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15 Minuten? Reicht! Die kürzesten Oscar-prämierten Filmauftritte

Anne Hathaway gewinnt 2013 einen Oscar für ihre Rolle in "Les Misérables".
Anne Hathaway gewinnt 2013 einen Oscar für ihre Rolle in "Les Misérables". (©YouTube/ Oscars 2016)

In 20 Minuten kochst Du Kaffee, nimmst eine kurze Dusche oder gießt alle Deine Blumen. Das ist schon mal gar nicht schlecht. Allerdings schaffen es einige Schauspieler, mit weniger als 20 Minuten auf der Leinwand einen Oscar zu gewinnen. Das wiederum ist ganz schön beeindruckend.

Natürlich gehen auch kurzen Auftritten in der Regel eine lange Vorbereitungszeit und zeitintensive Dreharbeiten voraus. Dennoch ist es ausgesprochen bemerkenswert, wie die folgenden fünf Schauspieler es geschafft haben, mit nur wenigen Minuten auf der Leinwand einen Oscar einzuheimsen!

1. Judi Dench in "Shakespeare in Love" (8 Minuten)

 Weniger Emotion geht nicht: Judi Dench als eiskalte Königin Elisabeth I. fullscreen
Weniger Emotion geht nicht: Judi Dench als eiskalte Königin Elisabeth I. (©YouTube/ David Martinez 2016)

Judi Dench hat sich vor allem als MI6-Chefin M in den "James Bond"-Filmen einen Namen gemacht. Immerhin ist sie dort die einzige Person, die 007 in seine Schranken weisen kann. Dass sie aber auch in anderen Rollen absolut überzeugt, bewies sie in "Shakespeare in Love". Als strenge Königin Elisabeth I.  erwärmt die Schauspielerin nicht gerade die Herzen des Publikums. Trotzdem bzw. gerade deswegen wurde sie für ihre Leistungen 1999 mit dem Oscar als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet – vollkommen verdient. Wir bekommen Judi Dench gerade einmal acht Minuten lang zu sehen, doch in jeder dieser Minuten friert der Bildschirm vor emotionaler Kälte fast ein.

Anne Hathaway in "Les Misérables" (15 Minuten)

 Auch Anne Hathaway wusste mit nur wenigen Minuten Screentime zu überzeugen. fullscreen
Auch Anne Hathaway wusste mit nur wenigen Minuten Screentime zu überzeugen. (©Facebook/LesMiserables.film 2016)

In "Les Misérables" schlüpfte Anne Hathaway in die Rolle der Fantine, die in sehr ärmlichen Verhältnissen lebt. Doch das Schicksal meint es endlich wieder gut mit ihr, als Jean Valjean (Hugh Jackman) sich in sie verliebt – ein Happy End bedeutet das allerdings noch lange nicht. Nur eine Viertelstunde lang ist Anne Hathaway auf der Leinwand zu sehen – doch das genügte für die Auszeichnung als beste Nebendarstellerin bei den Oscars 2013. Zur Zeit ihrer Nominierung war Anne Hathaway übrigens die gefühlt unbeliebteste Schauspielerin Hollywoods: Ihre Dankesreden und Outfits, ja sogar ihre Figur und ihre Zähne wurden andauernd kritisiert. Ihr Kleid von der Oscar-Verleihung erhielt mit LesNipperables sogar seinen eigenen Twitter-Account. Ihrem Academy Award stand all das jedoch nicht im Wege.

Anthony Hopkins in "Das Schweigen der Lämmer" (15 Minuten)

 Hannibal Lecter (Anthony Hopkins) braucht eben nicht viel Zeit auf der Leinwand, um das Publikum in Angst und Schrecken zu versetzen. fullscreen
Hannibal Lecter (Anthony Hopkins) braucht eben nicht viel Zeit auf der Leinwand, um das Publikum in Angst und Schrecken zu versetzen. (©YouTube / ahmoda looz 2016)

Nervenzerreißend und kaum zu ertragen ist Anthony Hopkins' Auftritt in "Das Schweigen der Lämmer". Da ist es fast schon eine Erleichterung, dass Hopkins als Hannibal Lecter lediglich 15 Minuten lang zu sehen ist. Absolut brillant-schaurig verkörpert der Brite den psychotischen Serienkiller, dessen Lippen gefühlt die ganze Zeit ein leichtes Lächeln umspielt. Die geradezu unangenehm wirkenden Nahaufnahmen tragen ihr Übriges dazu bei, dass der Zuschauer bei jeder Szene unruhig auf seinem Sessel hin und her rutscht. Absolut zu Recht bekam Anthony Hopkins für seine Rolle in "Das Schweigen der Lämmer" 1992 den Oscar als bester Hauptdarsteller.

Anthony Quinn in "Vincent van Gogh – Ein Leben in Leidenschaft" (8 Minuten)

 Anthony Quinn (r.) spielte den Künstler Paul Gauguin, einen guten Freund von Vincent van Gogh (Kirk Douglas, l.) fullscreen
Anthony Quinn (r.) spielte den Künstler Paul Gauguin, einen guten Freund von Vincent van Gogh (Kirk Douglas, l.) (©picture alliance/Mary Evans Picture Library 2016)

In "Vincent van Gogh – Ein Leben in Leidenschaft" wird die Geschichte des berühmten niederländischen Künstlers erzählt. Insgesamt war der Film von Vincente Minnelli für vier Oscars nominiert. Lediglich Anthony Quinn durfte den Academy Award am Ende auch mit nach Hause nehmen: Er wurde für seine Rolle als Paul Gauguin als bester Nebendarsteller ausgezeichnet – und das, obwohl er auf der Leinwand gerade einmal acht Minuten lang zu sehen war. Auch Kirk Douglas brilliert in dem Spielfilm als Vincent van Gogh, geht bei der Verleihung der Oscars 1956 aber leer aus.

Beatrice Straight in "Network" (5 Minuten)

 Beatrice Straight mimte 1976 in "Network" eine betrogene Ehefrau – und das sehr erfolgreich! fullscreen
Beatrice Straight mimte 1976 in "Network" eine betrogene Ehefrau – und das sehr erfolgreich! (©YouTube/Gart Williams 2016)

In der Filmsatire "Network" erklärt der Nachrichtensprecher Howard Beale (Peter Finch) vor laufenden Kameras, dass er wegen Umstrukturierungen entlassen werden soll. Gleichzeitig kündigt er daraufhin live seinen Selbstmord an. Das macht ihn zum Star. "Network" wurde mit vier Oscars ausgezeichnet. Einen davon nahm Beatrice Straight entgegen, die in ihrer Rolle als betrogene Ehefrau Louise Schumacher gerade einmal fünf Minuten in dem Film zu sehen ist. Fünf. Minuten. Damit hält sie den Rekord für den kürzesten Filmauftritt, der mit einem Oscar geehrt wurde.

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