudeuten (und ihn merklich dramatischer zu machen). Doch das wirklich spannende passierte erst ganz zum Schluss: der angedeutete Bruch von Maggie und Daryl mit Rick. Wenn in der kommenden Folge endlich mal etwas länger Negan auftaucht und es zum großen Krach zwischen Maggie, Daryl und Rick kommt, könnte es bis zum Midseason-Break doch noch ganz unterhaltsam werden ...

Schade nur, dass sich die "The Walking Dead"-Schöpfer so lange damit Zeit gelassen haben. Im Prinzip waren die ersten beiden Episoden reine Zeitverschwendung. Für mich wäre es nachvollziehbarer gewesen, wenn der Konflikt zwischen den drei Hauptfiguren direkt in Episode 1 ausgebrochen wäre ... immerhin hatten sie 18 Monate Zeit, um ausreichend Groll gegen Rick zu hegen.

Gedanken, die mir nach Episode 3 noch im Kopf herumschwirren

  • Wo zur Hölle bleibt Negan? Es wird Zeit, dass er ein bisschen für Stimmung sorgt ...
  • Sorry, aber dieses "Jedes Leben zählt"-Gelaber geht mir echt auf den Keks.
  • Klärt halt endlich mal die Sache mit dem A ...

TURN ON-Score: 3/5

TV-Ausstrahlung
Die neueste "The Walking Dead"-Episode von Staffel 9 läuft jeden Montag um 21:00 Uhr auf FOX und steht im Anschluss via Sky Ticket zum Abruf bereit.

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