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5 Oscar-Gewinner, die auch eine Goldene Himbeere erhielten

Sandra Bullock bekam für ihre Leistung in "Verrückt nach Steve" einen "Razzie"-Award.
Sandra Bullock bekam für ihre Leistung in "Verrückt nach Steve" einen "Razzie"-Award. (©YouTube / 20th Century Fox 2016)

Auch Oscar-Preisträger leisten sich mal einen filmischen Fehltritt: So einige Schauspieler schafften es, neben einem der begehrten Academy Awards auch eine Goldene Himbeere zu ergattern – einen Preis, der für besonders schlechte Leistungen vergeben wird.

Die Bekanntgabe der Gewinner der Goldenen Himbeere findet, wie auch die Oscar-Verleihung, einmal im Jahr statt. Seit 1981 werden die schlechtesten Leistungen im Filmbusiness mit einem "Razzie" (vom Englischen: "raspberry", also Himbeere) honoriert. Da ist es kein Wunder, dass viele Schauspieler bei der Verleihung der Negativ-Preise durch Abwesenheit glänzen. Wir präsentieren sechs Darsteller, die neben einem Oscar auch eine oder gleich mehrere Goldene Himbeeren erhielten.

1. Sandra Bullock

Bei einer Schauspielerin, die in mehr als 50 Filmen mitgespielt hat, ist es kaum verwunderlich, dass Licht und Schatten aufeinandertreffen. Den Oscar als beste Hauptdarstellerin bekam Sandra Bullock 2010 für das Sportlerdrama "Blind Side – Die große Chance". In dem Film spielt sie eine aufopferungsvolle Mutter, die einem mittellosen Freund ihres Sohnes hilft, sein wahres Potenzial zu erkennen und einzusetzen.

Mit der Darstellung der hysterischen Single-Dame Mary Horowitz in "Verrückt nach Steve" konnte Bullock allerdings nicht punkten. Der Film wurde bei den "Razzies" 2010 gleich in fünf Kategorien nominiert – und zwar als schlechtester Film, für das schlechteste Leinwandpaar, die schlechteste Hauptdarstellerin sowie für die schlechteste Regie und das schlechteste Drehbuch. "Abräumen" konnte der Film aber nur zwei Goldene Himbeeren: Sandra Bullock wurde als schlechteste Hauptdarstellerin ausgezeichnet und sie und ihr Kollege Bradley Cooper wurden auch noch zum schlechtesten Leinwandpaar "gekürt".

Doch die Schauspielerin zeigte sich bei der Preisverleihung von ihrer humorvollen Seite. Sie gab scherzend zu Protokoll, dass viele Zuschauer offenbar das "wahre Potential des Films" nicht erkannt hätten – daher hatte sie für alle Anwesenden eine DVD des Films mitgebracht. Einen Einfluss auf die Bewertung der Komödie hatte das allerdings nicht: "Verrückt nach Steve" hat bei "Rotten Tomatoes" nach wie vor eine vernichtende Zuschauerwertung von sieben Prozent.

2. Ben Affleck

 Ben Affleck heimste eine Goldene Himbeere für seine Rolle in "Gigli" ein. fullscreen
Ben Affleck heimste eine Goldene Himbeere für seine Rolle in "Gigli" ein. (©YouTube / Sony Pictures Entertainment 2016)

Ben Affleck kassierte gleich dreimal die Goldene Himbeere. Er wurde 2004 für seine Rollen in "Daredevil", "Gigli" und "Paycheck" als schlechtester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Zu allem Überfluss zeigte sich Ben Affleck dann auch noch als schlechter Verlierer: Während der Preisverleihung war er zu Gast bei Talkmaster Larry King. Angesprochen auf die gleichzeitig laufende Verleihung verfiel er ins Granteln und bezeichnete den Award als "billig". Die Reaktion der Veranstalter der "Razzies" konnte sich sehen lassen: Sie versteigerten Afflecks Trophäe! Der Erlös von knapp 1.300 US-Dollar wurde für die Saalmiete der Verleihung im folgenden Jahr verwendet. Ganz so billig scheint der Award wohl doch nicht zu sein.

