Topliste

Diese 15 coolen Special Effects wurden ohne CGI gedreht

Viele Regisseure setzen auf echte Modelle statt auf CGI.
Viele Regisseure setzen auf echte Modelle statt auf CGI. (©Facebook/Alien 2016)

Wilde Tiere, gefährliche Stunts und explodierende Städte: Je krasser die Special Effects im Film wirken, desto wahrscheinlicher sind sie mit Hilfe von CGI entstanden. Doch nicht jeder Filmemacher setzt ausschließlich auf die Macht moderner Rechner. Wir präsentieren Dir 15 coole Effekte, die ganz ohne Computer entstanden sind.

Egal wie unrealistisch eine Filmszene auch werden soll – CGI ("Computer Generated Imagery") macht es möglich. Heutzutage... Den bisher größten Teil der Filmgeschichte mussten die Macher für Special Effects ganz tief in die Trickkiste greifen. Die Ergebnisse reichten dabei von unter aller Sau bis hin zu wahrlich beeindruckend. Wir haben uns einmal die letzten Jahrzehnte der Filmgeschichte angesehen und listen Dir chronologisch 15 der coolsten Special Effects ohne Zutun von CGI auf. Ja, darunter befinden sich auf viele aktuelle Blockbuster. Und das hat nichts mit Nostalgie zu tun. Denn häufig wirkt eine mit viel Liebe zum Detail erstellte Requisite realistischer als ein am Computer gerendertes Bild.

1. Sternentor-Sequenz in "2001: Odyssee im Weltraum" (1968)

Als der Science-Fiction-Film "2001: Odyssee im Weltraum" 1968 erschien, gab es CGI beim Film noch gar nicht. Stanley Kubrick hatte also gar keine andere Wahl, als Special Effects wie die Sternentor-Sequenz auf andere Art und Weise zu produzieren. Die psychedelische Szene entstand mit der sogenannten Slitscan-Technik. Dabei fuhr die Kamera mit offenem Verschluss an einem Schlitz vorbei, hinter dem sich verschiedenfarbige Lichter befanden. Durch die lange Belichtungszeit entstanden Lichtstreifen-Effekte wie beim Fotografieren von vorbeifahrenden Autos in der Nacht. Für die damalige Zeit waren die Kubricks Tricks revolutionär.

2. Chestburster-Szene in "Alien" (1979)

Gut zehn Jahre später war die Computertechnik zwar schon einen Schritt weiter – 1979 kamen etwa die Atari-Modelle 400 und 800 auf den Markt. Im Film war diese Technik jedoch noch nicht wirklich angekommen. So verließ sich auch Ridley Scott beim ersten "Alien"-Teil auf die Fertigkeiten des talentierten Künstlers HR Giger, der 1980 sogar einen Oscar für die visuellen Effekte in dem Sci-Fi-Horrorfilm bekam. Wie realistisch seine Modelle aussahen, mussten auch die Schauspieler am eigenen Leib erfahren: Während der Dreharbeiten der berühmten Chestburster-Szene wusste nur Schauspieler John Hurt Bescheid, was da aus seinem Brustkorb hervorbrechen sollte. So konnte das Filmteam die Gesichter von tatsächlich geschockten Schauspielern einfangen.

3. Der Großteil von "Tron" (1982)

Der 1982 erschienene Disney-Film markiert einen Meilenstein der Filmgeschichte – weil ein Teil der Szenerie computergeneriert war. Aber eben nur ein Teil, nämlich rund 20 der 96 Filmminuten. Was manch einer nicht denkt: Ein Großteil der Szenen, die im Inneren eines Computers spielen, wurden per aufwendiger Backlit Animation realisiert. Dabei wird jede Einstellung zunächst schwarz-weiß gefilmt, anschließend mit sehr hohem Kontrast auf Film vergrößert und dann per umständlicher analoger Fototechnik koloriert und retuschiert. Das Ganze ist übrigens Bild für Bild nötig. Für "Tron" waren so ganze Lkw-Ladungen voller Filmstreifen nötig.

4. "Die Reise ins Ich" (1987)

Verkleinerte Menschen, Reisen durch die menschliche Blutbahn und menschliche Transformationen – das alles schreit förmlich nach CGI. Doch nicht eine Szene des 1987 erschienenen Films "Die Reise ins Ich" ist am Computer entstanden. Stattdessen setzte Regisseur Joe Dante unter anderem auf Kinderschauspieler, übergroße Kulissen und das Spiel mit der Perspektive. Menschliche Verwandlungen waren das Ergebnis von Timing und Schnelligkeit der Schauspieler. Respekt!

5. Arnies Roboterkopf in "Total Recall" (1990)

In "Total Recall" von 1990 benutzt Arnold Schwarzenegger alias Douglas Quaid einen Roboterkopf als Tarnung. Doch der Kopf führt plötzlich ein Eigenleben, funktioniert nicht mehr ordentlich und geht schließlich kaputt. Für die rund 90-sekündige Szene, in der Arnie den Roboterkopf abnimmt, wurden insgesamt fünf verschiedene Köpfe mit verschiedenen mechanischen Funktionen gebaut. Einer war übrigens so schwer, dass er nur mithilfe einer Hydraulik bewegt werden konnte. Arnie musste sich dafür dann unter der gewaltigen Maschinerie positionieren und seinen Kopf in die Maske stecken. Mutig...

