Topliste

7 Songs, bei denen die Albumversion nicht die beste ist

Mit ihrem "MTV Unplugged"-Live-Album schrieben Nirvana Rockmusikgeschichte und werteten manche ihrer Songs ordentlich auf.
Mit ihrem "MTV Unplugged"-Live-Album schrieben Nirvana Rockmusikgeschichte und werteten manche ihrer Songs ordentlich auf. (©Youtube/NirvanaVEVO 2016)

Im Studio lässt sich ein Song bis zur Perfektion schleifen, aber manchmal sind es gerade die Unwägbarkeiten der Livesituation, die Musik erst richtig gut machen. Diese sieben Konzertversionen sind ihren Originalen haushoch überlegen.

1. Johnny Cash – "Folsom Prison Blues"

Country-Legende Johnny Cash nahm seinen "Folsom Prison Blues" bereits 1955 auf und ließ sich dafür vom Film "Inside the Walls of Folsom Prison" inspirieren. Seine wahre Bestimmung fand der Song über Freiheitsträume aber erst 13 Jahre später, als Cash ihn im Jahr 1968 live vor den echten Häftlingen des Folsom Gefängnisses spielte. Von der ikonischen Begrüßung "Hello, I'm Johnny Cash" bis zu den jubelnden Zwischenrufen des Publikums sprüht diese Version nur so vor Leben.

2. Muse – "Knights of Cydonia"

Muse stehen im Rock für Theatralik und unmäßigen Bombast. "Knights of Cydonia" ist in dieser Hinsicht die perfekte musikalische Visitenkarte. Schon auf Platte ist der galoppierende Spacerock-Song absolut episch und randvoll mit überbordenden Melodien. In der Live-Version aus dem Jahr 2007 singen allerdings tausende Kehlen aus dem Publikum alles vom Gitarrenintro bis zum Refrain lauthals mit. Dagegen kann jede noch so druckvoll produzierte Studioversion einpacken.

3. Talking Heads – "Life During Wartime"

Mit "Life During Wartime" pressten die Talking Heads 1979 einen seltsamen Hybrid aus New Wave und Funk auf ihr drittes Album "Fear of Music". Für ihren Live-Konzertfilm "Stop Making Sense" gewannen die New Yorker dem Track noch einmal ganz neue Seiten ab: Der durchgeknallte mehrstimmige Gesang und das merklich höhere Tempo stehen der Nummer ausnehmend gut zu Gesicht. Das sportliche Rumgehampel von Sänger David Byrne liefert dazu die passende optische Komponente.

4. Nirvana – "About a Girl"

Auf Nirvanas Debütalbum "Bleach" von 1989 war "About a Girl" ein eher unspektakulärer Song. Mit schrammeligen Gitarren, nöligem Gesang und pumpenden Schlagzeugbeats hatte er zwar alles, was die Band um Kurt Cobain später großmachen sollte, wirkte aber auch ein wenig ungelenk. Im berühmten MTV Unplugged, das die Grunge-Ikonen fünf Jahre später auf dem Höhepunkt ihres Ruhmes in New York spielten, wurde "About a Girl" die Ehre zuteil, das Konzert zu eröffnen. Und siehe da: Der Song blühte auf und ist in dieser Version bis heute viel bekannter als das eigentliche Original. Zu Recht.

5. The White Stripes – "Jolene"

Das Dolly-Parton-Cover "Jolene" ist kurioserweise einer der bekanntesten Songs, die The White Stripes je veröffentlicht haben. Dabei schaffte es die Studioversion nie auf ein Album, sondern war nur die B-Seite zu einer Single. Die 2004 veröffentlichte Live-Version "Under Blackpool Lights", die das Duo in energetischer Höchstform zeigt, bringt die Intensität und Verzweiflung des Songs aber ohnehin viel besser zum Ausdruck.

6. Nick Cave & The Bad Seeds – "The Mercy Seat"

Auf der Bühne ist Nick Cave eine Naturgewalt. Der Australier versteht es meisterhaft, die Aura eines Rockstars mit der einnehmenden Präsenz eines Predigers zu vereinen. Kein Wunder, dass viele seiner Songs deshalb live noch viel besser zünden als ihre Studiofassungen. Das beste Beispiel ist vielleicht die Version von "The Mercy Seat", die Cave mit seiner Band The Bad Seeds auf dem Live-Album "Live Seeds" veröffentlichte. Den schon im Original intensiven Monolog eines Häftlings in der Todeszelle performt die Truppe mit einer derartigen Dringlichkeit, dass man am Ende selbst vor der Stereoanlage völlig fertig ist.

7. Green Day – "Holiday"

Politische Ansagen in partytaugliche Rockhits verpacken zu können, ist vielleicht die größte Stärke von Green Day. Dass sie die absoluten Meister des Stadionpunks sind, bewiesen die US-Amerikaner 2005 mit der Live-DVD "Bullet in a Bible". Bei der Anti-Kriegs-Hymne "Holiday" frisst das Publikum dem Trio aus der Hand und spornt Billy Armstrong und Co. zu Höchstleistungen an. Die Studioversion vom Album" American Idiot" ist ja ganz nett, aber gegen ein "Amen!" aus 65.000 Kehlen hat sie keine Chance.

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