Abgesehen von den "Razzies" überzeugte Ben Affleck jedoch genauso bei den Oscar-Verleihungen. Er heimste insgesamt zwei Academy Awards ein: einen als bester Hauptdarsteller in "Good Will Hunting" und einen weiteren als Regisseur seines Films "Argo". Affleck ist ebenso stolzer Preisträger der vor Kurzen eingeführten "Razzie Redeemer"-Auszeichnung. Damit ehren die Verleiher der Goldenen Himbeere ehemalige Preisträger, deren neue Filme wesentlich besser gelungen sind. Bei der Verleihung des "Redeemer"-Awards war Affleck übrigens auch nicht anwesend.

3. Halle Berry

Halle Berry dürfte vielen Film-Fans als die Wetter-kontrollierende Mutantin Storm aus der "X-Men"-Reihe bekannt sein. Doch Berry wirkte auch in schauspielerisch anspruchsvolleren Filmen mit: Für das Independent-Drama "Monsters Ball" erhielt sie 2002 als erste Afro-Amerikanerin einen Oscar als beste Hauptdarstellerin. Dort spielte sie die Frau eines zum Tode verurteilten Mannes.

Nicht so begeistert waren Kritiker und Fans von Berrys Darstellung der Protagonistin Selina Kyle in "Catwoman" (2004). Doch Halle Berry nahm's sportlich: Sie ließ sich tatsächlich bei der Verleihung blicken und hatte auch noch eine humorvolle Dankesrede im Gepäck, in der sie sich bei allen bedankte, die den Gewinn des Preises möglich gemacht hatten.

4. Kevin Costner

 Kevin Costner in "Der mit dem Wolf tanzt". fullscreen
Kevin Costner in "Der mit dem Wolf tanzt". (©YouTube / Movieclips Trailer Vault 2016)

Er kennt sich mit Goldenen Himbeeren aus: Kevin Costner hat mittlerweile sechs "Razzies" eingestrichen. Er wurde allein dreimal als schlechtester Schauspieler ("Robin Hood – König der Diebe", "Wyatt Earp" und "Postman") ausgezeichnet. Dazu kommen zwei "Würdigungen" als schlechtester Produzent und eine als schlechtester Regisseur.

Immerhin kann sich Costner mit mehreren Oscar-Gewinnen trösten: 1991 gewann er gleich zwei Academy Awards: Für sein Meisterwerk "Der mit dem Wolf tanzt" zeichnete ihn die Jury sowohl in der Kategorie "Bester Produzent" als auch in der Rubrik "Bester Regisseur" aus. Als bester Hauptdarsteller war er zwar eben falls nominiert, verlor aber gegen Jeremy Irons ("Die Affäre der Sunny von B.")

5. Al Pacino

 Auch Al Pacino hat nicht nur in guten Filmen, wie etwa "Scarface", mitgespielt. fullscreen
Auch Al Pacino hat nicht nur in guten Filmen, wie etwa "Scarface", mitgespielt. (©picture-alliance / Mary Evans Picture Library 2016)

Pacino gilt als einer der erfolgreichsten Charakterschauspieler: Er wirkte bei mehr als 55 Filmen als Schauspieler mit und heimste insgesamt 44 Auszeichnungen ein. Für seine Rolle als erblindeter Lieutenant Colonel Frank Slade in "Der Duft der Frauen" wurde ihm 1993 der Oscar als bester Hauptdarsteller verliehen. Doch auch Al Pacino blieb von der unbeliebten Goldenen Himbeere nicht verschont: In "Jack and Jill" spielte er sich selbst in einer Nebenrolle und wurde dafür als schlechtester Nebendarsteller ausgezeichnet. Allerdings hat Pacino diese Auszeichnung wohl eher dem niedrigen Niveau des Films zu verdanken – nicht seiner vermeintlich schlechten Leistung.

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