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7 Filme, die mit Verboten kämpften – und die dennoch jeder kennt

Keine Leinwand-Erlaubnis? "Wonder Woman" wurde 2017 trotzdem ein voller Erfolg.
Keine Leinwand-Erlaubnis? "Wonder Woman" wurde 2017 trotzdem ein voller Erfolg. (©Warner Bros. Entertainment 2017)

Es gibt Filme, die muss man als Kinofan einfach gesehen haben. Blöd nur, wenn die Regierung das anders sieht und die Blockbuster kurzerhand von den nationalen Leinwänden verbannt. Welche sieben berühmten Filme tatsächlich in einigen Ländern rund um die Welt verboten wurden und die teils absurden Gründe dafür, erfährst Du hier.

1. "E.T. – Der Außerirdische" (1982)

Kaum zu glauben, aber wahr: Steven Spielbergs Sci-Fi-Hit, der heute für viele zu den Kinderfilmen schlechthin zählt und der sogar mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, war in den skandinavischen Ländern zunächst verboten. Die Verantwortlichen in  Norwegen, Schweden und Finnland hatten nämlich laut Looper das Gefühl, dass der Blockbuster die Erwachsenen als die Feinde der Kinder darstellte. Filme über ein allein lebendes, Autoritäten missachtendes Mädchen (Pippi Langstrumpf) waren offenbar besser für die beeinflussbare Jugend geeignet.

Verboten in: Norwegen, Schweden und Finnland

2. "Deadpool" (2016) und "Deadpool 2" (2018)

"Deadpool 2" eroberte jüngst den dritten Platz auf der Liste der finanziell erfolgreichsten Filme mit R-Rating – und der Söldner mit der großen Klappe wäre sicherlich noch erfolgreicher, wenn er auch die Kinos in China hätte stürmen dürfen. Doch dort hat man das Sequel – wie schon den Vorgänger – nicht zur Vorführung freigegeben. Was dem Filmausschuss nicht gefiel? Laut ChinaFilmInsiders eigentlich alles, was Deadpool zu Deadpool macht: die expliziten Gewaltszenen und die anstößigen Dialoge. Warum dann allerdings "Logan – The Wolverine" problemlos im Land der Mitte anlaufen durfte, ist uns ein Rätsel.

Verboten in: China

3. "Wonder Woman" (2017)

Die "Deadpool"-Adaptionen waren nicht die einzigen Comicverfilmungen, denen auf dem internationalen Kinomarkt Steine in den Weg gelegt wurden. So wurde DCs "Wonder Woman" gleich in mehreren Ländern boykottiert. Der Leinwand-Bann hatte in diesem Fall jedoch wenig mit dem Film an sich zu tun. Viel mehr war das Verbot politischer Natur: Hauptdarstellerin Gal Gadot diente zwei Jahre lang beim israelischen Militär. Die genannten Länder werfen der Schauspielerin laut CBN nun vor, an Angriffen auf den Gazastreifen beteiligt gewesen zu sein und die kriegerischen Handlungen ihres Landes zu befürworten.

Verboten in: Libanon, Tunesien, Algerien

4. "Brokeback Mountain" (2005)

Und dann gibt es noch diese Verbote, über die man einfach nur den Kopf schütteln kann. Ang Lees vielfach ausgezeichnetes Drama "Brokeback Mountain" ist genau so ein Fall. Der Film über die heimliche Liebesbeziehung zwischen zwei Cowboys (glorreich gespielt von Heath Ledger und Jake Gyllenhaal) wurde sowohl in China als auch in zahlreichen Ländern des Mittleren Ostens wegen seiner Thematisierung von Homosexualität verboten.

Das Ministerium für Kultur und Information der Arabischen Emirate (via The Guardian) hielt fest, der Film "würde die Werte und Moral der Gesellschaft zerstören". In der westlichen Welt erhielt das Drama derweil drei Oscars und war für fünf weitere nominiert.

Verboten in: China, Arabische Emirate, Malaysia (unter anderem)

5. "Uhrwerk Orange" (1971)

Zugegeben, dieser Film passt nicht ganz zum Rest: Tatsächlich schaffte es der Kriminalfilm mit dem Originaltitel "A Clockwork Orange" nämlich in die britischen Kinos. Es war Regisseur Stanley Kubrick selbst, der zwei Jahre später dafür sorgte, dass man sein Werk in Großbritannien beinahe drei Jahrzehnte lang nicht mehr sehen konnte.

Der Grund: Der kontroverse Film wurde mit diversen echten Mordfällen in Verbindung gebracht. Es wurde gemunkelt, Kubricks Romanverfilmung habe Nachahmer zu Gewaltverbrechen inspiriert und es entbrannte eine Debatte, die der heutigen Diskussion rund um Ego-Shooter-Spiele ähnelt. Kubrick sah laut Den of Geek zwar keinerlei Verbindung zwischen "Uhrwerk Orange" und den realen Fällen, bat Warner Bros. aber dennoch, seinen Film vorerst nicht mehr zu zeigen.

Verboten in: Großbritannien

6. "Blutgericht in Texas" (1974)

"Blutgericht in Texas" alias "The Texas Chain Saw Massacre" ist mittlerweile ohne Zweifel einer der kultigsten Slasher-Filme aller Zeiten. Als der Horrorfilm in den Kinos startete, schockte der kannibalistische Serienmörder, der die Haut seiner Opfer trägt, sein Publikum allerdings etwas zu sehr. Auf den Filmfestspielen von Cannes 1975 wurde Regisseur Tobe Hooper von Zuschauern beschimpft und die Zensurbehörden in Großbritannien und Frankreich bremsten den Film jahrelang aus. Die Franzosen bekamen den Horrorschocker letztlich erst 1982 öffentlich zu sehen, die Briten sogar erst in den 1990er-Jahren.

Verboten in: Großbritannien, Frankreich (unter anderem)

7. "Das Leben des Brian" (1979)

Wer nun denkt, bei einer Satire würden die Behörden Humor beweisen und Sticheleien einfach weglachen, der irrt. Das beste Beispiel: Monty Pythons "Das Leben des Brian". Die Komödie veralberte das Christentum und Religion im Allgemeinen – und prompt fühlten sich einige Gläubige auf den Schlips getreten. In einigen Regionen wurde der Film gar als "blasphemisch" bezeichnet und einzelne Gruppierungen protestierten öffentlich gegen den Release. So wurde "Das Leben des Brian" in Teilen von Großbritannien nicht in den Kinos gezeigt und in Irland und Norwegen gänzlich verboten ...

... ein Umstand, den die Filmemacher kurzerhand für ihr Marketing nutzten. So bewarb man die Produktion in Schweden kurzerhand mit dem Slogan: "Der Film, der so witzig ist, dass er aus Norwegen verbannt wurde" (via The Telegraph).

Verboten in: Irland, Norwegen, Teilen von Großbritannien

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