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13 Verfilmungen von Stephen King, die wir uns wünschen

Da lächelt selbst der Großmeister des Schreckens: Seine Geschichten sind momentan schwer angesagt.
Da lächelt selbst der Großmeister des Schreckens: Seine Geschichten sind momentan schwer angesagt.

Andy Muschiettis "Es" hat im letzten Jahr unfassbare 700 Millionen Dollar an den Kinokassen eingespielt – damit dürfte feststehen: Horror-Autor Stephen King, der die Vorlage lieferte, ist eine wahre Goldgrube für Hollywood. Welche 13 Romane und Geschichten des Grusel-Großmeisters ebenfalls eine Verfilmung verdient hätten, liest Du im folgenden Artikel.

"Doctor Sleep" bei Netflix, das Remake von "Friedhof der Kuscheltiere" bald im Kino und eine TV-Serie rund um den "Dunklen Turm"-Zyklus: King-Fans dürfen sich auf jede Menge kommender Kinofilme und Serienprojekte freuen. Heute stelle ich 13 eher unbekannte Bücher und Geschichten des Autors vor, die in meinen Augen auf jeden Fall eine Verfilmung verdienen.

Noch ein kurzes Wort zur Erklärung: Manche der hier vorgestellten Bücher sind laut diversen Meldungen im Internet tatsächlich für eine Verfilmung im Gespräch. Das sind meist aber nur vage Gerüchte oder schon längst überholte Konzepte aus frühen Planungsphasen, von denen man seit Monaten nichts mehr gehört hat. Ich finde: So lange kein Drehbuch geschrieben, kein Regisseur benannt und kein Schauspieler verpflichtet ist, sind solche Meldungen nicht mehr wert als das Ehrenwort von Randall Flagg.

Wie bitte? Die Anspielung hast Du jetzt nicht verstanden? Dann folge mir – in die schaurig-schöne Welt des Stephen King. Und seiner Filme – auch wenn wir sie vielleicht niemals zu Gesicht bekommen werden ...

1. "Das Mädchen" (1999)

 Die Welt hat Zähne. Und mit denen beißt sie zu, wann immer sie will – das wird Trisha McFarland schon bald feststellen. fullscreen
Die Welt hat Zähne. Und mit denen beißt sie zu, wann immer sie will – das wird Trisha McFarland schon bald feststellen.

Worum geht's? 

Auf einer Waldwanderung verschwindet die neunjährige Trisha mal kurz ins Gebüsch, um für kleine Mädchen zu gehen. Und das ist der größte Fehler ihres Lebens, denn sie verliert ihre Mutter und ihren Bruder aus den Augen. Erst ist Trisha amüsiert, dann besorgt – und bald kämpft sie ums Überleben. Sie gerät immer tiefer in die dichten Wälder, während ihre Vorräte allmählich zur Neige gehen und jede Suche nach ihr ergebnislos bleibt.

Und dann hört sie in einer der endlosen, schrecklichen Nächte, die sie im Unterholz verbringt, ein Geräusch: Es ist der Gott der Verirrten. Und er kommt, um sie zu holen ...

Warum das ein toller Film wäre

Ein Mädchen verirrt sich: Was nach einer vermeintlich simplen Geschichte klingt, entwickelt sich schnell zu einer fesselnden Charakterstudie. Trisha McFarland dürfte dabei das überzeugendste Kind sein, das Stephen King je geschrieben hat: mal überdreht und albern, dann wieder bis auf die Knochen erschöpft und mental ausgelaugt.

Ob Trisha heil aus dem Wald herausfindet, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Nur so viel: Wer in der letzten Szene keine feuchten Augen hat, sollte sich dringend mal auf akute Herzlosigkeit untersuchen lassen!

Das wäre die beste Szene

Wenn Trisha am Ende ihrer langen, langen Reise dem Gott der Verirrten gegenübersteht. Ob es ihn wirklich gibt oder er nur in ihrem Kopf existiert, ist lange Zeit die zentrale Frage, die Trisha (und damit auch den Zuschauer) nicht zur Ruhe kommen lässt. Die Auflösung ist, typisch Stephen King, absolut einleuchtend und gleichzeitig ein riesiger What-the-f*ck-Moment.

2. "Travel" (1981)

 Mars macht mobil – auch wenn das "Traveln" weitaus schneller geht als jeder Flug. fullscreen
Mars macht mobil – auch wenn das "Traveln" weitaus schneller geht als jeder Flug.

