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7 spektakuläre Momente, in denen jemand ins All gesogen wurde

Auch im ersten "Star Trek"-Teil von J.J. Abrams wurde jemand in die Weiten des Weltalls gesogen.
Auch im ersten "Star Trek"-Teil von J.J. Abrams wurde jemand in die Weiten des Weltalls gesogen. (©Kimberley French/Paramount Pictures Germany 2017)

Was uns an Science-Fiction die größte Angst macht? Keine gruseligen Aliens jedenfalls. Auch nicht galaktische Raumschiffschlachten. Sondern das All an sich: eine kalte, schwarze, tödliche Leere. Natürlich ist die Vorstellung nicht schön, von einem dreimauligen, achtaugigen intergalaktischen Vieh gekrallt zu werden, aber es wäre zumindest ein schneller Tod. Aber mit einem Schub ins Nichts gezogen werden, frei im All treiben, mit schwindendem Sauerstoff, ohne Halt – das ist echter Horror. Diese Vorstellung haben unzählige Science-Fiction-Filme aufgegriffen, und dabei nicht immer auf akkurate Physik geachtet. Hier sind einige der furchterregendsten Szenen.

1. "Die totale Erinnerung – Total Recall" (1990)

Die Horrorvision, sich unter höllischen Schmerzen ungeschützt im All aufzublähen und dann in einer schmatzenden Explosion zu zerplatzen – ein Filmmysterium und absoluter Science-Fiction-Blödsinn. Tatsächlich wäre der Tod im All ein eher ruhiger. Nach 15 Sekunden setzt wegen des Sauerstoffmangels Bewusstlosigkeit ein, die dann einige Minuten später zum Tode führt. Das hinderte aber die Macher hinter dem Actionreißer "Die totale Erinnerung – Total Recall" (1990) mit Arnold Schwarzenegger nicht daran, eine der absurdesten Todesszenen im All zu drehen: Bösewicht Cohaagen quillen in der dünnen Atmosphäre des Mars erst mal die Augen aus den Höhlen, ehe es "Plopp" macht. Das Gute siegt, der Realismus bleibt auf der Strecke.

2. "Outland – Planet der Verdammten" (1981)

Wie gesagt, noch einmal zum Mitschreiben: Man explodiert nicht ohne Schutz im All. Wirklich nicht. Auch nicht auf Jupiters Mond Io, so sehr uns das auch der britische Science-Fiction-Film "Outland – Planet der Verdammten" von 1981 mit Sean Connery so verkaufen möchte. Einer der Arbeiter einer Weltallmiene hat hier eine der dramatischsten – und unrealistischsten – Sterbeszenen im All. Zwar wird er nicht hinaus in die Leere gesogen, sein Raumanzug wird aber aufgerissen, was seinen Kopf im Helm anschwellen und zerbersten lässt.

3. "Mission to Mars" (2000)

Wer jetzt glaubt, die unrealistischen Tode im All sind nur in den Frühphasen der Filmtricktechnik verbreitet gewesen, der irrt. In Brian de Palmas 2000er-Werk "Mission to Mars" stirbt abermals im Orbit des Mars ein heldenhafter Rettungsastronaut. Woody fliegt übers Ziel hinaus und opfert sich, damit seine Crew-Mitglieder ihm nicht zu riskanter Hilfe eilen – indem er seinen Helm abnimmt. Die "gute" Nachricht: Woody explodiert nicht. Die schlechte: Er friert sofort zu einem Eisklotz, denn im All ist es bekanntlich kalt. Aber so schnell wie hier geht es dann doch nicht, es würde tatsächlich schon einige Minuten dauern, bis die Körperwärme in dem Maß so reduziert wäre.

4. "Event Horizon – Am Rande des Universums" (1997)

Der "Resident Evil"-Regisseur Paul W. S. Anderson hat Ende der 90er einen zumindest halbwegs nachvollziehbaren Alltod inszeniert. Der Raumschiff-Ingenieur Justin wird in "Event Horizon – Am Rande des Universums" (1997) von einer bösen Macht, die das ganze Schiff befallen hat, kontrolliert. In einer Luftschleuse bringt die Alien-Macht ihn dazu, seinen Helm im luftleeren Raum abzunehmen und sich so selbst zu töten.  Während also der Sauerstoff die Schleuse verlässt, beginnt Justin zu bluten – was unter realistischen Umständen im Vakuum des Alls nicht passieren würde. Allerdings überlebt er den Vorfall und wird gerettet, was in diesem Zeitraum durchaus möglich ist.

5. "Star Trek" (2009)

Natürlich strotzen die unzähligen Episoden und Filme der ikonischen "Star Trek"-Marke rund um das Raumschiff Enterprise nur so vor spektakulären Alltoden. Ein kleines Beispiel ist auch im Neustart der Kinoreihe von J.J. Abrams von 2009 zu finden. Hier wird in einer hitzigen Schlacht ein weibliches Crewmitglied kreischend ins All gesogen. Sie explodiert nicht, friert nicht ein, bewegt sich sogar noch ein wenig vor ihrem Exitus. Aber: Plötzlich verstummt um sie die gesamte Geräuschkulisse, um den dramatischen Effekt der Stille und Leere des Alls zu erhöhen. Komisch nur, dass Sekunden zuvor noch massig Photonentorpedos und Explosionen durch ebendiese laut hörbar krachten.

6. "Watchmen – Die Wächter" (2009)

Die wegen ihrer Antihelden allseits beliebte Comicverfilmung der "Watchmen" hat tatsächlich auch eine gefährliche Szene im luftleeren Raum zu bieten. Der nackte blaue Koloss namens Dr. Manhattan holt sich seine kleine Auszeit nämlich gerne mal per Teleport auf den Mars. In einer Szene nimmt er Heldin Silk Spectre mit dorthin, die natürlich sofort im luftleeren Raum zusammenbricht. Dr. Manhattan erzeugt schnell eine Luftblase, um sie zu schützen.

7. "Der Marsianer – Rettet Mark Watney" (2015)

Matt Damon allein im All, auf dem fernen Mars, das unterhielt uns 2015 exzellent in "Der Marsianer – Rettet Mark Watney". Und akzeptieren wir die ferne Fiktionalität der ganzen Geschichte, war der Film von Ridley Scott sogar weitestgehend wissenschaftlich recht akkurat. Sogar in einer Szene, die manchem arg absurd vorkommen mag: Hier versucht der Astronaut, einen Riss in seinem Raumanzughelm mit schnödem Klebeband notdürftig zu reparieren. Tatsächlich ist das realistisch, auch wenn Tape so tatsächlich noch nie an einem Helm benutzt werden musste, glücklicherweise. Insgesamt hat der Film einige Szenen, die korrekte Allphysik und -umstände zeigen. Es geht doch!

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