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"Blade Runner" und Co: 10 visionäre Philip-K.-Dick-Adaptionen

"Blade Runner" auf Grundlage eines Romans von Philip K. Dick wurde 1982 zunächst von der Kritik missachtet.
"Blade Runner" auf Grundlage eines Romans von Philip K. Dick wurde 1982 zunächst von der Kritik missachtet. (©picture alliance/United Archives 2017)

Der US-Schriftsteller Philip K. Dick zählt zu den ganz großen Science-Fiction-Autoren des 20. Jahrhunderts. Weltruhm erlangte der US-Amerikaner erst posthum – Hollywood interessierte sich spät für die Werke des Visionärs. Mittlerweile gibt es einige spektakuläre Adaptionen, die den Vorlagen durchaus gerecht werden. Ein Blick auf zehn besonders gelungene Verfilmungen.

Trotz unzähliger packender Romane und Kurzgeschichten: Der US-amerikanische Sci-Fi-Schriftsteller Philip K. Dick wurde erst nach seinem Tod 1982 einem größeren Publikum bekannt, nachdem mit "Blade Runner" ein erster Film auf Grundlage einer Erzählung des Autors in die Kinos kam. Danach entwickelte sich ein regelrechter Hype um den Schriftsteller, der zu Lebzeiten mehrmals vor dem Bankrott stand.

1. "Blade Runner" (1982)

Mit "Blade Runner" hat Ridley Scott einen der wichtigsten Science-Fiction-Filme überhaupt geschaffen – auch wenn der Film zunächst bei den Kritikern nicht gut ankam. Unvergessen ist das faszinierende futuristische Produktionsdesign, das auch heute noch seines Gleichen sucht und das Genre nachhaltig geprägt hat. Die Story über einen "Blade Runner", gespielt von Harrison Ford, der im Jahr 2019 Jagd auf flüchtige menschenähnliche Roboter (Replikanten) macht, basiert auf Dicks Roman "Träumen Androiden von elektrischen Schafen?" (1968). Philip K. Dick war bei der Entstehung des Films involviert, verstarb allerdings vor der Uraufführung. Eine Fortsetzung ("Blade Runner 2049") ist in Arbeit und kommt im Oktober 2017 ins Kino.

2. "Minority Report" (2002)

"Minority Report" ist neben "Blade Runner" die vielleicht bekannteste Philip-K.-Dick-Adaption. Rasant und ebenfalls visuell beeindruckend von Regiealtmeister Steven Spielberg in Szene gesetzt, dreht sich die Story um eine Polizeieinheit, die im Jahr 2054 Morde mit Hilfe von menschlichen Medien mit hellseherischen Fähigkeiten, den sogenannten Precogs, noch vor der eigentlichen Tat verhindert. Doch: Plötzlich steht der Chef der Einheit, verkörpert durch Superstar Tom Cruise, selbst unter "Mordverdacht". Der Plot geht auf die Philip-K.-Dick-Kurzgeschichte "The Minority Report – Der Minderheiten-Bericht" von 1956 zurück.

3. "Die totale Erinnerung –Total Recall" (1990)

"Total Recall" ist ein ziemlich brutaler Science-Fiction-Klassiker mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle. Der Fabrikarbeiter Douglas Quaid erlangt seine Erinnerungen an sein früheres Leben zurück. In diesem führte er als Spion und Überläufer auf dem Mars einen (Freiheits-)Kampf gegen ein übermächtiges Unternehmen. Seine Vergangenheit holt ihn nun ein.

Für die Verfilmung der Kurzgeschichte "We Can Remember It For You Wholesale – Erinnerungen en gros" nahm Paul Verhoeven ("RoboCop", "Basic Instinct") auf dem Regiestuhl Platz. Und der Holländer schuf eine echte 1990er-Jahre-Filmperle, die retrospektiv mittlerweile auch als Hochglanztrash funktioniert und einen ganz besonderen Charme hat – anders als die wenig inspiriert wirkende Neuauflage mit Colin Farrell von 2012.

