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7 von Kritikern verrissene Filme, die besser sind als ihr Ruf

Während die Kritiker mit den "Transformers" von Beginn an nichts anfangen konnten, schlossen die Fans die Robo-Aliens direkt ins Herz.
Während die Kritiker mit den "Transformers" von Beginn an nichts anfangen konnten, schlossen die Fans die Robo-Aliens direkt ins Herz. (©Facebook/Transformers.DE 2017)

Noch bevor Hollywoods neueste Filme die Kinos erobern, dürfen Kritiker üblicherweise einen Blick auf die Produktionen werfen. Ihr veröffentlichtes Urteil entscheidet dann häufig über Erfolg oder Misserfolg eines Blockbusters – dabei müssen die Rezensenten aber nicht immer richtigliegen.

Geht es nach den Fans, wurden die folgenden sieben Filme zu Unrecht von den Kritikern verschmäht. Besonders deutlich werden die unterschiedlichen Meinungen mit Blick auf die getrennten Wertungen, die das Filmportal Rotten Tomatoes erhebt: einmal aus User- und einmal aus Kritikersicht.

1. "Constantine"

Als "Constantine" im Februar 2005 in die Kinos kam, brach die Hölle los: Die ersten Kritiker machten der "Hellblazer"-Comicverfilmung rund um den Dämonen jagenden, kettenauchenden Antihelden ordentlich Feuer unterm Hintern. Die Handlung sei zu langatmig und wirr, da versucht wurde, die ganze Story der Comic-Reihe auf einen einzigen Blockbuster herunterzubrechen, nörgelten sie.

Zahlreiche Zuschauer sahen dies jedoch ganz anders: Die Handlung habe mit der Vorlage zwar nicht viel gemein, könne aber durchaus fesseln, lautete das allgemeine Urteil. Dank bildgewaltiger Effekte und eines himmlischen Soundtracks wurde die Leinwand-Adaption mit Keanu Reeves ("Matrix") kurzerhand zum Insider-Tipp unter Genre-Fans.

  • Score auf Rotten Tomatoes: 46 % bei Kritikern, 72 % beim Publikum
  • Erscheinungsjahr: 2005

2. "Sucker Punch"

Regisseur Zack Snyder selbst erläuterte das Konzept für den Film noch vor dem Dreh mit den Worten: "'Alice im Wunderland' mit Maschinengewehren". Er wolle eine Welt erschaffen, in der Action-Sequenzen nicht an die Gesetze der Physik gebunden sind, ohne dass die Story ihren tieferen Sinn verliert, so der Filmemacher laut FirstShowing. Teilt man die Ansicht der Kritiker, ist Snyder allerdings genau daran gescheitert. Die Handlung sei "sinnlos" und ein einziges "Durcheinander".

Die Kinogänger hingegen feierten die "spektakuläre visuelle Umsetzung", der Soundtrack sei "episch", die Schauspielerinnen hätten ihre Sache gut gemacht und die verschiedenen Handlungsebenen seien absolut "unterhaltsam".

  • Score auf Rotten Tomatoes: 23 % bei Kritikern, 47 % beim Publikum
  • Erscheinungsjahr: 2011

3. "Hook"

1991 wagte sich Steven Spielberg an den Kinderbuchklassiker "Peter Pan" und machte den Jungen, der nie erwachsen werden wollte, zum Erwachsenen. Vor der Bruchlandung, die "Hook" bei den Kritikern machte, hätte den Film jedoch nicht einmal ein ganzer Berg Feenstaub retten können. Und auch Spielberg selbst zeigte sich später enttäuscht von seinem Werk. Im Interview mit der Radio-Sendung Kermode & Mayo (via Den of Geek) sagte der Star-Regisseur: "Ich will 'Hook' noch mal sehen. Ich mag den Film immer noch nicht. Ich hoffe, eines Tages sehe ich ihn erneut und mag vielleicht irgendetwas daran."

Ein hartes Selbsturteil, das die Kinder der 1990er-Jahre offenbar nicht nachvollziehen können. Für sie ist "Hook" das "ultimative Fantasy-Märchen" und verhalf ihnen zu ihren ganz persönlichen "glücklichen Gedanken". Vielleicht sind die Kritiker ja nur am falschen Stern abgebogen?

