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7 Serientode, die uns dieses Jahr überrascht haben

Jon Snow lebt! Allerdings hat er einem anderen "Game of Thrones"-Charakter tatkräftig zu einem Platz in dieser Liste verholfen...
Jon Snow lebt! Allerdings hat er einem anderen "Game of Thrones"-Charakter tatkräftig zu einem Platz in dieser Liste verholfen... (©Youtube / GameofThrones 2016)

Mit dem Tod einer Serienfigur kommen oft lange vorbereitete Handlungsstränge zum Abschluss. Manchmal treten Figuren aber auch aus heiterem Himmel ab und hinterlassen nicht selten ein am Boden zerstörtes Publikum. Diese Serientode haben uns dieses Jahr auf dem falschen Fuß erwischt.

[Spoilerwarnung: Wer bei "Stranger Things", "Game of Thrones", "House of Cards", "The Walking Dead" und "Orange is the New Black" nicht auf dem aktuellen Stand ist, liest auf eigene Gefahr weiter!]

1. Barb ("Stranger Things")

Als ausgelagertes gutes Gewissen und personifizierte Vernunft von Nancy Wheeler spielte sich Schauspielerin Shannon Purser als Barbara "Barb" Holland in die Herzen der "Stranger Things"-Fans. Dass sie ihre beste Freundin im Laufe der Staffel an Pomaden-Prinz Steve Harrington verlieren sollte, war noch absehbar. Dass sie wenig später aus heiterem Himmel vom Monster Demogorgon in eine Paralleldimension verschleppt und dort verspeist wurde, war aber überraschend, schockierend – und leider notwendig: Schließlich brauchte Nancys Wandlung vom High-School-Girlie zur Monsterjägerin eine starke Motivation. Einigen Fans stieß allerdings sauer auf, dass sich das Geschehen anschließend vor allem um Will Wheelers' Verschwinden drehte und Barb anscheinend völlig vergessen wurde. Der Hashtag #JusticeForBarb schaffte es sogar zum Trend-Thema bei Twitter.

2. Ramsay Bolton ("Game Of Thrones")

Zugegeben: Ramsay Bolton war für einen Serientod längst angezählt. Die gesamte sechste Staffel "Game of Thrones" lief schließlich auf das schicksalshafte Aufeinandertreffen der beiden "Bastarde" Ramsay Bolton und Jon Snow zu. Dass der eiskalte Sadist am Ende aber tatsächlich den Kürzeren ziehen sollte, war lange gar nicht so klar – schließlich mordete er sich zunächst fröhlich an die Spitze seines Hauses und schien auch während der Schlacht der Bastarde lange beinahe unbesiegbar. Was sich die GoT-Macher für seinen Abgang ausmalten, darf getrost als Karma-Moment bezeichnet werden und ist selbst für die Verhältnisse der nicht eben zimperlichen Serie ganz schön grausig: Sansa Stark wirft Ramsay seinen eigenen Hunden zum Fraß vor.

3. Lucas Goodwin ("House Of Cards")

In der zweiten "House of Cards"-Staffel werden Lucas Goodwins Versuche, Frank Underwoods Morde an Zoe Barnes und Peter Russo aufzuklären, jäh gestoppt und er landet im Gefängnis. Als er zu Beginn der vierten Staffel durch ein Zeugenschutzprogramm frei kommt und sich wieder an Underwoods Fersen heftet, ist er vom entschlossenen Investigativjournalisten zum unberechenbaren Fanatiker gereift. Sein Attentatsversuch auf den Präsidenten kommt entsprechend überraschend und verpasst der Serie eine plötzliche dramatische Wendung. Underwood überlebt zwar schwer verletzt, sein Leibwächter Edward Meechum bezahlt den Anschlag aber mit dem Leben – und nimmt Goodwin mit in den Tod.

4. Hodor ("Game of Thrones")

Ach Hodor! Wenige Serienszenen waren dieses Jahr so herzzerreißend wie die, in der Bran Starks treuer Begleiter seine Bestimmung erfüllt. In einer hirnzermürbenden Rückblende/Zeitreise-Sequenz wird enthüllt, warum der simpel gestrickte Stalljunge sein Leben mit dem begrenzten Wortschatz "Hodor" verbringen musste: Damit er im richtigen Moment die richtige Tür zuhalten und Bran Zeit zur Flucht vor den Untoten des Nachtkönigs geben konnte. Die emotionale Herausforderung für Fans, die mit dem endgültigen Abschied von dem sanften Riesen klarkommen mussten, wird wohl nur übertroffen von der technischen Herausforderung für Synchronstudios in aller Welt: Die mussten schließlich alle Sprachhebel in Bewegung setzen, um die Worte "Hold the door!" so in andere Sprachen zu übertragen, dass sich daraus "Hodor!" ergeben kann.

5. Denise Cloyd ("The Walking Dead")

In der sechsten Staffel von "The Walking Dead" übernimmt Denise Cloyd die Position der Ärztin in Alexandria. Die anfangs zutiefst unsichere und von Panikattacken geplagte Einzelgängerin wandelt sich im Zuge der Staffel zu einer selbstbestimmten Frau, die sich schließlich sogar bereit fühlt, an einer Versorgungsmission mit Rosita und Daryl außerhalb der Stadtgrenzen teilzunehmen. Als sie in einem ausgedehnten Monolog ihre Ängste reflektiert, hätte man als Zuschauer bereits skeptisch werden können: Schließlich liefert Schauspielerin Merritt Wever hier die perfekte Abschiedsrede für ihre Serienfigur ab. Der Armbrustbolzen, der Denise mitten im Satz durch den Hinterkopf schießt, überrascht trotzdem. Dass das Ganze ein Unfall war und der Bolzen eigentlich jemand anderen treffen sollte, macht ihren Tod nur noch tragischer.

6. Poussey Washington ("Orange is the New Black")

Der Tod von Poussey Washington in der vorletzten Folge der vierten "Orange is the New Black"-Staffel kann nur als absolut tragisch bezeichnet werden: Während der Auflösung eines friedlichen Protests in der Cafeteria des Litchfield-Gefängnisses wird sie von einem Wachmann im Getümmel zu Boden gedrückt und erstickt. So grausam der Unfall aus heiterem Himmel in seiner Unvorhersehbarkeit auch scheinen mag: "Orange is the New Black" schaffte damit nicht nur eine der rührendsten Szenen des Serienjahres 2016, sondern vermutlich auch eine der realistischsten.

7. Glenn Rhee ("The Walking Dead")

Das Ende der sechsten "The Walking Dead"-Staffel ließ den Fans den Atem stocken. Bösewicht Negan würde einen der Helden töten – nur wen? Auf diesen Cliffhanger des Jahres folgte dann der dramatische Serientod von Glenn und Abraham. Das brutale Ende der beiden ließ viele Fans völlig schockiert und aufgelöst vor dem Bildschirm zurück und brachte beim Dreh selbst die Schauspieler an ihre emotionalen Grenzen. Um nicht vorzeitig zu verraten, wer in der ersten Folge der siebten Staffel sterben würde, streuten die Macher sogar bewusst unwahre Gerüchte und ließen die eigentlich nicht mehr benötigten Darsteller noch zu den Dreharbeiten einfliegen. Vor allem Glenn war vielen Fans so sehr ans Herz gewachsen, dass sogar eine Sterbeanzeige in einer örtlichen Zeitung für den abgetretenen Charakter der ersten Stunde geschaltet wurde.

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