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8 TV-Serien, die Du echt nicht zu Ende schauen solltest

Bei "Sons of Anarchy" ist es kein großer Verlust, vor dem Ende der Serie auszusteigen.
Bei "Sons of Anarchy" ist es kein großer Verlust, vor dem Ende der Serie auszusteigen.

In Anbetracht der Menge, die es inzwischen an TV-Serien gibt, ist Bingewatching zum Leistungssport geworden. Doch lohnt es sich auch, seine kostbare Zeit für die Formate zu opfern? Nicht immer! Welche acht TV-Serien Du getrost in der Mitte abbrechen kannst und trotzdem nichts verpasst, verraten wir Dir in dieser Liste.

Von Marvin Mügge und Christin Ehlers

"House of Cards"

Die erste Staffel der Politthrillerserie mit Kevin Spacey war brillant. Die zweite Staffel herausragend, mit einem spektakulären Anfang und einem epischen Ende. Aber sind wir mal ehrlich: Eigentlich war die Geschichte an dem Punkt zu Ende erzählt, als Frank Underwood Präsident wurde. Die folgenden Staffeln mit dem Putin-Abklatsch Petrov, Franks politischer Agenda "America Works", Claire als scheiternder UN-Botschafterin, der Trennung, dem Attentat, dem Wahlkampf – all das macht die Story nicht besser oder fügt irgendetwas von Bedeutung hinzu.

Natürlich ist die Netflix-Produktion immer noch besser als viele andere Serien. Die Affäre um Hauptdarsteller Kevin Spacey und dessen Ausscheiden aus der Serie hinterließen jedoch einen bitteren Beigeschmack.

"Fear the Walking Dead" (und "The Walking Dead")

Ein Spin-off von einer Serie zu produzieren, die noch gar nicht beendet ist, ist selten eine gute Idee. Viele Fans fragen sich zu Recht, was sie mit einem Ableger sollen, wenn es noch frisches Material vom Original gibt. Bis auf die Regel bestätigende Ausnahmen wie "Better Call Saul" gibt es außerdem nur sehr wenige Spin-offs, die an die Mutterserie auch nur ansatzweise heranreichen. Auch, wenn "Fear The Walking Dead" für einige Zuschauer zunächst eine willkommene Erweiterung war, wurde doch schnell klar, dass es eben nicht so gut wie "The Walking Dead" ist.

Beziehungsweise: früher mal war. Denn auch das Original hat spätestens seit dem fiesen Negan-Cliffhanger am Ende der sechsten Staffel und der auf Unverständnis gestoßenen Auflösung zu Beginn der siebten Season ein Problem mit wachsender Kritik. Und das hat sich bis zur Staffel 9 nicht geändert ...

"True Detective"

Mit Matthew McConaughey als Detective Rust Cohle und Woody Harrelson als Detective Martin Hart ist Autor Nic Pizzolatto ein modernes Meisterwerk des Noir-Genres gelungen. Die erste Staffel "True Detective" begeisterte Kritiker und Zuschauer mit wortgewaltigen, intelligenten Dialogen, einer düsteren Grundstimmung, fantastischen Landschaftsaufnahmen, vielschichtigen Figuren und einer stimmigen Story.

Insbesondere Letzteres lag daran, dass "True Detective" eigentlich als abgeschlossene Miniserie konzipiert wurde. Für die zweite Staffel mussten also neue Figuren, neue Schauspieler und neue menschliche Abgründe her. Und das, wie so oft im TV-Business, so schnell wie möglich. Dementsprechend enttäuschend fiel auch das Ergebnis aus. Selbst die Starbesetzung mit Colin Farrell, Vince Vaughn, Rachel McAdams und Taylor Kitsch konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier lieblos eine billige Kopie des Originals zusammengezimmert wurde.

Immerhin: Einen Lichtblick gab es mit Staffel 3 von "True Detective". Mit Mahershala Ali und Stephen Dorff fand die Anthologieserie zu ihrer alten Stärke zurück, weshalb es umso leichter fällt, Staffel 2 aus seinem Gedächtnis zu löschen.

"Sons of Anarchy"

Das Familienepos um den Motorradclub "Sons of Anarchy" hat – nicht nur unter Bikern – zu Recht Kultstatus erlangt. Authentische Figuren, komplexe Konflikte und spektakuläre Staffelfinale sorgten dafür, dass Jax (Charlie Hunnam), Gemma (Katey Sagal) und Clay (Ron Perlman) sich einer treuen Fanbase sicher sein konnten. Aber auch die besten Charaktere garantieren nicht, dass ihr Zusammenspiel auf ewig funktioniert.