Worum geht's?

Im Amerika des 24. Jahrhunderts ist das Teleportieren Alltag geworden. Mark Oates und seine Familie bereiten sich auf das "Traveln" zum Mars vor, wo sie fortan leben wollen.

Aber jede Technik hat ihre Tücken – und so wird aus dem vermeintlichen Sekunden-Trip ein absolutes Horrorszenario.

Warum das ein toller Film wäre

Zugegeben, wir reden hier wohl eher von einem Kurzfilm – immerhin ist auch die literarische Vorlage nur wenige Seiten lang. Aber in den Händen eines fähigen Regisseurs hat diese Geschichte nicht nur das Potenzial, die Zuschauer mit einer albtraumhaften letzten Szene bis ins Mark zu schocken.

Sie hätte auch das Potenzial, ein faszinierendes Bild einer fernen Zukunft zu entwerfen, in der unsere kühnsten Träume wahr geworden sind. Wir haben das Beamen gemeistert – was bedeutet das für die Menschen auf der Erde? Science-Fiction mit einem kräftigen Schuss Horror – wer würde das nicht sehen wollen ...?

Das wäre die beste Szene

Die letzte. Wäre vielleicht nicht ganz so ein harter Schlag in die Magengrube wie das berüchtigte Ende von "Der Nebel", aber viel fehlt nicht mehr.

3. "Das Bild" (1995)

 "Das Bild" bedient sich gewisser mythologischer... nun ja, Bilder eben. fullscreen
"Das Bild" bedient sich gewisser mythologischer... nun ja, Bilder eben.

Worum geht's?

Rose Daniels lebt in der Hölle: Ihr Ehemann, der sadistische Cop Norman (der nicht ganz zufällig denselben Vornamen trägt wie "Psycho"-Muttersöhnchen Norman Bates) schlägt und misshandelt sie regelmäßig, sie erleidet seinetwegen sogar eine Fehlgeburt.

Irgendwann flieht sie überstürzt aus ihrer gemeinsamen Wohnung. Bei einem Pfandleiher stolpert sie über ein mysteriöses Bild einer Frau in roten Gewändern. Und sie ahnt: Dieses Bild wird über ihr Schicksal entscheiden.

Warum das ein toller Film wäre

Stephen King selber bezeichnete sein Buch als "bemüht und ungelenk". Damit hat er nicht ganz Unrecht, aber als Film könnte die Sache besser funktionieren: Der Mix aus Sozialdrama und Fantasy wird gegen Ende hin wirklich spannend, die Blicke in Abgründe häuslicher Gewalt sind schwindelerregend. Und Norman Daniels? Der dürfte im Ranking der ekelhaftesten King-Bösewichte einen der vorderen Plätze einnehmen: Ein Typ zum Hassen!

Das wäre die beste Szene

Hoffentlich ist es kein derber Spoiler, aber: Norman bekommt, was er verdient. Und zwar auf eine sehr fantasievolle, poetische Art und Weise, die mich schon beim Lesen fast zu Szenenapplaus hingerissen hat. In passende Bilder gekleidet und mit dem richtigen Soundtrack darunter, könnten wir hier wirklich eine Einstellung für die Ewigkeit haben.

4. "Schlaflos" (1994)

 Die Griechen nannten die Schicksalsgöttinnen Erinnyen, die Römer Moiren oder Parzen – aber das wusstest Du natürlich. fullscreen
Die Griechen nannten die Schicksalsgöttinnen Erinnyen, die Römer Moiren oder Parzen – aber das wusstest Du natürlich.

Worum geht's?

Der Rentner Ralph Roberts kann nicht schlafen. Er beginnt, seltsame Dinge zu sehen – wie die hell leuchtenden Auren seiner Mitmenschen zum Beispiel. Und drei kleine, kahlköpfige Ärzte, die offenbar von einer anderen Ebene der Existenz stammen.

Schon bald begreift Ralph, dass er in ein kosmisches Spiel hineingezogen wurde, dessen Ausgang über den Fortbestand der Menschheit entscheidet. Hier sind höhere Mächte am Werk – und die Uhr tickt.