4. "A Scanner Darkly – Der dunkle Schirm" (2006)

Der experimentierfreudige Regisseur Richard Linklater wagte sich 2006 an die Verfilmung des Romans "A Scanner Darkly – Der dunkle Schirm" aus 1976 heran, den Philip K. Dick einst als seinen besten bezeichnete. Das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen: Die kompletten Filmaufnahmen wurden nachträglich per Rotoskopie digitalisiert, was dem Streifen einen unnachahmlichen Look im Comicstil verschafft. Inhaltlich geht es um einen Undercoverpolizisten (Keanu Reeves), der mit einer neuartigen Droge in Berührung kommt und in eine Identitätskrise hineinschlittert.

5. "Screamers – Tödliche Schreie" (1995)

Unterschätztes "B-Movie" mit "RoboCop"-Star Peter Weller, bei dem ein Wiederanschauen auf jeden Fall lohnt: "Screamers" versetzt den Zuschauer auf einen fremden Planeten, auf dem Wissenschaftler die ultimative Waffe erschaffen haben – sich selbst reproduzierende Roboter. Die Verfilmung beruht auf der Kurzgeschichte "Second Variety – Variante Zwei" von 1952.

6. "Impostor" (2001)

Ebenfalls von der Kritik weitestgehend missachtet wurde "Impostor" mit Gary Sinise und Madeleine Stone, der lose auf der gleichnamigen Geschichte von Philip K. Dick basiert und in Deutschland direkt im DVD-Regal landete. Zur Story: Die Menschheit befindet sich seit drei Jahrzehnten mit einer Alienrasse im Krieg. Ein Wissenschaftler, der selbst unter dem Verdacht steht, ein Außerirdischer zu sein, soll dem ein Ende setzen.

7. "Paycheck – Die Abrechnung" (2003)

Hätte man vielleicht nicht vermutet, aber auch "Paycheck – Die Abrechnung" mit Ben Affleck und Uma Thurman geht auf eine kurze Geschichte von Philip K. Dick zurück ("Paycheck – Zahltag", 1953). In der Adaption des Hongkonger Actionmaestros John Woo ("Hard Boiled") muss ein Ingenieur um sein Leben fürchten, nachdem er eine Maschine gebaut hat, die in die Zukunft blickt und diese gleichzeitig selbst erschafft.

8. "Der Plan" (2011)

Noch weniger hätte man wohl erwartet, dass Philip K. Dick die literarische Vorlage für den äußerst spannen, romantischen Thriller "Der Plan" schuf. Ein hochrangiger Politiker (Matt Damon) und eine Tänzerin (Emily Blunt) geraten in der Adaption der Kurzgeschichte "Adjustment Team – Umstellungsteam" aus dem Jahr 1954 nach einer Affäre ins Netz mysteriöser Machenschaften.

9. "Radio Free Albemuth" (2010)

Geheimtipp: "Radio Free Albemuth" ist wahrscheinlich die unbekannteste Verfilmung auf Vorlage eines gleichnamigen Dick-Romans (1976). Merkwürdige Visionen bringen einen Mitarbeiter eines Plattenladens dazu, sein bisheriges Leben aufzugeben und nach Los Angeles zu ziehen. Dort wird er zu einem erfolgreichen Musikproduzenten, macht Bekanntschaft mit einer geheimnisvollen Frau und wird eine Verschwörung verwickelt.

10. "The Man in the High Castle" (2015 – jetzt)

Was wäre, wenn die Nazis den Zweiten Weltkrieg gewonnen hätten? Eine mögliche Antwort auf diese Frage liefert die dystopische TV-Serie "The Man in the High Castle". Die Sendung zeigt ein alternatives Nordamerika, das von Deutschen und Japanern besetzt wurde. Eine junge Frau kommt in der Serie einem gut behüteten Geheimnis auf die Spur. Wesentliche Elemente stammen aus dem Roman "The Man in the High Castle – Das Orakel vom Berge" von Philip K. Dick.

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