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8 Filme, die stark anfangen – und dann stark nachlassen

"Passengers" geht gut los – wird aber auf halbem Weg erst abenteuerlich absurd und dann vorhersehbar.
"Passengers" geht gut los – wird aber auf halbem Weg erst abenteuerlich absurd und dann vorhersehbar. (©Sony Pictures Releasing GmbH 2017)

Es gibt gute Filme und schlechte Filme – und dann noch solche, die vielversprechend anfangen, denen dann aber auf halber Strecke die Luft ausgeht. Zum Beispiel diese acht Werke, die die Qualität der Eröffnung nicht ganz ins Finale retten können.

1. "Source Code"

In diesem cleveren Science-Fiction-Thriller wird Jake Gyllenhaal als Soldat wieder und wieder von einer geheimnisvollen Organisation in die letzten acht Minuten eines Menschen versetzt, der bei der Explosion einer Bombe an Bord eines Zugs ums Leben kam. Innerhalb dieser acht Minuten soll er die Bombe finden und startet ständig neue Versuche, die die Zuschauer in steigender Intensität mit ihm durchleben. Am Ende ist das Rätsel gelöst – doch der Film noch nicht zu Ende. In einem abenteuerlichen Twist reißt Regisseur Duncan Jones das Ruder noch einmal herum und biegt die Geschichte auf ein kitschiges Happy End hin. War das wirklich nötig?

2. "Cast Away – Verschollen"

Als moderner Robinson muss Tom Hanks nach einem Flugzeugabsturz auf einer Südseeinsel überleben. Improvisation wird seine tägliche Arbeit und ein Volleyball namens Wilson sein einziger Freund. Später wird er tatsächlich gerettet und kehrt in die Zivilisation zurück, wo er für tot gehalten wird – doch dieser Teil des Films ist wohl kaum einem Zuschauer in Erinnerung geblieben. Die Insel-Episode ist auch einfach besser.

3. "Full Metal Jacket"

"Wie ist Ihr Name, Saftsack?" Mit einer der ikonischsten Eröffnungsszenen aller Zeiten hat der Rest des Filmklassikers "Full Metal Jacket" große Fußstapfen zu füllen. Der großartige Anschiss, den Sergeant Hartmann seinen Rekruten zu Beginn zuteilwerden lässt, hat nicht umsonst Filmgeschichte geschrieben. Im Anschluss an die Ausbildung auf Parris Island geht es für die Rekruten allerdings nach Vietnam – wo sich Stanley Kubricks Antikriegsfilm in einer konventionellen bis mäßigen Inszenierung verliert.

4. "Interstellar"

Mit über zweieinhalb Stunden Laufzeit hat Christopher Nolans monumentales Sci-Fi-Epos "Interstellar" eine Menge Zeit zum Nachlassen. Tatsächlich hält der Film die Spannung über die meiste Zeit erstaunlich gut und lässt den Zuschauer so manche haarsträubende Idee mitgehen. Der Nolan-typische Plot-Twist, in dem sich alle zuvor aufgestellten Ungereimtheiten auflösen sollen, ist dann aber eine Abbiegung zu viel: Menschen aus der Zukunft, die über fünfdimensionale Räume in die Vergangenheit kommunizieren? Das wirkt hier nach all den All-Strapazen leider wie eine bequem herangezogene Zauberformel, mit der sich so ziemlich alles erklären lässt.

5. "Hancock"

Will Smith als abgehalfterter, zutiefst unsympathischer Alkoholiker mit Superkräften? Das klingt doch nach einer vielversprechenden Ausgangssituation für einen etwas anderen Superheldenfilm! Leider verschenkt "Hancock" sein Potenzial als subversives Meisterwerk ziemlich schnell an eine mäßige zweite Filmhälfte. Die kombiniert Familienkitsch mit einem allzu naiv-trotteligen Jason Bateman und haarsträubende Erklärungsversuche (Superhelden sind unsterbliche Engel!) zu einer vorhersehbaren Böser-Junge-wird-guter-Junge-Story. Schade drum!

6. "I Am Legend"

Noch einmal Will Smith und wieder ist die Ausgangssituation, in der wir dem letzten Menschen in New York auf seinen Streifzügen durch eine ausgestorbene Großstadt folgen, eigentlich ganz reizvoll. Bis die schlecht animierten CGI-Vampire auftauchen, der Protagonist (natürlich!) doch nicht der letzte Mensch ist und der philosophisch zunächst vielversprechende Film in einem 08/15-Blockbuster-Finale endet.

7. "Dogma"

Auch bei "Dogma" ist die Grundidee fast zu gut, um sie sich nicht zumindest stellenweise zu verbauen: Lasst uns die Bibel und die irrwitzigeren Ideen des Katholizismus doch einfach mal wörtlich nehmen und schauen, was passiert! In der ersten halben Stunde begeistert die Fantasy-Komödie deshalb mit einem genialen Einfall nach dem nächsten. Wenn man sich an die Situation einmal gewöhnt hat, kann sie dieses Tempo leider nicht halten.

8. "Passengers"

Bis etwa zur Filmmitte ist diese aufwendig inszenierte Sci-Fi-Variante von "Robinson Crusoe" ein wunderbar stimmiges Kammerspiel, das von seiner tollen Chemie zwischen den Hauptdarstellern Jennifer Lawrence und Chris Pratt lebt. Dann taucht plötzlich Laurence Fishburne als schwach gezeichneter Kurzzeit-Nebendarsteller auf, der Film verhebt sich an unglaubwürdigen Actionsequenzen und das Ganze mündet in ein romantisches, aber ungemein vorhersehbares Ende. Ein bisschen mehr Mut mit dem Drehbuch hätte man sich hier schon erlauben dürfen.

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