Warum das ein toller Film wäre

Tja, auch "Schlaflos" ist nicht gerade ein Lieblingsbuch von Stephen King. Das mag daran liegen, dass er hier mit Biegen und Brechen eine Verbindung zum "Dunklen Turm"-Zyklus schaffen wollte. Ohne diesen ganzen Ballast hätten wir theoretisch einen originellen Genrefilm, der zwischen Grusel und Fantasy schwankt, und nebenbei auch noch relevante gesellschaftspolitische Themen wie Abtreibung (!) anspricht.

Das wäre die beste Szene

Atropos und Lachesis, zwei der kleinen, kahlköpfigen Ärzte, erklären unseren Protagonisten die verschiedenen Ebenen der Existenz. Der Plan, der Zufall, die Ärzte und Lebewesen hinter Zeit und Raum, die ewig leben "oder zumindest so lange, dass es keinen Unterschied mehr macht": Ich sehe hier eine effektstarke Fünf-Minuten-Sequenz, die man sich später auf YouTube immer wieder angucken möchte.

5. "Überlebenstyp" (1982)

 In "Überlebenstyp" wird die Verzweiflung der Hauptfigur von Tag zu Tag größer. fullscreen
In "Überlebenstyp" wird die Verzweiflung der Hauptfigur von Tag zu Tag größer.

Worum geht's?

"Überlebenstyp" ist eine kleine, schnörkellose Horror-Kurzgeschichte, wie sie sich vor allem in Kings Frühwerk immer wieder findet – ohne Botschaft oder tiefere Moral. Aber dafür mit einem Ende mit Knalleffekt.

Ein Chirurg erleidet Schiffbruch und rettet sich auf eine einsame Insel – er hat nur ein paar Streichhölzer, zwei Kilo Heroin als Schmuggelware und sein Arztbesteck dabei. Als sein Hunger immer größer wird, sieht er sich mit einer alles entscheidenden Frage konfrontiert: Wie stark ist der Überlebenswillen eines Patienten ...?

Warum das ein toller Film wäre

Stell Dir "Verschollen" mit Tom Hanks als Horrorfilm vor, dann hast Du schon ungefähr eine Ahnung, wie eine mögliche Verfilmung aussehen könnte – das Drama, die Triumphe, aber auch die abgrundtiefe Verzweiflung des Protagonisten. Und weil wir hier bei Stephen King sind, gibt's auch keinen freundlichen Volleyball – sondern jede Menge derber Szenen, gegen die selbst "127 Stunden" mit James Franco verblasst.

Das wäre die beste Szene

Auch wenn es unoriginell ist: Mit der letzten Einstellung steht und fällt der ganze Film. In den Händen eines talentierten Regisseurs könnte sie zum unbestrittenen Money Shot des Films werden, der einen ganzen Kinosaal zum Würgen bringt. Und ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ICH möchte das unbedingt erleben!

6. "Joyland" (2013)

 Jahrmärkte sind von Hause aus creepy, da muss man eigentlich gar nicht mehr viel hinzudichten. fullscreen
Jahrmärkte sind von Hause aus creepy, da muss man eigentlich gar nicht mehr viel hinzudichten.

Worum geht's?

Das Leben des Studenten Devin Jones wird von großen Umwälzungen erschüttert: Er jobbt in einem Vergnügungspark mit einer dunklen Geschichte. Seine große Liebe gibt ihm per Brief den Laufpass (das Luder) und was hat es mit dem kleinen Jungen auf sich, der offenbar über übersinnliche Fähigkeiten verfügt? Nach diesem Sommer wird nichts mehr so sein, wie es vorher war.

Warum das ein toller Film wäre

"Joyland" ist einer jener Romane, der niemals die Berühmtheit von "Es" oder "Shining" erlangen wird. Dabei beweist der Hybrid aus Mystery, Horror und Geistergeschichte, wie erstklassig Stephen Kings Fähigkeiten als Beobachter menschlicher Verhaltensweisen ist: Den alles zerreißenden Schmerz der ersten großen verlorenen Liebe können wir wohl alle nachfühlen.

Dass das dramatische Finale angemessen kitschig ist und sich in jedem Horrorfilm der 80er gut gemacht hätte, versteht sich da fast schon von selbst.

Das wäre die beste Szene

Zur Abwechslung mal nicht die Schlusspointe oder ein besonders krasser Jump Scare, sondern etwas ganz Alltägliches: Devin erfährt, wie ein Freizeitpark hinter den Kulissen funktioniert.

