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6 beliebte Kinderserien, die in der Neuauflage nicht überzeugen

Früher war manchmal eben doch vieles besser!
Früher war manchmal eben doch vieles besser! (©Disney 2018)

Nichts versetzt uns wieder so sehr zurück in die Kindheit, wie die Serien, die wir damals geguckt haben. Doch da es inzwischen schon ein paar Jährchen her ist, seit wir den Kinderschuhen entwachsen sind, bekommen viele beliebte Formate wie "Biene Maja" und Co. eine Generalüberholung verpasst. Dass das – zumindest unserer Meinung nach – nicht immer gelingt, beweisen die folgenden sechs Beispiele.

1. "Biene Maja"

Top: Vor gefühlt "gar nicht allzu langer Zeit" ist Biene Maja in unser Wohnzimmer geflogen. Mit ihrer neugierigen und frechen Art nahm uns die pummelige kleine Biene mit auf ihre Abenteuer im Wald – auch wenn sie dafür den sicheren Bienenstock verlassen musste. Fast immer an ihrer Seite war die gutmütige Drohne Willy. Unvergleichlich machte die deutsch-japanische Co-Produktion, die in der Erstausstrahlung von 1975 bis 1980 im deutschen Fernsehen lief, ihr Titellied, das furios von Karel Gott interpretiert wurde.

Flop: In der neuen Version, die 2013 aus seiner Wabe kroch, wurde die Zeichentrick-Nostalgie von einer computeranimierten 3D-Optik abgelöst. Das nimmt dem Bienenvolk nicht nur jeglichen Charme, sondern wirkt geradezu steril. Das Schlimmste kommt aber noch: Unsere liebenswerte Biene Maja ist in der Neuauflage sichtlich erschlankt. Eine Biene mit Modelmaß? Laut FAZ, um die Sehgewohnheiten des Publikums zu erfüllen.

2. "Ducktales"

Top: Die Enten sind los! Zumindest in der Zeichentrickserie "Ducktales", mit der Disney Dagobert Duck, Donald und seine Neffen Tick, Trick und Track 1987 ins Serienformat überführt hat. Die ohne Frage faszinierendste Figur aus Entenhausen ist dabei der geizige Onkel Dagobert, seines Zeichens die reichste Ente der Welt. Wenn der Erpel aus Schottland nicht gerade ein Bad in seinem mit goldenen Münzen gefüllten Geldspeicher nimmt, erlebt er gemeinsam mit Donalds Neffen fantastische Abenteuer rund um den Globus – immer auf der Suche nach Schätzen. Auch hier ist es vor allem der Ducktales-Song, der einen mitreißt: "Ducktales, uhuuuuu..."

Flop: Auch die Bewohner Entenhausens wurden im neuen Jahrtausend einer Verjüngungskur unterzogen. Das Reboot von 2017 ist ebenfalls zweidimensional gestaltet worden, als wollten sich die Macher bewusst auf die Comicwurzeln der Figuren besinnen. Im Vergleich zum Original wurde bei den Enten aber nicht wirklich der Weichzeichner bemüht, so sind Tick, Trick und Track an ihren übergroßen Quadratschädeln zu erkennen. Und auch wenn die Figuren tatsächlich mehr Facetten gewonnen haben, wirkt die Serie im Vergleich zum Original seltsam gehetzt. Ach ja, den Titelsong singt in der deutschen Version Mark Forster.

3. "Wickie und die starken Männer"

Top: Zwar nicht besonders stark, dafür aber umso pfiffiger präsentierte sich seit Mitte der 1970er-Jahre der Wikingerjunge Wickie. Als Sohn des Dorfhäuptlings Halvar begab er sich mit ihm und seiner Crew auf oftmals gefährliche Abenteuer – und rettete den gestandenen Männern durch seinen Grips wiederholt die Haut. Ebenso wie "Biene Maja" wurde die Serie, die auf der Kinderbuchreihe von Runer Johnsson beruht, im Auftrag des ZDF und ORF in Japan animiert.

Flop: Das Reboot kann die Stärken der Serie jedoch leider nicht verwandeln. Ähnlich wie bei "Biene Maja" ist optisch alles in 3D-Optik gehalten: glattgebügelt und quietschbunt. Das Nordmeer ist vielleicht besser animiert als seinerzeit im Original, doch die Figuren wirken seltsam ausdruckslos. Auch das Verkürzen der Folgen auf nurmehr 12 Minuten tut der Handlung nicht gut, so kommen lieb gewonnene Nebenfiguren zu kurz und die Story muss sich der Gagdichte unterordnen. Der Titelsong – neu interpretiert von der deutschen Rockband Madsen – wirkt trotz des Einsatzes von E-Gitarren immerhin noch vertraut.

