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6 Filmfortsetzungen, die einen neuen Weg einschlugen

Batman Forever
Batman Forever (©YouTube / Movieclips Trailer Vault 2016)

Fortsetzungen sind im Filmgeschäft ein schwieriges Thema. Denn sie tragen nicht selten zu Gedeih oder Verderb einer Filmreihe bei. Dabei gibt es auch immer wieder Filme, die im Vergleich zu ihren Vorgängern eine neue Stilrichtung einschlagen – teilweise erfolgreich, teilweise aber auch mit desaströsen Folgen.

1. "Batman Forever" (1995)

Große Schauspieler garantieren nicht immer den Erfolg: "Batman Forever" wartete mit Jim Carrey ("Truman Show") als Riddler, Tommy Lee Jones ("Men in Black") als Two-Face und etlichen weiteren Stars auf: So spielte etwa Nicole Kidman ("The Hours") als Affäre von Bruce Wayne/Batman mit, der wiederum vom damals berühmten Val Kilmer verkörpert wurde. Weiterhin tauchten Iron-Man-Regisseur Jon Favreau und Drew Barrymore mal eben in kleinen Nebenrollen auf. Auf dem Regiestuhl nahm Joel Schumacher Platz.

Im Gegensatz zu den düsteren Tim-Burton-Filmen "Batman" (1989) und "Batmans Rückkehr" (1992) schlug Schumacher bei seinem Werk einen anderen Ton an: Grelle Farben und ein aufgesetzt wirkender Humor stießen bei den Fans allerdings nur auf wenig Gegenliebe. Auch der darauffolgende Schumacher-Film "Batman und Robin" (1997) floppte an den Kinokassen. Danach sollte es acht Jahre dauern, bis sich wieder ein Regisseur an einen Batman-Film wagte. Christopher Nolan war mit der "Dark Knight"-Reihe dann endlich mehr Erfolg vergönnt.

2. "Fast & Furious 5" (2011)

Nach vier Spielfilmen über eine Crew, die illegalen Straßenrennen frönt, ging der "Fast & Furious"-Reihe langsam aber sicher der inhaltliche Treibstoff aus. Die Zuschauer hatten offenbar genug von rasanten Auto-Actionszenen und immer mehr, noch unglaublicheren Stunts. Es war also höchste Zeit, symbolisch den Motor auszutauschen und frischen Wind in die Serie zu bringen: Der fünfte Teil ist im Gegensatz zu seinen Street-Action-Vorgängern ein typischer Vertreter des Heist-Movies – also die Darstellung eines Raubüberfalls. Somit wurden Dominic Toretto (Vin Diesel), Ex-Cop Bryan Connor (Paul Walker) und Co. in "Fast & Furious 5" zu mehr als Autofreaks, die halsbrecherische Rennen fahren: Aus ihnen wurden plötzlich wesentlich glaubhaftere Charaktere – und die Filmreihe bekam wieder Aufwind.

3. "Casino Royale" (2006)

Der sechste Bond-Darsteller, Daniel Craig, hatte es nicht gerade leicht mit seinem ersten Auftritt als Geheimagent 007. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern entpuppte sich Craig in "Casino Royale" als tougher Kämpfer, der sich nicht zu schade war, sich die Hände schmutzig zu machen. Bezeichnend ist eine Filmszene, in der Bond durch eine dünne Wand aus Pappmaché einfach hindurchrennt, wohingegen sich der verfolgte Bösewicht zuvor leichtfüßig darüber hinwegschwingt. Craigs Darstellung war eine Antithese zu seinen Vorgängern wie Pierce Brosnan oder Sean Connery, die adrett-elegant auftraten und eher durch Wortwitz als durch Kraft glänzten. Auch die zahlreichen Gadgets wie explodierende Kugelschreiber waren für den neuen Bond keine Option mehr. Der Erfolg von "Casino Royale" gab den Machern jedoch im Nachhinein recht.

4. "Mad Max 2 – Der Vollstrecker" (1981)

Wer "Mad Max: Fury Road" gesehen hat, dürfte neben der spektakulären Optik vor allem die abstrus wirkenden Vehikel und die abgedrehten Outfits der Protagonisten im Gedächtnis behalten haben. Was nicht alle wissen: Ihren Ursprung haben diese Ideen im zweiten Teil des originalen "Mad Max". Der erste Teil war wesentlich gemäßigter, was vor allem am stark begrenzten Budget lag. Daher sahen die Autos noch ganz normal aus und der Fokus des Films lag eher auf der Charakterdarstellung von Mad Max, anstatt rasante Actionstunts in den Vordergrund zu stellen. Nach dem Erfolg des Originals von "Mad Max" hatte Regisseur George Miller dann die notwendigen finanziellen Mittel, um seine Vision des Films umzusetzen, und erschuf so die Mad-Max-Filme, wie wir sie heute kennen.

5. "Captain America: The Winter Soldier" (2014)

In "Captain America: The First Avenger" war die Figur von Steven Rogers alias Captain America (Chris Evans) noch ein Spielball des politischen Geschicks. Gegen Ende von "The First Avenger" trat Rogers dann der Organisation "S.H.I.E.L.D." bei. Doch im zweiten Teil emanzipiert sich Captain America: Zum Beginn von "The Winter Soldier" erfährt er, dass selbst die augenscheinlich "Guten" ihre dunklen Geheimnisse haben. Optisch wird die düstere Tonart des zweiten Teils untermalt durch eine wesentlich dunklere Farbgebung als im Vorgängerfilm. Erst diese Änderungen machten "Cap" wieder zu einer interessanten Figur und wurden zum Ausgangspunkt für weitere erfolgreiche "Captain America"-Filme.

6. "Oz – Eine fantastische Welt" (1985)

"Der Zauberer von Oz", welcher auf den Romanen von Lyman Frank Baum basiert, richtete sich primär an Kinder. Die Fortsetzung "Oz - Eine fantastische Welt" hätte bei Kindern hingegen wohl eher für Albträume gesorgt: Dorothy, die Heldin des ersten Teils, erzählt in der Fortsetzung ihrem Onkel und ihrer Tante ohne Unterlass von der fantastischen Welt Oz – und wird schließlich von ihnen in eine Nervenklinik geschickt. Dort soll sie mittels einer Elektroschock-Therapie geheilt werden. Doch der Film wartet mit noch mehr gruseligen Elementen auf: In der Smaragdstadt, dem Zentrum von Oz, begegnet Dorothy seltsamen Wesen, die Räder anstelle von Händen und Füßen haben – und die das Mädchen verfolgen. Weiterhin muss sie sich der bösen Prinzessin Mombi stellen: Diese verfügt über eine Sammlung aus Köpfen, die sie sich je nach Belieben aufsetzen kann. Die düstere Thematik von "Oz – Eine fantastische Welt" ist also kein Vergleich zu dem fröhlichen Setting in "Der Zauberer von Oz".

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