Ja, klingt unspektakulär und ist es auch, aber Hand aufs Herz: Wir wüssten doch schon gerne die kleinen und großen schmutzigen Details, die den Gästen immer verborgen bleiben, oder? Wie Stephen King im wunderbaren Ratgeber "Das Leben und das Schreiben" selber anmerkte: "Leute lesen gerne über anderer Leute Arbeit. Keiner weiß, warum das so ist, aber es stimmt".

7. "Umneys letzter Fall" (1993)

 Die Kerle waren cool, die Ladies elegant und verführerisch: "Umneys letzter Fall" lässt die 1930er Jahre wieder aufleben. fullscreen
Die Kerle waren cool, die Ladies elegant und verführerisch: "Umneys letzter Fall" lässt die 1930er Jahre wieder aufleben.

Worum geht's?

Clyde Umney ist ein abgebrühter Privatdetektiv im Los Angeles der 1930er-Jahre. Doch eines Morgens wird er stutzig: Irgendwas stimmt nicht. Die Nachbarn sind merkwürdig ruhig, sein Lieblingscafé hat plötzlich dichtgemacht und seine zuckersüße Sekretärin hat gekündigt.

Spielt hier jemand ein durchtriebenes Spiel mit ihm? Er wird es herausfinden – schließlich hat er 1927 nicht umsonst den Titel als "Schnüffler des Jahres" erhalten. Aber nichts hätte ihn auf die Wahrheit vorbereiten können ...

Warum das ein toller Film wäre

Weil es mal wieder eine ziemlich untypische Geschichte ist, deren Horror eher existenzialistischer als blutrünstiger Natur ist. Außerdem kommen herrlich altmodische Detektivgeschichten im Stile eines Raymond Chandler doch nie wirklich aus der Mode – ich sehe das glitzernde, glamouröse Los Angeles im Jahr 1933 förmlich vor mir!

Das wäre die beste Szene

Umney, völlig verwirrt und überfordert, versteht endlich die Wahrheit. Mehr sollte man an dieser Stelle wirklich nicht sagen.

8. "Der Buick" (2002)

 Ein Motorwechsel könnte tödlich sein: Welches Geheimnis verbirgt der mysteriöse "Buick"...? fullscreen
Ein Motorwechsel könnte tödlich sein: Welches Geheimnis verbirgt der mysteriöse "Buick"...?

Worum geht's?

Nach dem Tod seines Vaters sucht Ned Wilcox Trost bei dessen ehemaligen Arbeitskollegen – allesamt Polizisten. Und sie erzählen ihm eine seltsame Geschichte: Eines Tages sei ein Fremder aufgetaucht und habe seinen nachtblauen Buick zurückgelassen. Und mit dem Auto gehe irgendwas Seltsames vor sich, sagen sie.

Ned ist skeptisch – doch schon bald erfährt er Dinge, die ihm das Blut in den Adern gefrieren lassen. Nein, mit diesem Buick ist etwas ganz und gar nicht in Ordnung.

Warum das ein toller Film wäre

Wer jetzt an John Carpenters "Christine" von 1983 denkt, liegt leider ziemlich daneben: Ja, der Buick verbirgt ein dunkles Geheimnis. Aber hier geht es nicht um ein Menschen mordendes Auto – sondern um die Geister der Vergangenheit, die uns plagen, die Weitergabe von Wissen von einer Generation zur nächsten und die niederschmetternde Erkenntnis, dass schlimme Dinge manchmal einfach völlig wahllos passieren.

Oh, und um ein paar echt fiese Monster.

Das wäre die beste Szene

Puh, schwer zu sagen – wenn man nicht spoilen will. Halten wir es vage: Irgendwann kommt jemand oder etwas aus dem Buick. Und dieser jemand oder etwas schreit. Stephen King schreibt, dass diese Schreie das Schlimmste an der Szene sind.

Und das will schon was heißen, wenn man weiß, was da eigentlich aus dem Auto steigt.

9. "Todesmarsch" (1979)

 "Todesmarsch" ist das wohl beste Buch aus der Bachman-Reihe. fullscreen
"Todesmarsch" ist das wohl beste Buch aus der Bachman-Reihe.

Worum geht's?

In einem von Krisen gebeutelten Amerika hat sich der perverse "Todesmarsch" zu einem weltweit übertragenen Mega-Event entwickelt: 100 Jungen laufen einen Marathon – ohne Pause. Der Gewinner bekommt für den Rest seines Lebens alles, was er sich wünscht.

