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7 filmreife Fehlentscheidungen, die Hollywood bitter bereut

Mit "Logan" bewies James Mangold, dass Wolverine auch ohne großes Spektakel auskommt. Umso mehr bereut er das Ende von "Weg des Kriegers".
Mit "Logan" bewies James Mangold, dass Wolverine auch ohne großes Spektakel auskommt. Umso mehr bereut er das Ende von "Weg des Kriegers". (©Ben Rothstein/Marvel/20th Century Fox Film Corporation 2017)

Jeder macht einmal Fehler. Blöd nur, wenn es sich dabei um nicht unwesentliche Entscheidungen betreffend millionenschwerer Hollywood-Produktionen handelt. Die folgenden sieben Entschlüsse bereuen die Filmemacher der Traumfabrik zutiefst.

1. "Suicide Squad"

Kaum ein Film wurde in den vergangenen Jahren im Vorwege so gehypt wie die DC-Comicadaption "Suicide Squad". Die Marketing-Maschinerie rollte: Unzählige Teaser, Trailer und Promofotos in grellen Farben machten die Fans neugierig auf die Antihelden-Taskforce. Vor allem einer lockte die Kinogänger dabei mit seinem ganz speziellen Lächeln in die Kinos: Batman-Erzfeind Joker, verkörpert von Jared Leto.

Doch die Enttäuschung war groß: Letos Clownprinz des Verbrechens überzeugte zwar, war jedoch kaum zu sehen. Stattdessen setzten die Macher rund um Regisseur David Ayer für die zentrale Antagonistin auf Cara Delevingne als antike Gothic-Hexe. Eine Fehlentscheidung, wie sich Ayer selbst später via Twitter eingestand. "Ich wünschte, ich hätte eine Zeitmaschine. Ich würde den Joker zum Hauptschurken machen und eine geerdetere Story konstruieren", zwitscherte der Filmemacher.

  • Erscheinungsjahr: 2016
  • Der Fehler: Letos Joker wurde zur Nebenfigur degradiert

2. "Ghost in the Shell"

Zähneknirschend stellten sich auch die Macher von "Ghost in the Shell" ihren Fehlern, als die Manga-Verfilmung mit nur 19 Millionen eingespielten Dollar ein enttäuschendes US-Startwochenende hinlegte. Mitschuld für den Flop trägt unzweifelhaft die Besetzung von Scarlett Johansson für eine Rolle, die nach Meinung der Fans eindeutig nach einer asiatischen Darstellerin verlangte. Die darauffolgenden Whitewashing-Vorwürfe und den damit verbundenen Image-Schaden hätten sich die Verantwortlichen mit einem bedachteren Casting durchaus ersparen können – das weiß auch Kyle Davies von Paramount. "Wir hatten auf bessere inländische Ergebnisse gehofft", so Davies im Gespräch mit CBC. "Ich denke, die Diskussionen betreffend des Castings haben die Kritiken beeinflusst."

  • Erscheinungsjahr: 2017
  • Der Fehler: Whitewashing

3. "Spider-Man 3"

Auch Regisseur Sam Raimi kennt das Gefühl nagender Reue. Wurden seine ersten beiden "Spider-Man"-Blockbuster noch in den höchsten Tönen gelobt, kassierte der Filmemacher für "Spider-Man 3" plötzlich harsche Kritik. Und Raimi kann das durchaus nachvollziehen, denn den Überschuss an Bösewichten hat nicht er zu verantworten. Sony bestand darauf, dass der Regisseur zusätzlich zu Harry Osborne alias Green Goblin und dem Sandman auch noch den außerirdischen Venom einbringt, da Letzterer besonders bei jüngeren Comic-Fans beliebt sei. "Ich habe nicht wirklich an all diese Charaktere geglaubt", räumte Raimi laut Digital Spy im Nachhinein ein. "Ich denke, die Idee dabei war, den [Einsatz zu erhöhen], aber ich meine, es war das, was uns dem Untergang geweiht hat."

  • Erscheinungsjahr: 2007
  • Der Fehler: eine Überdosis Schurken

4. "Der Hobbit"-Trilogie

Für Schwierigkeiten in Mittelerde sorgte derweil nicht nur die Tatsache, dass ein einziges Kinderbuch Material für satte drei Filme liefern musste, sondern auch der überraschende Regie-Rückzug von "Hellboy"-Macher Guillermo del Toro. Plötzlich konnte nur noch "Herr der Ringe"-Veteran Peter Jackson das Projekt retten – hatte dafür aber weitaus weniger Zeit, als er es gewohnt war.