  • Score auf Rotten Tomatoes: 29 % bei Kritikern, 76 % beim Publikum
  • Erscheinungsjahr: 1991

4. "Party Animals – Wilder geht's nicht!"

"Einfallslos", "flach", "dumm" und "stillos" sind noch die nettesten Etiketten mit denen "Party Animals" 2002 von den Rezensenten bedacht wurde. Diese Welle der Empörung hielt die Fans dennoch nicht davon ab, die Kinosäle zu stürmen. Bei einem Budget von gerade einmal 6 Millionen Dollar spielte die Komödie allein in den USA satte 21 Millionen Dollar ein und verhalf Hauptdarsteller Ryan Reynolds zum Durchbruch.

Schon damals konnten die Fans dem vulgären und teils schwarzen Humor in der Kombination mit Reynolds Charme etwas abgewinnen – gut möglich, dass sie ihrer Zeit damit einfach voraus waren. Denn: Knapp 14 Jahre später haute der Kanadier in "Deadpool" erneut mit derben Sprüchen auf die Pauke und landete damit einen der größten Kinohits des Jahres 2016.

  • Score auf Rotten Tomatoes: 19 % bei Kritikern, 73 % beim Publikum
  • Erscheinungsjahr: 2002

5. "Bodyguard"

"And Iiiii will always love youuuuu", schmetterte Whitney Houston 1992 in dem Drama "Bodyguard" und setzte sich damit an der Seite von Kevin Costner ein Denkmal. Einige Kritiker hatten allerdings ein Herz aus Stein und kanzelten den heute kultigen Film kurzerhand als "kitschig" und "trashig" ab.

Für eine ganze Generation wurde die Liebesgeschichte dennoch zu einem der beliebtesten Filme für romantische Dates. Die Chemie zwischen Costner und Houston stimmte, sodass man sich gleich mitverliebte und der Soundtrack ist bis heute legendär. Kein Wunder also, dass die Geschichte von Frank und Rachel mittlerweile auch als Musical die Bühnen der Welt erobert.

  • Score auf Rotten Tomatoes: 31 % bei Kritikern, 64 % beim Publikum
  • Erscheinungsjahr: 1992

6. "Step Up"

Auch eine andere Liebesgeschichte konnte die Herzen der Kritiker nicht für sich gewinnen: Der Tanzfilm "Step Up" sei "vorhersehbar" und die Handlung "stolpert zu oft für einen Tanzfilm", so die Meinung der Fachleute.

Doch auch hier war schnell klar: Das breite Publikum tanzt nicht unbedingt nach der Nase der offiziellen Kino-Experten. Bei einem vergleichsweise kleinen Budget von 12 Millionen Dollar spülte "Step Up" weltweit über 114 Millionen Dollar in die Kassen. Möglicherweise merkten die Fans, was den Kritikern entging: Diese Liebe war nicht gespielt. Denn die Schauspieler Channing Tatum und Jenna Dewan turtelten nicht nur vor der Kamera, auch hinter den Kulissen funkte es. Heute sind die beiden Hollywoodstars verheiratet.

  • Score auf Rotten Tomatoes: 19 % bei Kritikern, 83 % beim Publikum
  • Erscheinungsjahr: 2006

7. "Transformers"

Zugegeben, im Vergleich zu seinen vier Sequels kam der erste "Transformers"-Film bei den Rezensenten noch relativ gut an, so begeistert wie das restliche Kino-Volk waren sie allerdings nicht. Einige zählten die Gestaltenwandler sogar noch vor Kinostart zum alten Eisen. So befand die Zeit-Redakteurin Katja Nicodemus, der Robo-Actioner sei der "Triumph der Hirnlosigkeit", während andere dem verantwortlichen Regisseur Michael Bay gar seinen "Karrieretiefpunkt" voraussagten – weit gefehlt.

Das "visuell herausragende" CGI-Spektakel, das auf den beliebten Spielzeugfiguren basiert, zog die Massen an, wie die Erde die Autobots und Decepticons. Weltweit fuhren die Alien-Roboter an den Kinokassen rund 709 Millionen Dollar ein und in den USA avancierte die DVD rasend schnell zur erfolgreichsten Veröffentlichung des Jahres 2007.

  • Score auf Rotten Tomatoes: 57 % bei Kritikern, 85 % beim Publikum
  • Erscheinungsjahr: 2007

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