Topliste

Die 10 besten Comeback-Alben aller Zeiten

Bringt nur alle paar Jahrzehnte ein Album heraus: Dr. Dre.
Bringt nur alle paar Jahrzehnte ein Album heraus: Dr. Dre. (©Twitter / Paul Porter 2016)

Längst abgeschrieben und dann doch das Comeback: Manche Musiker schaffen es trotz Sendepause und Karriereknick mit einem einzigen Album wieder zurück nach oben. Diese 10 Platten zählen zu den besten Comebacks tot geglaubter Künstler.

1. "Back In Black", AC/DC (1980)

 AC/DC schafften mit "Back in Black" ein fulminantes Comeback. fullscreen
AC/DC schafften mit "Back in Black" ein fulminantes Comeback. (©SATURN / Epic 2016)

Wenige hatten nach dem plötzlichen Tod von Frontmann Bon Scott im Jahr 1980 wohl damit gerechnet, dass AC/DC noch ein hörenswertes neues Album bringen würden. Mit Brian Johnson fanden die Australier dann aber nicht nur Ersatz, sondern erfanden sich direkt neu. "Back In Black" wurde zu einem der meistverkauften Alben aller Zeiten und sorgte dafür, dass die Band selbst heute in hohem Alter noch Stadien füllen kann.

2. "American Recordings", Johnny Cash (1994)

 Nach langer Durststrecke wieder obenauf: Johnny Cash. fullscreen
Nach langer Durststrecke wieder obenauf: Johnny Cash. (©SATURN / American Recordings 2016)

Vor diesem Comeback war Johnny Cash kaum mehr als ein abgehalfterter Country-Star, den man sich eher bei Möbelhaus-Eröffnungen und schlecht besuchten Autogrammstunden vorstellte, als in ausverkauften Konzerthallen. Cash verlor sogar seinen Platten-Deal, wurde dann aber von Visionär und Musikproduzent Rick Rubin unter Vertrag genommen. Dieser schaffte es, den Altstar als gefallenen Helden neu zu inszenieren – auf "American Recordings" begleitet sich Cash lediglich selbst auf der Gitarre, schöpft die Stärke seiner Stimme voll aus und wurde so über Nacht zur US-Ikone.

3. "Third", Portishead (2008)

 Mit "Third" schaffte es die Band, sich neu zu erfinden. fullscreen
Mit "Third" schaffte es die Band, sich neu zu erfinden. (©SATURN / Island 2016)

Als mit den 1990er Jahren der Trip Hop-Boom vorbeiging, bedeutete das auch den Niedergang einer ganzen Reihe von Musikgruppen. Die britische Band Portishead schaffte aber nach elf Jahren Pause mit "Third" den Sprung ins neue Millennium. Die einzigartigen Vocals von Beth Gibbons kombinierte Producer Geoff Barrow mit psychedelischen Rock-Elementen und schuf damit eine sperrige, aber zeitlos geniale Platte voll dunkler Stimmung.

4. "Musicology", Prince (2004)

 Prince wurde seine eigene künstlerische Freiheit zum Verhängnis. fullscreen
Prince wurde seine eigene künstlerische Freiheit zum Verhängnis. (©Twitter / Today 2016)

Nachdem Prince sich in den 1990ern von den Zwängen großer Plattenfirmen gelöst hatte, konnte er endlich all seine musikalischen Ideen frei verwirklichen. Wie sich schnell zeigte, waren viele der so entstandenen Alben leider eher fürchterlich. Mit der Veröffentlichung von "Musicology" konnten Fans des unbestrittenen Genies aufatmen: Prince schloss Frieden mit seiner künstlerischen Identität und fand zu alter Stärke.

5. "Stillmatic", Nas (2001)

 Nas wurde lange als neues Wunderkind des Rap gesehen. fullscreen
Nas wurde lange als neues Wunderkind des Rap gesehen. (©SATURN / SMI COL 2016)

Nach seinem gefeierten Debutalbum "Illmatic" galt Nasir Jones lange als die Zukunft des Rap, versank dann aber spätestens zum Ende der 1990er ein wenig in Mittelmäßigkeit. Erst mit "Stillmatic" schaffte er es wieder, ein Album mit Bedeutung zu veröffentlichen – nicht zuletzt auch wegen einer PR-trächtigen Rivalität zu Megastar Jay Z. Lange hielt das Karrierehoch  danach zwar nicht, als gelungenes Comback-Album schafft es "Stillmatic" aber trotzdem in unsere Top Ten.