Die Verlierer werden vor laufenden Kameras erschossen. Die Gewinnchance beträgt 1:99. Und der Todesmarsch beginnt ein weiteres Mal ...

Warum das ein toller Film wäre

Lange Zeit war King-Spezi Frank Darabont für die Verfilmung im Gespräch, mittlerweile liegen die Filmrechte beim "Es"-Studio New Line Cinema. Das beweist: Der Stoff ist heiß!

Allerdings hängt hier alles am Skript, denn die Geschehnisse des Buches erleben wir ausschließlich durch die Augen von Geher Nummer 47, Ray Garraty – eine besondere Herausforderung für jeden Drehbuchautor. "Todesmarsch" ist eine erschütternde Charakterstudie einer verlorenen Generation: Unsere Besessenheit von Krieg und Tod auf der einen und Ruhm und Geld auf der anderen Seite treibt uns allmählich in den Wahnsinn.

Das wäre die beste Szene

Der erste Geher des Marsches scheidet endgültig aus ("bekommt sein Ticket", wie es im Original heißt). Natürlich wäre die Erschießung in jedem Trailer prominent in Szene gesetzt, was dem Schock einiges von seiner Wucht nehmen würde.

Aber falls doch zwei, drei (Un-)Glückliche im Kino sitzen sollten, die überhaupt nicht wissen, worum es im "Todesmarsch" geht, kriegen die hier eine Szene geboten, die sich garantiert ins Hirn einbrennt!

10. "Hinterlassenschaften" (2005)

 Die Brille war doch gestern noch nicht da... Die "Hinterlassenschaften" haben einen dramatischen Hintergrund. fullscreen
Die Brille war doch gestern noch nicht da... Die "Hinterlassenschaften" haben einen dramatischen Hintergrund.

Worum geht's?

In der Wohnung des Versicherungsmaklers Scott Staley tauchen ihm unbekannte Gegenstände auf: eine Brille, ein Baseballschläger, ein Furzkissen. Was er auch versucht, um sie loszuwerden, sie erscheinen einfach immer wieder.

Hier sind offenbar Geister am Werk – aber nicht solche aus schlechten Gruselgeschichten. Scott Staley muss sich seiner eigenen Schuld stellen, um das zu verstehen.

Warum das ein toller Film wäre

In "Hinterlassenschaften" verarbeitet King das Trauma des 11. September 2001, das die Welt für immer veränderte. Was wie eine schon hundertfach gehörte Lagerfeuergeschichte beginnt, wird schnell zu einer hoch emotionalen Abhandlung über (vermeintliche) Schuld, Sühne und Trauer.

Das Thema erfordert sicherlich einiges an Fingerspitzengefühl. Hat aber das Potenzial, auch den unterkühltesten Rohling in ein schluchzendes Häufchen Elend zu verwandeln. Bitte schon mal die Taschentücher bereithalten!

Das wäre die beste Szene

Hm, "beste" Szene ist hier vielleicht etwas unpassend, aber die Schilderung der letzten Momente im Leben eines 9/11-Opfers ist vermutlich der deprimierende Höhepunkt der Geschichte. So eindringlich ist selbst Stephen King selten – mir sind bei der entsprechenden Stelle die Tränen über die Wangen gelaufen und ich schäme mich ihrer nicht.

11. "Love" (2005)

 Eine derart idyllische Szenerie spielt in "Love" eine zentrale Rolle. fullscreen
Eine derart idyllische Szenerie spielt in "Love" eine zentrale Rolle.

Worum geht's?

Es ist "Lisey's Story", wie der weitaus passendere Originaltitel im Englischen lautet.

Lisey, die Witwe des Schriftstellers Paul Landon, ordnet schweren Herzens seinen Nachlass. Dabei erfährt sie immer mehr von der dunklen Vergangenheit ihres Mannes: Seine komplizierte Familiengeschichte, seine inneren Dämonen, seine spezielle Gabe. Doch Lisey schwebt in akuter Gefahr, denn ein wahnsinniger Fan hat es auf sie abgesehen. Und sie erkennt: Ihre Rettung liegt in den geheimen Botschaften ihres Mannes ...

Warum das ein toller Film wäre

"Love" hat klassische Horrorelemente und ein paar recht derbe Gewaltspitzen, ist aber eigentlich eine Geschichte über zwei Menschen und ihre Beziehung zueinander: Selbst in einer liebevollen, innigen Ehe gibt es Dinge, die wir niemals voneinander wissen können. Und vielleicht auch nicht sollten.