"Als Guillermo del Toro gehen musste und ich einsprang und übernahm, haben wir die Uhr nicht eineinhalb Jahre zurückgedreht, um mir eineinhalb Jahre für das Design des Films zu geben, der anders war, als das, was [del Toro] gemacht hätte", erläuterte Jackson sein Problem. "Es war unmöglich und als Folge daraus, dass es unmöglich war, begann ich einfach den Film zu drehen, wobei das meiste überhaupt nicht vorbereitet war."

  • Erscheinungsjahr: 2012 - 2014
  • Der Fehler: Wechsel auf dem Regiestuhl und überhasteter Drehstart

5. "Wolverine: Weg des Kriegers"

Nachdem "Logan – The Wolverine" 2017 zum Kinohit avancierte und einen wahren Ansturm auf die Kinos auslöste, stellte sich unweigerlich die Frage: Was lief 2013 mit dem Vorgänger "Wolverine: Weg des Kriegers" falsch? Schließlich saß auch damals James Mangold auf dem Regiestuhl, während Hugh Jackman als Mutant die Krallen ausfuhr, und dennoch fielen die Urteile über den Film eher durchschnittlich aus.

Im Gespräch mit Den of Geek gab Mangold nun zu, dass er es bereue, sich nicht durchgesetzt zu haben, denn das oft bemängelte CGI-lastige Finale in "Wolverine: Weg des Kriegers " sei eine Vorgabe des Studios gewesen. Die Verantwortlichen wollten den Film und dessen Merchandise mit der überzogenen Krawall-Sequenz für jüngere Fans interessanter machen. Mangold selbst habe ursprünglich mehr einen Crime-Actioner im Stil des "Japanese noir" angestrebt. "Ich denke, ich hatte in manchen Fällen nicht so kantige Ellbogen, wie ich hätte haben sollen", befand der Regisseur. Gut, dass er für "Logan" offenbar dazu gelernt hat.

  • Erscheinungsjahr: 2013
  • Der Fehler: Mangolds Vision zugunsten des Verkaufs von Action-Figuren geopfert

6. "Star Trek Into Darkness"

Vor den Kopf gestoßen fühlten sich zahlreiche Trekkies nach "Star Trek Into Darkness". Der Grund: Noch vor dem Dreh des Sequels hatten die Anhänger spekuliert, dass der Übermensch Khan Noonien Singh den Kontrahenten-Part in dem neusten Ableger einnehmen könnte. Darauf angesprochen stritt Regisseur J.J. Abrams ("Star Wars: Das Erwachen der Macht") dies jedoch vehement ab. Als Benedict Cumberbatch sich auf der Leinwand dann allerdings doch als Gegenspieler der Enterprise-Crew entpuppte und sich als ebendieser Khan vorstellte, zeigten sich die Fans empört über die dreiste Lüge. "Ich denke, es wäre wahrscheinlich cleverer gewesen, ganz klar zu sagen: 'Das ist genau, wer er ist'", ließ Abrams laut Digital Spy daraufhin verlauten.

  • Erscheinungsjahr: 2013
  • Der Fehler: die Khan-Lüge

7. "Transformers – Die Rache"

Regisseur Michael Bay selbst bezeichnete sein Sequel "Transformers 2" in einem Interview mit dem Magazin Empire als "Mist". Er und das Team hinter dem Action-Spektakel hätten "einige Fehler gemacht". Besonders das Skript sei durch Zeitmangel völlig unausgereift gewesen. "Der wirkliche Fehler mit ['Transformers – Die Rache'] war, dass er sich in einer mystischen Welt verrannte", so Bay. "Wenn ich darauf zurückblicke, war das Mist. Der Autoren-Streik kam hart und schnell. Es war einfach nur schrecklich, einen Film zu machen, bei dem du in nur drei Wochen eine Story haben musst."

Seine unübersichtliche Zeitsprung-Handlung in "Transformers: The Last Knight" scheint Bay hingegen nicht für eine Fehlentscheidung zu halten – im Gegensatz zu vielen Kritikern.

  • Erscheinungsjahr: 2009
  • Der Fehler: Keine Zeit für eine gute Story

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