4. "Heidi"

Top: Die Welt der Berge lernten viele von uns durch die japanische Animeserie "Heidi" kennen. Darin steht das gleichnamige Waisenmädchen im Mittelpunkt, das bei ihrem Großvater in den Schweizer Alpen ein neues Zuhause findet. Schon bald erweicht der kleine Wirbelwind das Herz seines mürrischen Alm-Öhis und gewinnt das Leben auf der Alm und in der Natur lieb. Gefährten hat Heidi im Hirtenjungen Ziegenpeter und später in Klara, einem im Rollstuhl sitzenden Mädchen, dem sie in der Stadt als Gesellschafterin dient. Doch trotz dieser Zwischenstation zieht es die gutherzige Heidi immer wieder in die Natur. Erstmals Ende der 1970er-Jahre wurde die Serie im deutschen Fernsehen ausgestrahlt.

Flop: 2015 gab es ein Comeback des Naturkindes in Form einer, man ahnt es schon, 3D-Animationsserie. Und auch wenn der Look des Originals in vielen Teilen beibehalten wurde – Heidi trägt nach wie vor ein rotes Kleidchen über ihrem gelben Hemd –, hagelte es große Kritik vonseiten der Fans, die mit der HD-Optik ihrer Kindheitsheldin nichts anfangen konnten. ZDF winkt jedoch ab und begründet die Neuauflage mit dem technischen Wandel. Außerdem habe das Reboot mehr emotionale Tiefe als das Original, wird Irene Wellershoff, die Leiterin der ZDF-Kinderredaktion von RP Online zitiert. Ob auch Andreas Gabaliers Version des Titelsongs dazu beiträgt?

5. "Die Glücksbärchis: Willkommen im Wolkenland"

Top: Viel Liebe erfuhren wir in Kindertagen von den knuffigen Glücksbärchis aus dem Wolkenland. In der US-Serie, die nach beliebten Grußkartenmotiven entwickelt wurde, stehen kleine Bären im Mittelpunkt, die jeweils ein Symbol auf ihrem Bauch tragen. Aus ihm können sie positive Gefühle wie Glück, Liebe und Freude an die Umwelt abgeben. Während die Glücksbärchis im Wolkenland leben, eilen sie mit ihrem Wolkenmobil überallhin, wo Kinder ihre Dienste brauchen. Neben der Serie, die Mitte der 1980er-Jahre erschien, wurden auch viele Merchandise-Produkte rund um die süßen Bären auf den Markt gebracht.

Flop: 2012 erschien die inzwischen vierte Serie rund um die bärigen Glücksbringer, die natürlich mithilfe von Computeranimation produziert wurde. Und auch hier nimmt der Fortschritt zumindest den Zuschauern, die die Bärchis noch aus der Zeichentrickversion kennen, viel von ihrem Charme. Übrigens erhoffte sich der US-Heimatsender Hub offenbar eine ähnliche Fanbewegung zu der Neuauflage wie zu seiner Serie "My Little Pony". Die sogenannten Bronies bestehen jedoch nicht aus kleinen Mädchen, sondern aus gestandenen Kerlen. Einen Namen für männliche Glücksbärchis-Fans hat Hub sich auch schon ausgedacht: "Care-Dudes", immerhin heißen die fröhlichen Teddys im Original doch Care Bears.

6. "Bob, der Baumeister"

Top: Wir wollen ja keine festen Rollenbilder bestärken, aber gerade die Jungen hatten/haben ihre helle Freude an dem Tatendrang von Bob, dem Baumeister. Seit 1999 baggert, baut, bemalt und repariert der unermüdliche Handwerker mit Unterstützung seiner sprechenden Maschinen alles, was in seiner Heimat Bobhausen seiner Fähigkeiten bedarf. Seine Catchphrase "Yo, wir schaffen das!" fasst die motivierende Stimmung der Kinderserie, die ursprünglich liebevoll im Stop-Motion-Filmtechnik umgesetzt wurde, perfekt zusammen. 

Flop: Statt durch Stop-Motion wird Bob seit 2016 von CGI zum Leben erweckt. In diesem Zuge gab es auch ein Komplett-Makeover: So wirkt Bob als Figur zwar menschlicher, ist aber zum schlanken und durchtrainierten Muskelmann mutiert. Dementsprechend ist auch die alte Latzhose passé, Bobs Arbeitskluft ist eng anliegender und modischer geworden. Und auch das beschauliche Bobhausen musste der generalüberholte Baumeister verlassen. Jetzt lebt er mit seinem Team in der geschäftigen Metropole Hochhausen. Auch vor Trickfiguren macht der Fortschritt nun mal nicht halt.

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