Spätestens in der vierten Staffel wirken die immer gleichen Probleme der Figuren so zäh, dass es richtig anstrengend wird, bei ihren Reibereien zuzusehen. Als dann auch noch die über die komplette Serie aufgebaute, finale Konfrontation zwischen Jax und Clay erneut nicht aufgelöst wird, ist klar: Hier soll die Kuh so lange gemolken werden, bis auch der letzte Tropfen Milch versiegt ist. Das Ende von "Sons of Anarchy" kann man sich dann auch getrost sparen ...

"Dexter"

Als "Dexter" im Jahr 2006 erstmals im TV zu sehen war, eroberte die Serie die Fan-Herzen im Sturm. Das lag nicht zuletzt an Hauptdarsteller Michael C. Hall. Tagsüber arbeitet Dexter Morgan (Hall) als Spezialist für Blutspritzer bei der Polizei von Miami. Nachts zeigt er allerdings sein wahres Ich: Dann mutiert er zum Serienkiller, der es vor allem auf andere Mörder abgesehen hat. 134 Menschen fielen ihm während der gesamten TV-Serie zum Opfer.

Über mehrere Staffeln funktionierte das Konzept auch einwandfrei – bis es zur finalen Season kam. Dass die hohen Erwartungen ans Finale nicht erfüllt werden konnten, war abzusehen. Dass die Macher das Ende allerdings so sehr in den Sand setzen, hat vermutlich niemand gedacht. Ohne zu spoilern: Schlechter hätte man "Dexter" kaum zum Ende bringen können ...

"Game of Thrones"

Mit "Game of Thrones" hat US-Sender HBO wieder mal einen Volltreffer gelandet. Nach Knallerserien wie "The Wire" und "Die Sopranos" erschufen sie ein bildgewaltiges Fantasyepos, das auf den Büchern von George R.R. Martin beruht. Über viele Staffeln lief das auch überaus gut. Bis die Zeit für Staffel 8 gekommen war ...

Nach einer Pause von fast zwei Jahren konnten es die "Game of Thrones"-Fans kaum erwarten, zu erfahren, wie die Saga zu Ende gehen wird. Das Problem: Staffel 8 erhielt nur sechs Episoden. Entsprechend gehetzt wirkte das Ende und Fans waren enttäuscht, wie eine so starke Serie innerhalb weniger Folgen zum Reinfall werden konnte. Das Ende war kein schlechtes, nur hätte man es locker auf zwei Staffeln strecken können – oder müssen.

"How I Met Your Mother"

Über neun Staffeln erzählte Ted Mosby die Geschichte, wie er die Mutter seiner beiden Kinder kennen- und lieben gelernt hatte. Bei all seinen Beziehungen bekam der Zuschauer mehrfach das Gefühl, dass Ted endlich die Eine gefunden haben muss. Doch sie war es nicht.

Als es dann zum großen Serienfinale kam, war die Auflösung überraschend unspektakulär. Wie es Fans eigentlich von Anfang an vermutet hatten, gehörte das Herz von Ted Mosby von Anfang an Robin Scherbatsky. Die Kinder hat Ted zwar mit einer anderen Frau, diese verstarb jedoch nach kurzer Zeit. Seinen Kindern erzählte Ted die Story, um von ihnen das Go für die erneute Beziehung mit Robin zu erhalten.

"Lost"

Wenn es einen Preis für das schlechteste, unlogischste und enttäuschendste Serienfinale ever gäbe – "Lost" hätte ihn verdient. Es ist sogar ziemlich unwahrscheinlich, dass es jemals wieder eine Serie geben wird, die ihre Fans am Ende mehr zum Narren hält, als es "Lost" getan hat. So grandios und unglaublich spannend die ersten Staffeln der Geschichte um die Überlebenden eines Flugzeugabsturzes war, so abgrundtief mies und an den Haaren herbeigezogen war das Ende.

Die Twitter-Kurzbiografie von Damon Lindelof, einem der Autoren, lautet: "Yeah, I'm one of the idiots behind LOST. And no, I don't understand it either." ("Ja, ich bin einer der Idioten hinter LOST. Und nein, ich verstehe es auch nicht.") Trotz allem ist die Serie ein Meilenstein der Fernsehunterhaltung. Aber behaupte nicht, wir hätten Dich nicht vor dem Ende gewarnt!

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