Bei diesen 6 Skandalfilmen stürmte das Publikum aus den Kinos

"Antichrist" von Lars von Trier ließ viele Zuschauer aus den Kinos flüchten.
"Antichrist" von Lars von Trier ließ viele Zuschauer aus den Kinos flüchten. (©picture alliance/Everett Collection 2018)

Skandal! Nein, nicht im Sperrbezirk, sondern im Kinosaal. Regelmäßig wird die Filmwelt von dem einen oder anderen Skandalfilm erschüttert. Jüngstes Beispiel ist das neueste Werk von Lars von Trier: Die Zuschauer verließen entrüstet das Kino. Ein Trostpflaster gibt es für den dänischen Filmregisseur aber immerhin: Mit diesem Schicksal ist er nicht alleine, wie diese Liste der sechs bekanntesten Skandalfilme zeigt.

Mit "The House That Jack Built" sorgte Lars von Trier, der Bad Boy der Filmszene, für einen erneuten Eklat bei den 71. Filmfestspielen von Cannes. Aufgrund der brutalen und äußerst expliziten Gewaltdarstellung flüchteten über 100 Zuschauer aus der Vorstellung.

1. "The Brown Bunny" (2003)

Die Story: Der verstörte Motorradrennfahrer Bud Clay (Vincent Gallo) fährt von New Hampshire nach Kalifornien. Während diverser Etappen sucht er bei verschiedenen Frauen Intimität, kann sich jedoch nicht auf sie einlassen, weil er von Erinnerungen an seine frühere Freundin Daisy (Chloë Sevigny) gequält wird.

Der Skandal: In dem Independent-Film "The Brown Bunny" konnte sich Vincent Gallo so richtig austoben: Er agiert nicht nur als Drehbuchautor, Produzent und Regisseur, sondern auch als Hauptdarsteller. Große Teile des Publikums machten sich trotz dieses Kraftakts aus dem Staub, denn der Streifen zeigte eine authentische Fellatio-Szene zwischen Gallo und Daisy-Darstellerin Chloë Sevigny – ein echter Skandal.

2. "Irreversibel" (2002)

Die Story: Nachdem die schwangere Alex (Monica Bellucci) brutal vergewaltigt und zusammenschlagen wird, machen sich ihr Liebhaber Marcus (Vincent Cassel) und Exfreund Pierre (Albert Dupontel) auf die Suche nach dem Täter.

Der Skandal: Der französische Film "Irreversibel" schildert den Plot in umgekehrter Chronologie, beginnt also mit dem Abspann. Doch nicht diese künstlerische Entscheidung trieb das Publikum bei der Premiere auf den Filmfestspielen von Cannes aus dem Vorführraum: Die explizite Gewalt und die neunminütige Vergewaltigungsszene sorgten für Empörung, während die wilde Kameraführung bei einigen Zuschauern Übelkeit hervorrief.

3. "Antichrist" (2009)

Die Story: Nach dem Tod des gemeinsamen Sohnes zieht sich ein Ehepaar in eine Hütte im Wald zurück. Dort nimmt ihre Beziehung gewaltsame und sadomasochistische Züge an, daneben häufen sich unheimliche Vorkommnisse. Schließlich wird deutlich, dass die wahre Gefahr von der Frau (Charlotte Gainsbourg) ausgeht, die ihren Mann (Willem Dafoe) brutal quält und seinen Tod plant.

Der Skandal: Dänemarks Enfant terrible Lars von Trier ist in der Liste der Skandalfilme sogar zweifach vertreten: Mit seinem Horrorfilm "Antichrist" schuf er bereits 2009 ein Werk, das das Publikum dazu veranlasste, Reißaus zu nehmen. Die explizite Gewaltdarstellung führte bei einigen Zuschauern sogar zu Ohnmachtsanfällen. Skandalös!

4. "Der Exorzist" (1973)

Die Story: Ein echter Klassiker unter den Skandalfilmen erzählt von der kleinen Reagan (Linda Blair), die nicht nur ihr Bett zum Schweben bringt, sondern recht viel Unappetitliches von sich gibt. Der Grund für das vulgäre Verhalten liegt für Cineasten schneller auf der Hand, als für die handelnden Personen: Ein Dämon ist schuld.

Der Skandal: Das schreiende, geifernde und obszöne Mädchen war für das Publikum der 1970er-Jahre offenbar zu viel. Bei der Europapremiere in London verließen einige Kinobesucher daher den Saal, andere fielen in Ohnmacht.

5. "Reservoir Dogs – Wilde Hunde" (1992)

Die Story: In nicht chronologischer Reihenfolge präsentiert dieser Heist-Film die Geschichte eines Juwelenraubs. Nachdem der Raubüberfall missglücke, wenden sich die Beteiligten gegeneinander, aufgestachelt von der Information, einer von ihnen sei ein Spitzel.

Der Skandal: Mit seinem ersten Kinofilm legte Quentin Tarantino bereits ordentlich vor: Der Independentstreifen erreichte rasch Kultstaus. Doch die brutale Folterszene, in der einem Polizisten ein Ohr abgeschnitten wird, ließ Teile des Publikums flüchten. Bei einer Vorführung des Sitges Film Festivals marschierten sogar 15 Leute raus, darunter Horror-Regisseur Wes Craven.

6. "Swiss Army Man" (2016)

Die Story: Schiffbrüchig auf einer einsamen Insel gestrandet, möchte sich Hank (Paul Dano) das Leben nehmen, ändert seinen Entschluss aber, als eine Leiche (Daniel Radcliffe) angespült wird. Kurzerhand verpasst Hank dem toten Körper den Namen Manny und fährt auf ihm, wie auf einem Speedboot, an Land. Dort machen sich beide gemeinsam auf den Weg zurück in die Zivilisation und plötzlich fängt Manny sogar an, zu sprechen.

Der Skandal: Die groteske Tragikomödie schöpfte ihr Komikpotenzial hauptsächlich aus den Blähungen des Toten – ein Witz, den das nachpubertäre Publikum beim Sundance Film Festival eher nicht komisch fand. Da blieb nur der Rückzug.

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