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5 Filme, die das Publikum feiert – Kritiker allerdings nicht

Von Fans geliebt, von Kritikern verschmäht: Die "Transformers"-Filmreihe.
Von Fans geliebt, von Kritikern verschmäht: Die "Transformers"-Filmreihe. (©Facebook/Transformers05 2016)

Einige weltbekannte Oscar-Filme sind echtes Kassengift. Nur ein ausgewähltes Publikum aus passionierten Cineasten ist dann bereit, etwa für ein dreistündiges Arthouse-Drama ins Kino zu gehen. Dagegen klingelt bei manchem hart zerrissenen Trashfilm die Kinokasse, als gäbe es kein Morgen mehr. Oft haben besonders krude Machwerke sogar gerade deshalb eine treue Fanbasis. Wie kann das sein? Wir werfen einen Blick auf fünf beliebte Filme, die Kritiker hassen, das Publikum jedoch liebt.

1. "Final Destination"

Blutiger Teeniehorror kommt gerade zur Sommerzeit gut beim Publikum weg, entsprechend waren viele von "Final Destination" angetan. Die meisten Kinogänger mochten die damals frische Idee, dass mal kein Killer den sexy Jugendlichen das Lebenslicht auspustet, sondern abstruse "Unfälle" durch göttliche – oder teuflische? – Fügung. Fast 70 Prozent der User von Rotten Tomatoes nahmen den ersten Teil aus dem Jahr 2000 positiv auf, während die Kritiker dem nur zu 34 Prozent zustimmten. "Schlecht geschrieben, auf Niveau einer mittelmäßigen TV-Produktion", hieß es im Chicago Tribune. "Ein dummer Slasherfilm ohne Slasher", tönte es in der New York Post. Vier Fortsetzungen kamen in die Kinos, die Serie spielte rund 350 Millionen Dollar in den USA ein und landete so noch in den Top Ten der erfolgreichsten Horrorserien überhaupt.

2. "Ich bin Sam"

Bei Dramen ist die Diskrepanz zwischen Kritikern und Publikum meist anders herum gelagert. Im zweifellos liebsten Kritikergenre wird den Filmexperten und ihrem Urteil generell mehr vertraut. Nicht so bei "Ich bin Sam" aus dem Jahr 2001. Hier ist Sean Penn als geistig zurückgebliebener Vater zu sehen, der um das Sorgerecht für seine kleine Tochter kämpfen muss. Eigentlich ein Garant für Lob der Fachpresse, meint man, aber Fehlanzeige. Gerade mal 34 Prozent der Kritiker gaben diesem den Daumen nach oben, während ganze 87 Prozent der Zuschauer das Familiendrama feierten. Generell wurde Penns darstellerische Leistung in der Kritik gelobt, die Story aber als viel zu sentimental und dennoch dem Thema niemals gerecht werdend abgewatscht. Knapp 100 Millionen Dollar kamen an den Kinokassen zusammen, von einem Flop kann man hier also nicht sprechen. Was am Ende wirklich einen guten Film ausmacht, liegt wohl im Auge des Betrachters.

3. "Transformers"

Wer nicht schon als Kind mit den Plastikrobotern gespielt hat und sie zu Autoformen oder anderen Kuriositäten verknetete, hat es wohl nie verstanden: den Hype um die "Transformers"-Filme. Im besten Fall sind sie schlichte Krachbumm-Action, im schlimmsten Fall aber mit so dämlichen Dialogen unterlegt, dass es kaum auszuhalten ist. Der vierte Teil etwa, "Transformers: Ära des Untergangs", fiel bei Kritikern gnadenlos durch, Rotten Tomatoes gibt eine durchschnittliche Kritikerwertung von 18 Prozent an, bei den Nutzern des Filmbewertungsportals mochten immerhin 51 Prozent das Machwerk. Und an der Kinokasse? Beim breiten Publikum brach "Transformers 4" diverse Einspielrekorde, spielte am ersten Wochenende in den USA alleine 300 Millionen Dollar ein. Allerdings wurde natürlich das Publikum nicht befragt, ob es mit dem Film zufrieden war. Die "Transformers" sind aber ein gutes Beispiel, wie mit einer bekannten Marke und spektakulären Effekten kräftig Kasse gemacht werden kann, ohne sich viel mit filmischer Qualität auseinandersetzen zu müssen.

4. "Fifty Shades of Grey"

Eine bekannte Spielzeugmarke kann ein Aufhänger sein, mit dem man Fans lockt, aber natürlich auch der Klassiker schlechthin: eine Bestseller-Romanvorlage. Was sich schon als Buch gut verkaufte, wird als Film meistens auf ähnliche Resonanz stoßen. Erst recht, wenn es sich um (vermeintlich) höchst skandalöse Literatur handelt wie bei "Fifty Shades of Grey". Mehr als 100 Millionen Mal wurde der Erotikroman um die schüchterne Studentin Anastasia Steele und den auf SM mit ihr stehenden Milliardär Christian Grey verkauft. Der Grund: die erotische Schilderung von Sadomaso-Spielchen, jedenfalls schien es ein Millionenpublikum so zu empfinden. Während die Kritiker sich tatsächlich lieber schlagen lassen, als sich durch die völlig unsinnliche, sterile Verfilmung der Groschenromane zu quälen (Durchschnittswertung: 4 von 10), rannten beim ersten Teil ganze 570 Millionen Zuschauer in den Film. Die noch schlechtere Fortsetzung "Gefährliche Liebe" debütierte bereits mit 150 Millionen Dollar an den US-Kassen. Teil drei ist inzwischen abgedreht und kommt nächstes Jahr ins Kino …

5. "Step Up"

Ein weiterer Fall von "Sex sells" könnte vielleicht der große Erfolg von "Step Up" sein, aber einige Stufen harmloser. Das Jugendfilmdrama war ein wichtiger Schritt in der Filmkarriere Channing Tatums, machte ihn für viele zum Sexsymbol. Der banale und höchst ungeschickt gespielte Film bekam von den Kritikern eine knallharte Wertung von 19 Prozent, während das Publikum satte 83 vergab. Diverse Fortsetzungen des Tanzfilmes, eine sogar in 3D, spielten bisher zusammen 650 Millionen Dollar ein, eine Serie sowie eine chinesische Version sind aktuell in Arbeit. Was auch immer die Kritiker also von "Step Up" halten mögen, das anvisierte, junge Publikum rennt dem Tanzreigen die Bude ein.

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