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7 Talkshow-Klassiker der 1990er-Jahre

Andreas Türck war einer der bekanntesten Talkshowmoderatoren der 90er-Jahre.
Andreas Türck war einer der bekanntesten Talkshowmoderatoren der 90er-Jahre. (©dpa - Fotoreport 2016)

In den 90er-Jahren waren Talkshows ein total angesagtes Fernsehformat: Moderatoren wie Arabella Kiesbauer, Hans Meiser oder Andreas Türck sind selbst heutzutage noch vielen bekannt. Wir stellen die beliebtesten Talkshows der Neunziger vor.

1. "Arabella" (1994 – 2004)

Arabella Kiesbauer überzeugte die Zuschauer vor allem mit ihrem Wiener Charme, das damals noch völlig neue TV-Format Talkshow trug ebenfalls zu den guten Einschaltquoten bei. Die Themen sollten vor allem ein junges Publikum ansprechen. In der ersten Folge ging es beispielsweise um die Frage: "Seitensprung – Lust oder Laster?" Doch die Themen und deren Formulierung gerieten damals immer wieder in die Kritik. Etliche Talk-Titel mussten wegen Beschwerden umformuliert werden. Beispiel gefällig? "Albtraum Friseur" hieß ursprünglich "Du bist doch bloß 'ne Friseuse". Der Titel "Schwangere sind hässlich" wurde zu "Schwanger sein macht schön".

"Arabella" kämpfte – wie auch andere traditionelle Talkshows – mit der aufkommenden Beliebtheit von sogenannten Scripted-Reality-Shows, bei denen Laiendarsteller die ursprünglichen Talkgäste ersetzten. Als sich Kiesbauer mit dem Fernsehsender ProSieben nicht auf eine Anpassung der Sendung einigen konnte, war nach zehn Jahren "Arabella" einfach Schluss.

2. "Hans Meiser" (1992 – 2006)

Bereits 1992 startete "Hans Meiser" im Nachmittagsprogramm von RTL, Thema waren damals "Partneragenturen". Talkmaster Meiser war zusammen mit Kiesbauer einer der Pioniere der Nachmittags-Talkshows. Im Gegensatz zu Kiesbauer sprach seine Sendung aber eher ein gesetzteres Publikum an. Viele seiner Themen überzeugten durch ihre sorgfältige Aufarbeitung und wurden sogar prämiert: Die Show wurde unter anderem mit der Goldenen Kamera und dem Bambi ausgezeichnet. Doch weder die Auszeichnungen noch eine geänderte Sendezeit konnten das Aus verhindern: Nach 1.700 Sendungen zog man einen Schlussstrich. Auch Urgestein Meiser konnte sich gegen die aufkommenden Scripted-Reality-Shows nicht durchsetzen.

3. "Ricky – Let's talk" (1999 – 2000)

Der Amerikaner Ricky Harris sorgte mit der Show "Ricky – Let's talk" unfreiwillig für Gelächter bei Zuschauern und Kritikern. Das lag nicht etwa an dem damals gängigen Mix aus Sex-, Partnerschafts- und Fremdschäm-Themen, sondern am Moderator selbst: Vor allem sein starker amerikanischer Akzent und seine oft fehlerbehaftete Grammatik sorgten dafür, dass der sympathische Gastgeber immer wieder von Comedians wie Stefan Raab veralbert wurde. Seine Talkshow auf Sat.1 wurde nach nur einem Jahr wieder abgesetzt.

4. "Ilona Christen" (1993 – 1999)

Ilona Christen stand, wie auch ihr RTL-Kollege Hans Meiser, für die seriösere Sparte der Nachmittags-Talkshows. Christens Sendung richtete sich thematisch vorrangig an Frauen, so standen Titel wie "Warum lieben Frauen einen Mörder?" oder "Abenteuer Kaffeefahrt" auf dem Programm. Die Moderatorin, die auch durch ihre bunten Brillengestelle auffiel, lud zu den Themen oft Experten ein. Diese band sie dann bei passender Gelegenheit in die Sendung ein. Nach sechs Jahren war dann schließlich das Ende erreicht. Bereits ein Jahr zuvor hatte Ilona Christen angekündigt, die zunehmende Eskalation und Provokation in Talkshows nicht mehr mitmachen zu wollen.

5. "Andreas Türck" (1998 – 2002)

Andreas Türck stand stellvertretend für eine neue Generation von Moderatoren. Diese zielten im Gegensatz zu bodenständigen Talkmastern wie Hans Meiser mehr auf die Emotionalisierung von Inhalten. Seine Themen rankten sich primär um Beziehungen, Sexualität und Jugendprobleme. In jeder Show stellte Türck nach und nach seine Talk-Gäste vor, die dann miteinander diskutierten. Die Themen waren oft in Form eines Aufrufs an den Moderator formuliert, wie etwa "Andreas, ich find's geil – ich bin eine Hobbynutte" oder "Andreas, hilf mir! Ich will meine Nacktfotos zurück."

Bei den Gesprächen animierte Türck mit seiner betont lockeren Art auch die Zuschauer, sich an den Diskussionen zu beteiligen. Oftmals nahmen die Streitigkeiten allerdings so stark überhand, dass Türck die Anwesenden nicht mehr beruhigen konnte. Dann war es auch keine Seltenheit, dass er sich demonstrativ ins Publikum setzte und etwa Gitarre spielte. Nach kreativen Differenzen mit ProSieben hörte Türck nach 750 Folgen mehr oder weniger freiwillig auf.

6. "Vera am Mittag" (1996 – 2006)

"Vera am Mittag" war ein Dauerbrenner: Insgesamt flimmerten 2.064 Folgen des Talks über die Bildschirme. Bereits kurz nach ihrem Start sorgte die Show damals schon für Aufsehen: Sieben Wochen, nachdem die Sendung angelaufen war, leitete die rheinland-pfälzische Landesmedienanstalt ein Verfahren gegen "Vera am Mittag" ein. Grund dafür: Die Folge "Sex, das Spiel ohne Grenzen" hatte unter anderem eine Domina, ihren Sklaven und einen als Baby verkleideten Mann als Gast, der in Windeln auftrat. Die Landesmedienanstalt stufte dies als jugendgefährdend ein. Doch dieses Verfahren war erst der Anfang: Die Show handelte sich noch weitere Klagen ein. Unter anderem wegen einer Sendung über abstruse Sexualpraktiken sowie für eine Episode, in der sexuelle Gewalthandlungen unreflektiert beschrieben wurden. 2005 war nach knapp zehn Jahren Schluss.

7. "Schreinemakers Live" (1992 – 1996)

Margarethe Schreinemakers führte damals bei Sat.1 als Moderatorin durch ihre Infotainment-Sendung. Die Show war, im Gegensatz zu den Nachmittags-Talkshows, an einem besseren Sendeplatz im Abendprogramm zu finden. Margarethe Schreinemakers erhielt für ihre Moderation einen Bambi, eine Goldene Kamera sowie das Goldene Kabel. Dabei waren es die Gäste, die immer wieder für Aufsehen sorgten: Unter anderem waren Stars wie Alain Delon, Roger Moore und Robbie Williams bei Schreinemakers zu Gast. Nach einem Steuerskandal um die Moderatorin setzte der Sender die Show jedoch ab.

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