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6 großartige Trailer – doch die Filme dazu waren leider gar nix

Im bombastischen "Suicide Squad"-Trailer war der Joker (Jared Leto) der Star. Im fertigen Film kam er kaum vor – und das ist noch längst nicht der einzige Kritikpunkt an dem DC-Film.
Im bombastischen "Suicide Squad"-Trailer war der Joker (Jared Leto) der Star. Im fertigen Film kam er kaum vor – und das ist noch längst nicht der einzige Kritikpunkt an dem DC-Film. (©Warner Bros. Picture 2017)

Du warst im Kino, der Film war schlecht und die besten Szenen kanntest Du alle schon aus dem wahnsinnig guten Trailer? Wir fühlen mit Dir! Freu Dich mit uns über sechs fantastische Appetizer und das beruhigende Gefühl, zumindest bei diesen Filmen jetzt vorgewarnt zu sein.

1. "Prometheus – Dunkle Zeichen"

Mit "Prometheus – Dunkle Zeichen" kehrte Ridley Scott nicht einfach nur zu seiner legendären "Alien"-Reihe zurück, sondern legte gleich einen neuen Grundstein für eine ganze Mythologie rund um die Xenomorphen, ihre Artverwandten und die Zukunft der Menschheit. Während es Scott dabei zwar gelang, beeindruckende Bilder zu schaffen, verhob er sich nach Meinung vieler Kritiker am eigenen Anspruch, was sich in einem konfusen Drehbuch und klischeehaften Dialogen niederschlug.

Der bildgewaltige Trailer täuscht darüber großzügig hinweg: Er ist vollgepackt mit atemberaubenden Landschaften, Raumschiffen sowie Lebensformen und baut mithilfe von Musik und Schnitt eine unbändige Spannung auf. Dass der eigentliche Film diese Erwartungshaltung nicht einlösen würde, ließ sich da ja noch nicht erahnen.

2. "Battle: Los Angeles"

Der Trailer zu "Battle: Los Angeles" ist nicht einfach nur ein guter Vorab-Clip, er ist selbst ein kleines Filmkunstwerk: Mit fesselndem Musikeinsatz, fantastischen Schnitten und viel Dramatik zeichnet er das düstere Bild einer Außerirdischen-Invasion, der sich die Menschheit mit aller Kraft entgegenstemmen muss. Am Ende ist klar: Wer Action und Aliens mag, muss diesen Film unbedingt sehen!

Wohl dem, der der Versuchung widerstehen konnte: In der Langform von "Battle: Los Angeles" ist von den Vorzügen des Trailers leider nichts mehr übrig. Stattdessen regiert zwischen lauten, unübersichtlichen und überaus hässlich inszenierten Schlachten sowie nervigem Militärpathos vor allem die Langeweile. Immerhin in einem Punkt war der Trailer ehrlich: Genau wie hier werfen wir auch im eigentlichen Film nur sehr selten einen Blick auf die Aliens.

3. "Star Wars: Episode 1 – Die dunkle Bedrohung"

Der erste Teil der "Star Wars"-Prequel-Trilogie gilt bei vielen Fans als schlechtester Teil der Filmreihe überhaupt. Dafür sorgen unter anderem die recht deutlich auf Kinder zugeschnittene Story und zu viele Charaktere mit zu wenig Tiefgang – allen voran der fast schon schmerzhaft alberne Jar-Jar Binks. Im Trailer war davon aber noch nichts zu spüren, denn der Clip versprach genau das, was sich "Star Wars"-Fans von einem neuen Teil ihrer Lieblingsfilme versprachen: fantasievolle Aliens, atemberaubende Planeten, Raumschlachten und – natürlich – rasante Lichtschwertduelle! Nur der neue Yoda sah schon im Trailer einfach nur seltsam aus.

Dass der bis dato letzte "Star Wars"-Film "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" zum Zeitpunkt der Trailer-Veröffentlichung über 15 Jahre zurücklag, trug aber wohl zur allgemeinen Begeisterung über den kurzen Vorab-Eindruck so sehr bei, dass das dann auch egal war.

4. "Matrix Reloaded"

Während "Matrix" als absoluter Meilenstein in die Filmgeschichte eingegangen ist, kann das für die Fortsetzungen "Matrix Reloaded" und "Matrix Revolution" nicht gerade behauptet werden. War der erste Film noch ein atmosphärisch dichter Actionfilm mit revolutionärer Tricktechnik und philosophischen Untertönen, trieben die Sequels die Effekte in Richtung Blendwerk und die Untertöne in Richtung Esoterik.

Im Trailer zu "Matrix Reloaded" war davon noch nichts zu spüren: Neo, Trinity, Morpheus und Konsorten sahen so stylish aus, wie aus dem ersten Film gewohnt, im Hintergrund pumpte fetter Elektrorock und die reichlich miteinander verschnittenen Actionszenen versprachen, in Sachen Spezialeffekte noch einen draufzusetzen. Ins Kino gelockt hat dieser fantastische Trailer wohl so einige Fans – längst nicht alle dürften es zufrieden wieder verlassen haben.

5. "Transformers 3"

Auch wenn Michael Bay mit seinem "Transformers"-Franchise regelmäßig die Kinokassen rockt, macht das die Autoroboter-Action noch lange nicht zu guten Filmen. Während sich der Regisseur zwar auf spektakuläre Explosionen und schnelle Schnitte versteht, bleiben Story und Charakterzeichnung regelmäßig völlig auf der Strecke. Das könnte der Grund sein, warum der gute Trailer zu "Transformers 3" im Gegensatz zum schlechten Film so gut funktioniert: In der zweieinhalbminütigen Kurzfassung braucht es so etwas wie Handlung oder Atmosphäre einfach nicht – es genügt, wenn es pausenlos zu dröhnender Filmmusik kracht und rumst. Der komplette Film dauert aber leider über zweieinhalb Stunden ...

6. "Suicide Squad"

Für Filmkritiker und viele Fans war "Suicide Squad" eine herbe Enttäuschung: Zu viele Figuren, zu wenig Tiefgang, eine öde Antagonistin und generell einfach nicht genug Atmosphäre sind nur einige Punkte, die dem DC-Film trotz seines unbestreitbaren kommerziellen Erfolgs vorgeworfen werden.

Der dazugehörige Trailer lässt dagegen noch so gar nicht erkennen, dass es dem Bösewichter-Ensemble in der Langform an Charme mangeln sollte: Im Takt zu Queens "Bohemian Rhapsody" jagt eine spektakuläre Szene die nächste, die Figuren übertreffen sich mit schnodderigen One-Linern und Jared Letos Joker sieht angemessen schrill und überdreht aus. Apropos Joker: Dass der ewige Batman-Widersacher im Trailer als heimliche Hauptfigur eingeführt wird, aber im fertigen Film kaum zu sehen ist, ist ein weiterer Vorwurf, den sich "Suicide Squad" gefallen lassen muss.

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