menu
Highlight

"Titans"-Staffel 1 oder auch: DC kann noch düsterer!

Typisch DC? "Titans" ist vor allem eines: brutal und düster.
Typisch DC? "Titans" ist vor allem eines: brutal und düster.

Mit "Titans" fiel in den USA der Startschuss für DCs hauseigene Streamingplattform DC Universe. Hierzulande ist die komplette erste Staffel der neuen Superhelden-Serie nun auf Netflix zu sehen. Warum die TV-Show ganz anders ist als bisherige TV-Ableger aus dem Hause DC und ob es sich lohnt, reinzuschauen, erfährst Du in unserer Kritik.

Teen Titans

Einige denken bei den Teen Titans vermutlich eher an kinderfreundliche Zeichentrick-Adaptionen wie "Teen Titans Go!". Mit einer Kinderserie hat die Netflix-Neuerscheinung "Titans" allerdings so gar nichts zu tun. Auch dem leichtherzigeren, humorvollen Vorbild von Arrowverse-Shows wie "Supergirl" oder "The Flash" folgten die Showrunner der neuen Serie nicht.

Stattdessen erinnert "Titans" eher an die finsteren Kinofilme des DC Extended Universe – nur noch düsterer. Die Serie verbindet eine dunkle Superhelden-Story mit brutalen Actionszenen und einer guten Prise Horror. Hin und wieder ist die TV-Show dabei etwas zu sehr bemüht, mit viel Blut, Kraftausdrücken und Gewalt zu provozieren. Der grundlegenden Spannung der Serie, die ihre Zuschauer lange im Ungewissen lässt, tut das jedoch keinen Abbruch.

"Scheiß auf Batman!": Ton und Plot gehen Hand in Hand

Schon im Trailer spuckte Dick Grayson aka der ehemalige Robin (Brenton Thwaites) große Töne. "Scheiß auf Batman", wetterte der Serienheld gegen seinen einstigen Mentor und legte damit den Grundstein für die "Titans"-Tonalität. Viele DC-Fans ahnten prompt Schlimmes, wirkten solche Statements in den kurzen Vorab-Clips doch wie eine plumpe Provokation der "Dark Knight"-Anhänger.

Rachel Roth alias Raven ... fullscreen
Rachel Roth alias Raven ...
... und Dick Grayson aka Robin stehen im Zentrum der Handlung von "Titans". fullscreen
... und Dick Grayson aka Robin stehen im Zentrum der Handlung von "Titans".
Unterstützung bekommen sie unter anderem von Starfire. fullscreen
Unterstützung bekommen sie unter anderem von Starfire.
Rachel Roth alias Raven ...
... und Dick Grayson aka Robin stehen im Zentrum der Handlung von "Titans".
Unterstützung bekommen sie unter anderem von Starfire.

Schon beim Ansehen der ersten Folge merkt man jedoch: Im Kontext gesehen wirkt der Ton weit weniger überzogen. Dick Graysons Statement ist keinesfalls nur ein provokanter Name-Drop, um die Aufmerksamkeit der Zuschauer zu gewinnen. Tatsächlich ist der Versuch, sich vom Einfluss seines Ex-Mentors loszumachen, eine der zentralen Charaktereigenschaften Graysons. Der einstige Batman-Sidekick sucht verzweifelt nach seiner eigenen Identität, doch der Schatten von Bruce Wayne hängt ständig über ihm. Bösewichte halten nach dem dunklen Rächer Ausschau, sobald sie Robin sehen, und auch Verbündete interessieren sich oft nur für die Vergangenheit mit seinem Gönner.

In diese schwierige Selbstfindungsphase platzt dann auch noch die Teenagerin Rachel Roth alias Raven (Teagan Croft), in der eine gefährliche, düstere Kraft lauert. Der mysteriöse Ursprung dieser Kraft macht sowohl Rachel als auch Dick Grayson prompt zum Ziel eines Kults, der über Leichen gehen würde. Gut, dass ihnen auf ihrer Suche nach Antworten die geheimnisvolle Kory Anders alias Starfire (Anna Diop) und der liebenswerte Garfield "Gar" Logan aka Beast Boy (Ryan Potter) über den Weg laufen.

Starkes Superhelden-Team rettet die Serie

Womit wir bei den Darstellern und ihren Charakteren wären. Vorweg sei gesagt: Auch bei "Titans" kommen wir nicht umhin, von Zeit zu Zeit unglücklich das Gesicht zu verziehen, wenn es um den Look von Sets und Figuren geht. Das Produktionsdesign wirkt – wie bei so vielen Superhelden-Serien – häufig billig. Doch das macht die Besetzung mit ihrer starken Performance problemlos wieder wett.

Besonders vielversprechend sind die Szenen, in denen die Titans – Robin, Starfire, Raven und Beast Boy – miteinander interagieren. Brenton Thwaites' verschlossener Dick Grayson und Anna Diops toughe Kory wirken für sich genommen fast schon zu finster, beinahe wie Schurken, mit ihrem Hang zu Gewaltausbrüchen. Im Zusammenspiel mit Teagan Crofts verletzlicher Rachel und Ryan Potters charmant-witziger Darstellung von Gar wirkt das Team im Ganzen dann aber doch wie eine sympathische Familie.

Gemeinsam sind sie stark! Vor allem das Zusammenspiel der "Titans"-Stars überzeugt. fullscreen
Gemeinsam sind sie stark! Vor allem das Zusammenspiel der "Titans"-Stars überzeugt.
Auch wenn der Look der Serie teils etwas übertrieben wirkt. fullscreen
Auch wenn der Look der Serie teils etwas übertrieben wirkt.
Gemeinsam sind sie stark! Vor allem das Zusammenspiel der "Titans"-Stars überzeugt.
Auch wenn der Look der Serie teils etwas übertrieben wirkt.

Ein wenig lieblos gehen die "Titans"-Screenwriter hingegen teils mit den Nebenfiguren um. So werden Charaktere wie der zweite Robin, Jason Todd (Curran Walters), Wonder Girl (Conor Leslie) und die Doom Patrol völlig überstürzt eingeführt. Und überhaupt stellt sich schnell die Frage: Hätten es in Staffel 1 wirklich gleich so viele bekannte Figuren sein müssen, deren Einführung den eigentlichen Plot immer wieder unterbricht? Ein noch stärkerer Fokus auf das zentrale Quartett und die Charakterentwicklung der einzelnen Helden hätte der Serie sicher nicht geschadet.

Fazit zu "Titans"-Staffel 1: Vorsicht, Sucht-Potenzial!

Auch wenn die Staffel 1 von "Titans" ihre Fehler hat, ist die erste Serie des Streamingservices DC Universe durchaus gelungen. Ein spannender Plot, interessante Hauptfiguren und eine starke Besetzung sorgen dafür, dass ich mir als DC-Fan ständig gedacht habe: "Eine Folge geht noch" – und am Ende die ganze Staffel an einem Wochenende geschaut habe. Gut, dass Staffel 2 von "Titans" bereits bestätigt ist ...

Kommentar schreiben
Relevante Themen:

Neueste Artikel zum Thema Titans

close
Bitte Suchbegriff eingeben