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Am Set oder im Interview: 7 Schauspieler außer Rand und Band

Klaus Kinski und Regisseur Werner Herzog waren nicht immer ein Herz und eine Seele.
Klaus Kinski und Regisseur Werner Herzog waren nicht immer ein Herz und eine Seele. (©Flickr / Andrés Fevrier 2016)

Nicht bei allen Produktionen geht es harmonisch zu: Stars, die nicht mit Regisseuren klarkommen, Kameramänner, die nicht mit Stars zurechtkommen, oder Moderatoren, die ihre Interviewpartner verärgern – die Liste ist lang. Wir präsentieren die wohl bekanntesten Auseinandersetzungen am Set, während des Drehs oder live auf Sendung.

Lily Tomlin vs. David O. Russell

Am Set von "I Heart Huckabees" gab es offenbar nicht gerade viele herzerwärmende Szenen zwischen Darstellerin Lily Tomlin und Regisseur David O. Russell. Unglücklicherweise wurden die Auseinandersetzungen teilweise mitgefilmt und fanden den Weg ins Internet. Tomlin moniert darin, dass Russell ständig am Ändern von Einstellungen sei, was nicht gerade produktiv für den Filmdreh wäre. Russell dagegen versucht sie zu beschwichtigen – mit Aussagen wie "Wir sind geduldig mit Dir" sorgt er aber nicht gerade für Entspannung. So platzt auch ihm letztendlich der Kragen.

Christian Bale vs. Kameramann

Einer der wohl bekanntesten Ausraster eines Schauspielers: Am Set von "Terminator: Salvation" beging der sogenannte Director of Photography, besser bekannt als Kameramann, den Fehler, durch eine Szene zu laufen. Dies gefiel Christian Bale so gar nicht. Über die Länge von vier Minuten faltete der "Terminator"-Darsteller den DoP zusammen: Was ihm einfallen würde, einfach so durch die Szene zu laufen. Ob er total den Verstand verloren habe? Ob Bale vielleicht auch anfangen sollte, die Beleuchtung des Filmsets als Gegenmaßnahme zu demolieren? Vom Angesprochenen ist nichts viel zu hören außer ein gelegentliches "I get it" sowie Außenstehende, die versuchen, Bale zu beruhigen. Am Ende lenkt der Hollywoodstar immerhin etwas ein und sagt: "Hey, du bist ein netter Kerl, aber das bringt verdammt noch mal nichts, wenn du verflucht noch mal hier so einfach durch die Szene läufst." Später entschuldigte sich Christian Bale öffentlich für seinen Ausraster und gab zu, dass sein Verhalten einfach inakzeptabel war.

Wesley Snipes vs. David Goyer

"Blade: Trinity" ist einer der schlechteren Teile der Filmreihe über den "Daywalker". Dabei hatte der Film nicht nur unter einem miesen Schnitt zu leiden, wie Schauspieler Patton Oswalt berichtete, sondern vor allem unter dem Streit zwischen Hauptdarsteller Wesley Snipes und Regisseur David S. Goyer. Laut Oswalt soll Snipes dem Regisseur eines Tages mitgeteilt haben, dass er kontraproduktiv für den Film sei und seine Sachen packen solle. Daraufhin antwortete Goyer, er hätte bereits ausreichend Nahaufnahmen von Snipes, den Rest könnte sein Double machen, vielleicht sollte eher Snipes das Set verlassen? Ab diesem Punkt kommunizierte der Schauspieler nur über Post-Its mit dem Regisseur, jedes einzelne unterschrieben mit "From Blade".

Klaus Kinski vs. Produktionsleiter

Was genau der Anlass des Wutausbruches von Klaus Kinski am Set von "Fitzcarraldo" war, lässt sich nicht mehr genau sagen. Allerdings war der Schauspieler bekannt dafür, öfters mal die Fassung zu verlieren. In der Aufnahme am Set droht er dem Produzenten Walter Saxer nicht nur an, "ihm in die Fresse zu schlagen", sondern griff bei den dazugehörigen Beleidigungen tief in die Kiste der Fäkalausdrücke. Nebenbei bezichtigte er Saxer, nicht mehr ganz bei Trost sein. Der Clip ist stellvertretend für diverse Ausraster Kinskis, sei es bei Talkshows, Filmdrehs oder öffentlichen Veranstaltungen.