Nicht umsonst wurde "Love" mit renommierten Buchpreisen wie etwa dem Bram Stoker Award ausgezeichnet, es darf als eines der besten Bücher aus Kings Spätwerk-Phase gelten. Unfassbar spannend, fantasievoll und so wahrhaftig, dass es fast wehtut: "Love" ist überreif für eine Verfilmung!

Das wäre die beste Szene

Lisey sieht Boo'ya Mond zum ersten Mal. Und den Long Boy, der dort lebt.

12. "Die letzte Sprosse" (1978)

 "Die letzte Sprosse" zeigt, dass der wahre Horror manchmal mitten im Leben stattfindet. fullscreen
"Die letzte Sprosse" zeigt, dass der wahre Horror manchmal mitten im Leben stattfindet.

Worum geht's?

Anwalt Larry bekommt einen Brief von seiner Schwester Kitty, der nur einen einzigen Satz enthält. Bilder aus ihrer Vergangenheit tauchen vor seinem inneren Auge auf: Wie sie als Kinder immer zusammen in einer Scheune gespielt haben, wie Kitty die lange Leiter auf den Scheunenboden hinaufkletterte und wie eines Tages die letzte Sprosse brach.

Larry hat seine Schwester damals vor dem Absturz gerettet. Doch diesmal kommt er zu spät.

Warum das ein toller Film wäre

Vielleicht geht's ja nur mir so, aber ich würde diese Kurzgeschichte wahnsinnig gerne auf der großen Kinoleinwand sehen – ausgeschmückt und erweitert, aber dafür sind Verfilmungen ja da.

Allerdings hängt hier alles am Casting: Kitty und Larry müssen absolut überzeugend sein. Und zwar als Erwachsene und als Kinder! Sie sind das emotionale Zentrum der Erzählung. Gelingt das, hätten wir hier theoretisch ein berührendes Drama, das keinen kalt lassen dürfte – ob man nun selber eine kleine Schwester hat oder nicht.

Das wäre die beste Szene

"Du bist doch mein großer Bruder." Habt ihr die Taschentücher noch griffbereit? Gut.

13. "Regulator" (1996)

 Die Regulatoren kommen in seltsamen Vehikeln. Aber was wollen sie...? fullscreen
Die Regulatoren kommen in seltsamen Vehikeln. Aber was wollen sie...?

Worum geht's?

Es ist ein schöner Sommertag in Wentworth, Ohio. Plötzlich tauchen futuristisch anmutende Lieferwagen in der Straße auf, deren ungesehene Insassen in Sekundenschnelle ein Blutbad unter den Bewohnern anrichten.

In Panik und Verwirrung versuchen sich die Anwohner zu retten – wer sind die Angreifer? Was fahren sie für seltsame Lieferwagen? Und warum töten sie wahllos Menschen? Niemand kennt die Antwort, nur die Witwe Audrey Wyler hat eine schlimme Vermutung ...

Warum das ein toller Film wäre

Möglicherweise ist "Regulator" der am schwersten zu verfilmende Roman dieser Liste. Denn die titelgebenden Regulatoren sind in der Buchvorlage ebenso fantastisch wie bedrohlich, könnten auf der Leinwand aber schnell lächerlich wirken.

Andererseits: Wenn die erfundenen Tode von erfundenen Comic-Helden eines erfundenen Filmuniversums uns so sehr mitnehmen, dass ganze Schulklassen von "Avengers: Infinity War" traumatisiert werden, können wir wohl auch die ziemlich skurrile Prämisse von "Regulator" akzeptieren. Das gäbe nämlich einen irre spannenden, originellen und beizeiten wirklich harten Action-Horror-Hybriden, zu dem es nicht viel Vergleichbares gibt.

Das wäre die beste Szene

Da kann es nur eine Antwort geben: Der erste Angriff der Regulatoren. Wirkte im Buch schon wie ein bizarrer Fiebertraum in Zeitlupe.

Potenzielle Hauptfiguren sterben schon nach wenigen Minuten im Kugelhagel, Stephen King verschont selbst Kinder nicht: SO macht man Lesern und Zuschauern unmissverständlich klar, dass man es ernst meint!

Das sagt Wolf:
Stephen-King-Fans, jetzt seid ihr dran: Welche Erzählung fehlt in dieser Liste noch, was würdet ihr gerne im Kino sehen?
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