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7 TV-Serien, die früher cool waren – heute eher nicht mehr

Al Bundy und Familie waren in den Neunzigern TV-Kult. Heute sorgt die Serie eher für Fremdscham.
Al Bundy und Familie waren in den Neunzigern TV-Kult. Heute sorgt die Serie eher für Fremdscham. (©picture alliance/Mary Evans Picture Library 2017)

TV-Nostalgiker erinnern sich gern an die großartigen Stunden, die sie mit ihren alten Lieblingsserien verbracht haben. Doch Vorsicht! Wer den Fehler begeht, die Klassiker noch einmal anzuschauen, könnte bitter enttäuscht werden. Diese sieben Serien sind jedenfalls nicht gerade gut gealtert.

1. "Walker, Texas Ranger"

Bevor Chuck Norris zum Synonym für gelebtes Superheldentum wurde, spielte er in den Neunzigern die Hauptrolle in "Walker, Texas Ranger". Hier legte er als kerniger Kämpfer für das Gute den Grundstein für seine ironisierende Überhöhung, die zum weltweiten Internetphänomen wurde. Und apropos Ironie: Anders als mit einem großen, langen Augenzwinkern (am besten mit beiden Augen gleichzeitig) lässt sich die absurd patriotische Serie mit ihren billigen Kampfchoreos und den hoffnungslos schlechten Bösewichten heute kaum mehr ertragen. Und Chuck Norris mag zweimal bis zur Unendlichkeit gezählt haben – ein begabter Schauspieler ist er trotzdem nicht. Roundhouse-Kick hin oder her.

2. "Knight Rider"

Ein Mann und sein Auto im Kampf gegen das Böse: Mit dieser Prämisse fesselte "Knight Rider" in den 1980er-Jahren die Zuschauer vor dem Bildschirm. Mit etwas Abstand ist von der Faszination nicht mehr allzu viel übrig geblieben. David Hasselhoffs Wortwechsel mit dem Wunderauto K.I.T.T. wirken mehr als hölzern, das Design erscheint äußerst bieder und das Tempo der Actionsequenzen lässt im Vergleich mit heutigen Sehgewohnheiten doch einiges zu wünschen übrig.

3. "Eine schrecklich nette Familie"

Al Bundy ist Kult! Aber warum eigentlich? Was der eigentlich ziemlich begabte Darsteller Ed O'Neill in diesem Sitcom-Klassiker an der Seite der ebenfalls ziemlich begabten Katey Sagal ablieferte, war bei Licht betrachtet wenig mehr als eine wilde Anhäufung von dämlichen Geschlechterklischees, zotigen Witzen und einer guten Portion Fäkalhumor. Damals war das gewagtes und auf seine Art sicherlich revolutionäres Fernsehen. Heute wäre es zum Großteil stumpfer, vulgärer Trash – und zwar keiner mit Kultfaktor.

4. "Xena"

Fantasyserien wie "Game of Thrones" haben uns an gewaltige Budgets, ebenso gewaltige Schauplätze und elaborierte Handlungsstränge gewöhnt. Dass das nicht immer selbstverständlich war, sieht sofort, wer mal wieder ein paar alte "Xena"-Episoden anschaut: Holpriges Storytelling, mittelprächtige Spezialeffekte und viele produktionstechnische Kompromisse sind der Stoff, aus dem die Saga um die Kriegerprinzessin gestrickt ist. Fällt einem wie gesagt nur im Vergleich mit heutigen Mega-Serien auf. Stört dann aber gewaltig.

5. "Baywatch"

"Baywatch" wurde vor allem durch das großzügige In-Szene-Setzen der leicht bekleideten Körper seiner Darsteller und Darstellerinnen bekannt. Wer der Serie, die immerhin zwölf Jahre lang im Fernsehen lief, heute noch einmal eine Chance gibt, stellt schnell fest: Viel mehr hatte das Format auch nicht zu bieten. Storytechnisch war das Rettungsschwimmerteam um David Hasselhoff und Pamela Anderson jedenfalls äußerst dürftig aufgestellt. Kein Wunder, dass der "Baywatch"-Kinofilm mit Dwayne Johnson in der Hauptrolle ein Feuerwerk der ironischen Selbstreferenzialität ist – ernsthaft kann man das heute einfach niemandem mehr anbieten.

6. "Das A-Team"

Aktuelle Action- und Dramaserien lassen sich in Sachen Gewaltdarstellung meist in zwei Kategorien einteilen: Entweder, brutale Handlungen und ihre Folgen werden einigermaßen realistisch dargestellt und wirken entsprechend schockierend. Oder sie sind hemmungslos überzeichnet und tragen satirische Züge. In der Achtziger-Kultserie "Das A-Team" lief das noch anders: Hier rumste, krachte und hämmerte ständig irgendetwas auf diverse Körperteile ein. Ernsthaft verletzt wurde aber eigentlich nie jemand – selbst in wilden Schießereien nicht! Das Problem: Aus heutiger Perspektive wirkt das nicht einmal lustig oder skurril, sondern wie eine völlig unangemessene Verharmlosung.

7. "How I Met Your Mother"

Als Ted Mosby (Josh Radnor) seinen Kindern 2005 erstmals versprach, ihnen von seiner Begegnung mit ihrer Mutter zu erzählen, ahnte er die Konsequenzen wahrscheinlich noch nicht: Neun Staffeln lang zögerte "How I Met Your Mother" das schicksalshafte Treffen hinaus – mit Episoden aus einer Freundesclique, die ihre Zeit vor allem damit verbrachte, sich in endlosen (und zunehmend bemühten) Insider-Witzen zu ergehen. Am Ende stellte sich die lange angekündigte Mutterfigur als Nebencharakter ohne allzu große Relevanz für die Handlung heraus – und das Finale für viele Zuschauer als äußerst unbefriedigende Angelegenheit. Die Nochmal-Guck-Attraktivität der Serie fällt mit diesen Mängeln im Hinterkopf eher mäßig aus.

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