6. "Private Dancer", Tina Turner (1984)

 Tina Turner erlebte in den 1980er Jahren ein Riesen-Comeback. fullscreen
Tina Turner erlebte in den 1980er Jahren ein Riesen-Comeback. (©SATURN / Parlophone 2016)

Die Musik von "Ike & Tina" gehört noch immer zu den Klassikern der R&B-Geschichte. Nach der Trennung von ihrem prügelnden Ex und Duett-Partner Ike war Tinas Karriere allerdings erstmal beendet. Selbst ihre ersten Solo-Platten waren ein kompletter Reinfall, dann kam "Private Dancer" und Tina Turner war plötzlich wieder ganz oben in den Charts. Ihr Sound wurde typisch für die Popmusik der 1980er und viele Singles laufen bis heute auf mittelständischen Weihnachtsfeiern.

7. "Supernatural", Santana (1999)

 Gespickt mit Kollaborationen: "Supernatural". fullscreen
Gespickt mit Kollaborationen: "Supernatural". (©SATURN / Arista 2016)

Obwohl Carlos Santana für Gitarren-Nerds immer ein absoluter Megastar war, hatte er es in den 1990ern schon seit Jahren nicht mehr in die Charts geschafft. Produzent Clive Davis bekam es trotzdem hin, den schwindenden Stern von Santana wieder aufgehen zu lassen. Die Idee, seinen markanten Gitarren-Style mit zeitgenössischen Stimmen auf ein Album zu bringen, ließ sich ganze 15 Millionen mal verkaufen und brachte "Supernatural" den Grammy für "Album des Jahres" ein.

8. "2001", Dr. Dre (1999)

 Lange vor seinen Kopfhörern beeindruckte Dr. Dre die Branche mit "2001". fullscreen
Lange vor seinen Kopfhörern beeindruckte Dr. Dre die Branche mit "2001". (©SATURN / Interscope 2016)

Nach dem ikonischen Debut-Album "The Chronic" von 1992 war der Druck auf Dr. Dre groß: Würde er an den Erfolg des Erstlingswerks anknüpfen? Immerhin schaffte er es mit Singles wie "Let Me Ride" oder "Dre Day", Gangsta-Rap in den Mainstream zu bringen. Sieben Jahre später erschien dann "2001" und wurde erneut zum Klassiker der Hip-Hop-Geschichte. Allerdings ließ der Druck nicht nach: Das angekündigte Nachfolgewerk "Detox" wurde aufgrund großer Erwartungen zum Mythos – und nie veröffentlicht.

9. "The Emancipation of Mimi", Mariah Carey (2005)

 Mariah Careys Stimme umfasst ganze fünf Oktaven. fullscreen
Mariah Careys Stimme umfasst ganze fünf Oktaven. (©SATURN / Island 2016)

Überraschung: Auch Mariah Carey schafft es auf unsere Liste. Die Fünf-Oktaven-Lady, die in den 1990ern große Erfolge feierte, war vor dem Release dieses Albums jedoch etwas auf das Abstellgleis gerutscht. Plattenvertrag verloren, einige Blamagen im Live-TV: Kaum jemand traute Mariah Carey noch einen großen musikalischen Wurf zu. "The Emancipation of Mimi" wischte ihr Psycho-Image dann aber unerwartet beiseite und entpuppte sich tatsächlich als ein ziemlich gutes Pop-Album.

10. "Black Messiah", D'Angelo (2014)

 Erschien unangekündigt über Nacht: "Black Messiah". fullscreen
Erschien unangekündigt über Nacht: "Black Messiah". (©SATURN / RCA 2016)

Wahrscheinlich erinnerten sich mehr Menschen an D'Angelos Nacktvideo zu "Untitled" als an sein wahnsinnig gutes Album "Voodoo" – 15 Jahre später war aber beides längst vergessen. Von einem Tag auf den anderen veröffentlichte er dann völlig unangekündigt "Black Messiah" und sämtliche Kritiker waren davon auf der Stelle wie verzaubert. Zwar ist der Alabasterkörper von damals Vergangenheit, D'Angelos Musik schafft es allerdings noch immer gekonnt, klassischen Soul mit modernen Elementen in Verbindung zu bringen.

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