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"Zombieland 2: Doppelt hält besser"-Kritik: Genieße die kleinen Dinge

Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Abigail Breslin und Emma Stone in Zombieland 2
Die "Zombieland"-Gang bekommt es ab 7. November wieder mit Untoten zu tun!

Die erste Regel von Columbus für das Überleben in der Welt von "Zombieland 2"? Genau: Cardio. Ausdauer mussten auch die Fans beweisen, die Fortsetzung zum Überraschungserfolg von 2009 ließ ein ganzes Jahrzehnt auf sich warten. Ob sich die Geduld ausgezahlt hat, liest Du in unserer Kritik.

Wenn Zombies zur Nebensache werden

Zehn Jahre ist es her, seit sich Columbus (Jesse Eisenberg), Tallahassee (Woody Harrelson), Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin) zusammengerauft haben. Deshalb gibt uns Columbus als Off-Stimme zu Beginn von "Zombieland 2: Doppelt hält besser" erst einmal ein Update, was sich seither in der Zombieapokalypse getan hat.

In freier Wildbahn treffen Überlebende jetzt auf unterschiedliche Zombies: die langsamen, weniger cleveren Homers (nach Homer aus "Die Simpsons"), die gerisseneren Hawkings (nach Stephen Hawking) und die blitzschnellen, leisen Ninjas. Aber keine Sorge, merken muss sich der Zuschauer diese Klassifizierung nicht. Auch wenn die Unterschiede extra erläutert werden: Im Laufe des Films spielen die verschiedenen Arten von Untoten keine Rolle mehr.

Emma Stone und Abigail Breslin in Zombieland 2 fullscreen
"Ernsthaft? Du hast mir diesen ganzen Zombie-Quatsch umsonst erzählt?!" "Hihi, 'tschuldigung!"

Überhaupt rücken die Zombies und der Überlebenskampf in "Zombieland 2" zunehmend in den Hintergrund. Zwar bekommen wir später noch eine weitere Gattung Untoter präsentiert, aber auch die fühlen sich nie so gefährlich an, wie sie angeblich sind. Selbst der obligatorische Showdown mit einer Zombiehorde wird ziemlich schnell abgefrühstückt.

Statt der Gefahr, von Zombies gefressen zu werden, stehen viel mehr die Beziehungen und Spannungen zwischen den einzelnen Charakteren im Fokus – was an sich nichts Schlechtes ist. Schließlich sind Nerd Columbus und Redneck-Haudrauf Tallahassee zusammen immer für einen Lacher gut. Einige zwischenmenschliche Entwicklungen fallen allerdings etwas zu vorhersehbar und gewollt aus. Ohne zu viel zu verraten: Das schräge Quartett geht zeitweise getrennte Wege.

Zentraler Cast in Zombieland 2 fullscreen
Auf die Plätze, fertig, los! Den letzten fressen die Zombies!

Frisches Blut in der Zombieapokalypse

Auf sich gestellt, gabeln Columbus und Tallahassee einen Neuzugang auf – eine junge Frau namens Madison. Leider wurde die von den Drehbuchautoren als hirnlose, wasserstoffblonde Barbiepuppe mit pinker Garderobe konzipiert. Fehlt eigentlich nur noch der Chihuahua! Doch Darstellerin Zoey Deutch schafft es, aus dem platten Klischee das Beste herauszuholen: In jeder Szene, in der ihr Charakter auftaucht, stiehlt sie den anderen Figuren die Show.

Zoey Deutch, Emma Stone, Jesse Eisenberg und Woody Harrelson in Zombieland 2 fullscreen
"Natürlich blond" trifft "The Walking Dead": Madison (links) ist ein wandelndes Klischee.

Mit der zweiten Newcomerin, Rosario Dawson, verhält es sich ähnlich. Ihr Charakter Nevada wurde eigentlich nur als Geliebte von Tallahassee ins Skript geschrieben. Aber Dawson wäre nicht Dawson, würde sie der Figur nicht trotzdem eine unvergleichliche Coolness und jede Menge Charme verleihen.

Woody Harrelson als Tallahassee und Rosario Dawson als Nevada in Zombieland 2 fullscreen
Hi, Cowboy!

Eigentlich konnten die Filmemacher rund um Regisseur Ruben Fleischer, der schon den ersten Teil inszenierte, mit ihrem hochkarätigen Cast wenig falsch machen. Immerhin waren Woody Harrelson, Jesse Eisenberg und Abigail Breslin schon einmal für einen Oscar nominiert, Emma Stone hat für ihre Performance in "La La Land" bereits einen Academy Award bekommen. Und siehe da: Das Zusammenspiel des Vierergespanns funktioniert auch zehn Jahre nach "Zombieland" wie geschmiert.

Regel 32: Genieße die kleinen Dinge

Letztlich sind es allerdings die kleinen, cleveren Details, die mir an "Zombieland 2" am besten gefallen haben. Von einem frechen Seitenhieb auf "The Walking Dead" bis zur irrwitzigen Anspielung auf einen gewissen tragischen Filmtod im ersten "Zombieland"-Teil: "Doppelt hält besser" ist wirklich witzig. Dem schrägen Humor des Vorgängers sind die Macher erfolgreich treu geblieben, von einigen allzu albernen Schenkelklopfern mal abgesehen.

Klar, den magischen Überraschungseffekt von "Zombieland" kann der neue Film nicht bieten. Sowohl die Figuren als auch das Setting sind bekannt. Trotzdem: Mit gerade einmal 99 Minuten Laufzeit ist "Zombieland 2: Doppelt hält besser" ein kurzweiliger Spaß mit zahlreichen kleinen Highlights.

Fazit: Nicht gebraucht, aber gewollt!

Keine Frage: "Zombieland" hätte kein Sequel nötig gehabt. Die Geschichte der Ersatzfamilie wider Willen rund um Columbus war im ersten Film eine runde Sache. Die Fortsetzung? Reiner Fan-Service. Aber immerhin ein sehr unterhaltsamer Service!

Kinostart
"Zombieland 2: Doppelt hält besser" startet am 7. November 2019 in den deutschen Kinos.

Zombieland 2: Doppelt hält besser
Zombieland 2: Doppelt hält besser
  • Datenblatt
  • Genre
    Horror, Komödie, Action
  • Laufzeit
    1 Stunde 39 Minuten
  • Release (D)
    7. November 2019
  • FSK
    ab 16 Jahren
TURN ON Score:
3,5von 5
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