Cara Delevingne vs. TV-Moderatoren

Eigentlich sollte es nur ein ganz normaler Livestream in der "Good Morning"-Show sein, bei der die Moderatoren das Model und Schauspielerin Cara Delevingne hinzugeschaltet hatten. Aber die war nicht allzu gut gelaunt, nachdem sie von den Moderatoren mit "Carla" Delevingne vorgestellt wurde. Die folgenden Fragen an Cara waren auch nicht besser: Von der Nachfrage, ob sie die Buchvorlage zu "Margos Spuren" gelesen habe bis hin zur Nachfrage, ob es besser sei, ständig zu tun haben, oder nicht – die TV-Moderatoren schafften es nicht, eine normale Gesprächsbasis zu etablieren.

Der Anfang vom Ende des Interviews war, als einer der Moderatoren die Schauspielerin fragte, ob sie erschöpft sei – er habe sie letztens in einem Interview gesehen, wo sie wesentlich fitter wirkte. Cara versuchte noch die Situation zu retten und meinte, vielleicht läge es an der Premiere des Films, die am Vorabend war und ein sehr emotionaler Moment für sie. Auch als einer der drei TV-Moderatoren nachsetzt "Sie wirken etwas irritiert, aber vielleicht empfinden auch nur wir das so", erwiderte Cara noch, dass das vielleicht eine Fehleinschätzung sei. Zu guter Letzt wird sie mit einem "Okay, wir lassen Sie in Ruhe. Schlafen Sie doch ein wenig, oder trinken ein Red Bull" verabschiedet. Kein Wunder, dass sich Delevingne danach ohne Verabschiedung aus der Sendung ausklinkt. Dies hält die Moderatoren jedoch nicht ab, in Abwesenheit der Schauspielerin noch ein wenig über sie zu lästern.

Robert Downey Jr. vs. Interviewer

Ebenfalls sehr bekannt ist das Interview von Moderator Krishnan Guru-Murthy (Channel 4) mit "Iron Man"-Star Robert Downey Jr. Ursprünglich sollte es um den Film "Avengers: The Age of Ultron" gehen, doch der Interviewer scheint es vorzuziehen, Downey Jr. zu seiner Vergangenheit zu befragen. Dabei möchte er genauer auf die Zeit eingehen, die der Hollywoodstar im Gefängnis verbrachte. Nachdem der Schauspieler ihm mitteilte, er sei hier, um den neuen Film zu promoten, wechselte Guru-Murthy kurz das Thema – nur um kurz darauf zu fragen, wie das offenbar problembehaftete Verhältnis von Downey Jr. zu seinem Vater gewesen sei. Daraufhin wird das Interview von einem Manager beendet, der Schauspieler selbst verlässt den Raum mit den Worten "It's getting a bit Diane Sawyer and you're a bit of a schmuck". Zur Erklärung: Diane Sawyer ist eine TV-Moderatorin, die für ihre investigativen Fragestellungen bekannt ist, "Schmuck" bedeutet soviel wie "armer Schwachkopf".

Tom Cruise vs. Oprah Winfrey

Zuletzt noch ein Beitrag, der zeigt, dass es auch positive Ausraster gibt. Tom Cruise offenbarte bei der Talkshow "The Oprah Winfrey Show" seine Glücksgefühle für seine damalige Ehefrau Katie Holmes. So glücklich Tom Cruise auch war, sein Auftritt bei Oprah ist im besten Falle als bizarr zu bezeichnen. So sprang er vor Freude auf die Couch und hatte über große Teile des Interviews ein wie festgefroren wirkendes Lächeln im Gesicht. Happy. Aber auch sehr gruselig.

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