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Das erste Mal: Diese Musiker haben ihr Debütalbum nie übertroffen

Manche Musiker konnten nie wirklich an den Erfolg ihres ersten Albums anknüpfen. Stilikone Lady Gaga gehört dazu.
Manche Musiker konnten nie wirklich an den Erfolg ihres ersten Albums anknüpfen. Stilikone Lady Gaga gehört dazu. (©picture alliance / AP Images 2016)

Manche Künstler schreiben bereits mit ihrem Debütalbum Musikgeschichte. Allerdings haben sie damit die Latte teilweise so hoch gelegt, dass sie an ihren eigenen Erfolg nie wieder anknüpfen konnten – sei es kommerziell oder musikalisch. Natürlich ist und bleibt Musik Geschmackssache. Doch die folgenden fünf Künstler landeten mit ihren ersten Alben einen derartigen Hit, dass es wahrlich schwer ist, diesen Höhenflug zu wiederholen.

1. N.W.A - "Straight Outta Compton"

Es ist der 8. August 1988, als die Rap-Kombo N.W.A (Niggaz Wit Attitudes) ihr Debütalbum "Straight Outta Compton" veröffentlicht und damit das FBI auf den Plan ruft. Schuld daran ist hauptsächlich der wohl bekannteste Song "Fuck Tha Police", mit dem die Mitglieder Ice Cube, Dr. Dre, Eazy-E. Yella und MC Ren gegen Polizeigewalt gegenüber Afroamerikanern in den USA protestieren. Bei Konzerten heizt der Song die Stimmung derart an, dass es zu Ausschreitungen kommt. Das Ende vom Lied: Der Song ist bei fast allen Radiosendern verboten. Es folgt ein Schreiben vom FBI an die Plattenfirma von N.W.A – mit der Bitte, das Album zurückzuziehen. Der Schuss geht allerdings nach hinten los. Der Brief erzeugt ein solches Medieninteresse, dass die Verkaufszahlen sogar noch weiter steigen.

Das Debüt von N.W.A gilt heute immer noch als eines der bedeutendsten Alben des Gangsta-Raps und verhalf den Hip-Hop-Legenden Dr. Dre und Ice Cube maßgeblich zu ihrem weiteren Erfolg als Einzelkünstler. Das Nachfolgeralbum der Band "Niggaz4Life" konnte dem Debüt in Sachen Verkaufszahlen allerdings nicht das Wasser reichen. Kurze Zeit später trennte sich die Band.

2. Guns N' Roses - "Appetite For Destruction"

Kein anderes Debütalbum der 80er-Jahre hat sich so oft verkauft wie "Appetite For Destruction". Schätzungen zufolge sind bis heute 28 Millionen Exemplare der Platte über den Ladentisch gegangen – trotz (oder gerade wegen) der krächzenden Stimme von Sänger Axl Rose. Dabei ließ der Erfolg der Platte im Veröffentlichungsjahr 1987 zunächst auf sich warten. Erst im Sommer 1988, als das Album an der Spitze der US-amerikanischen Billboard-Charts landete, ging es richtig los. Dass es so lange dauerte, bis sich der Erfolg einstellte, hatte ganz bestimmte Gründe. Viele Plattenläden hatten sich zunächst geweigert, "Appetite For Destruction" in die Regale zu stellen, weil auf dem Cover ganz offensichtlich eine vergewaltigte Frau abgebildet war. Und das hatte (positive) Folgen: Das Cover wurde ausgetauscht und "Apptetite For Destruction" schaffte den Durchbruch. Doch nicht nur das ursprüngliche Cover war ziemlich harter Tobak, sondern auch der Inhalt der Songs. Bemerkenswert düster erzählt "Mr. Brownstone" von den Erfahrungen der Band mit Heroin, in "Paradise City" wird das US-amerikanische Sozialsystem kritisiert und "Welcome to the Jungle" dreht sich um ein gewaltgeprägtes Leben in Los Angeles. Geballte Punk-Energie trifft auf bluesige Emotionen und einen Funk der Rhythmus-Instrumente, der zahlreiche andere Metal-Bands der 80er-Jahre in den Schatten stellte.

3. Bon Iver - "For Emma, Forever Ago"

Wer dieses Indie-Folk Album hört und keine Gänsehaut bekommt, mit dem stimmt irgend etwas nicht. "For Emma, Forever Ago" ist das Debütalbum von Justin Vernon, der treibenden Kraft hinter dem Singer-Songwriter-Projekt. Dem Album vorangegangen waren eine schwere Krankheit Vernons, eine zerbrochene Beziehung und die Trennung seiner vorherigen Band DeYarmond Edison. Der Schmerz, den all diese Ereignisse bei ihm auslösten, ist auf dem Debütalbum von Bon Iver unüberhörbar – es ist an Gefühl kaum zu übertreffen. Sämtliche Musikkritiker loben "For Emma, Forever Ago" so was von über den grünen Klee, dass es schon fast unheimlich ist. Seit diesem Erfolgsalbum hat Justin Vernon mit seiner Band Bon Iver noch zwei weitere Platten veröffentlicht, die sogar noch öfter verkauft wurden. Ohne das beeindruckende Debütalbum wäre dieser Erfolg allerdings nie möglich gewesen. So schön melancholisch-traurig wie in seinem Song "Skinny Love" von "For Emma, Forever Ago" klingt Justin Vernon einfach kein zweites Mal.

4. Daft Punk - "Homework"

Daft Punks Longplayer "Homework" umfasst Charthits wie "Around The World" oder "Alive" und gilt als Meilenstein der House Musik. Wer das jetzt für einen Glückstreffer hält, der irrt. Auch die nachfolgenden Alben der beiden helmtragenden Franzosen überzeugen! Doch so zeitlos wie "Homework" ist keines. Auf dem Album von 1997 etablierten Daft Punk ihr Erkennungsmerkmal: Wiederholungen. Die reizen sie bis aufs Äußerste aus und schaffen es dennoch, nie langweilig zu klingen. Die Songs sind geradlinig, beeindrucken mit geschmackvollen Samples und werden bis heute in neuen Interpretationen immer noch auf Konzerten gefeiert – Zumindest dann, wenn Daft Punk sich von Zeit zu Zeit mal wieder die Ehre geben und die Welt mit einer Tour beglücken. Von den Titeln "Alive" und "Around The World" wurden übrigens 2007 sogar noch einmal Live-Versionen veröffentlicht – Qualität kommt eben nicht aus der Mode.

5. Lady Gaga - "The Fame"

2008 betritt mit Lady Gaga eine Künstlerin die Bühne der Musikwelt, die vor allem eines ist: anders. "The Fame" heißt ihr Debütalbum, dessen erste Singleauskopplungen "Poker Face" und "Just Dance" ohne viel Federlesen an Platz eins der US-amerikanischen und britischen Charts landen. Auch die Hits "Paparazzi" und "Love Game" sind auf dem Album zu finden. "The Fame" verkauft sich rund 15-Millionen-mal und verhilft Lady Gaga zu einem Hype, der bis heute seinesgleiches sucht. Ihr Sound dominiert im Handumdrehen die Charts der ganzen Welt. Auch mit ihren späteren Alben ist Lady Gaga sehr erfolgreich – allerdings nutzt sich ihre mit Trash garnierte Popmusik mit der Zeit etwas ab. Der Versuch, sich mit immer neuen abstrusen Ideen von der Masse abzusetzen, wirkt mit der Zeit fast erzwungen und nie wieder so natürlich charmant-überdreht wie auf "The Fame".

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