6. Reboot des T-800 in "Terminator 2" (1991)

Tatsächlich schaffte es diese Szene gar nicht in "Terminator 2: Tag der Abrechnung", zum Glück aber als Bonusmaterial in James Camerons Director's Cut Edition. Sie zeigt, wie Linda Hamilton alias Sarah Connor einen Reboot des T-800 vornimmt. Zu sehen ist die "OP" an Arnies offenem Kopf durch einen Spiegel – der in Wirklichkeit gar kein Spiegel ist. Linda Hamilton steht ihrer Zwillingsschwester statt ihrer eigenen Reflexion gegenüber, Arnold Schwarzenegger wird von einem nachgebauten Terminator gedoubelt.

7. T-Rex & Velociraptor in "Jurassic Park" (1993)

Viele sind erstaunt, wie echt die Dinosaurier noch heute wirken, wenn mal wieder eine Wiederholung des ersten "Jurassic Park" von 1993 im Fernsehen läuft. Das hat einen einfachen Grund: Statt auf CGI setzte Steven Spielberg vielfach auf lebensgroße Modelle – zum Beispiel beim T-Rex, einer mehr als vier Tonnen schweren, hydraulisch bewegbaren Puppe mit Latex-Haut. Die Raptoren, die die Kinder in einer späteren Szene verfolgen, wurden wiederum von Special Effects-Experten in Dino-Anzügen gespielt. Dafür studierten sie das Bewegungsmuster des Velociraptors und zwängten sich in Skispringer-Position in die Kostüme.

8. Schwerelosigkeit in "Apollo 13" (1995)

Auch Ron Howard gehört in die Liste der gerissenen Regisseure mit coolen Ideen für Special Effects ohne CGI. Eigentlich ist der Hintergedanke in diesem Fall aber simpel: Statt Schwerelosigkeit im 1995 erschienenen Drama "Apollo 13" zu simulieren, schickte Howard die Schauspieler Tom Hanks, Bill Paxton, Gary Sinise und Kevin Bacon in ein Flugzeug, das eine Parabel flog und liebevoll "The Vomit Comet" genannt wurde. Dadurch befanden sie sich also tatsächlich in Schwerelosigkeit, wenn es die Szene so vorsah. Insgesamt verlangten die Dreharbeiten rund 600 Parabelflüge oder etwa vier Stunden Schwerelosigkeit. Dafür gab's dann aber auch ein Lob von Buzz Aldrin!

9. Explosionen in "Independence Day" (1996)

Wenn Aliens New York City, Los Angeles und Washington D.C. vernichten wollen, dann muss doch CGI im Spiel sein, oder? Nicht, wenn man 75 Millionen Dollar für Modelle und dafür, sie wieder in die Luft zu jagen, ausgeben kann. Genau das haben Roland Emmerich und seine Special Effects-Crew in "Independence Day" 1996 nämlich gemacht. Dass sich die Explosionen teils waagerecht auszubreiten scheinen, wurde mit auf der Seite liegenden Modellen und geschickt gewählten Kamerapositionen realisiert. Als Zuschauer fühlt man sich dadurch mittendrin.

10. Größenunterschiede in "Der Herr der Ringe" (2001-2003)

Hobbits sind "60 bis 120 Zentimeter große menschenähnliche Wesen", ist bei Wikipedia über die fiktiven Figuren von J. R. R. Tolkien zu lesen. Was aber, wenn sie in der Verfilmung von "Der Herr der Ringe" von normalwüchsigen Schauspielern verkörpert werden sollen? Dann muss man so tief in die Trickkiste greifen wie Regisseur Peter Jackson. In einigen Szenen wurde Frodo beispielsweise von Kindern gedoubelt, viele Einstellungen entstanden aber auch mit der sogenannten Kreativ- oder erzwungenen Perspektive. Diesen Effekt kennst Du wahrscheinlich von Bildern, auf denen Menschen scheinbar den Schiefen Turm von Pisa geraderücken oder den Eiffelturm zwischen zwei Fingern festhalten. Für die Szene etwa, in der Elijah Wood und Ian McKellen alias Gandalf gemeinsam in der Kutsche sitzen, wurde Frodo einige Meter entfernt von Gandalf platziert. Mit der Kamera nah am Zauberer und weit weg vom Hobbit entsteht der Eindruck, als wäre Elijah Wood sehr viel kleiner als Ian McKellen.

11. Truck-Salto in "The Dark Knight" (2008)

Wenn so viele Autos und Trucks wie bei dieser Verfolgungsjagd in "The Dark Knight" demoliert werden sollen, dann setzen Regisseure in der Regel entweder auf CGI oder auf Miniaturmodelle. Aber nicht Christopher Nolan. Der sperrte einfach einige Straßen in Chicago und ließ einen echten Truck einen Salto vollführen. Wie? Mithilfe eines eigens für den Stunt gebauten Dampfkolbenmechanismus, der den Truck meterhoch in die Luft katapultierte.

12. Kampf auf dem Hotelflur in "Inception"(2010)

Christopher Nolan taucht gleich mehrfach in dieser Topliste auf. Mindestens ebenso spektakulär wie bei den Dreharbeiten zu "The Dark Knight" muss es nämlich am Set von "Inception" zugegangen sein. Um die Kampfszene mit Joseph Gordon-Levitt in einem Hotelflur zu drehen, bei der er und sein Gegner Decke und Wände mitbenutzen, wurde ein 30 Meter langer, rotierender Hotelflur in einem Flugzeughangar aufgebaut. Neben anstrengendem Training für die Darsteller brauchte es rund 500 Crew-Mitglieder und drei Wochen, um die Szene fertigzustellen.

13. Kampf auf fahrendem Zug in "James Bond 007: Skyfall" (2012)

Wenn einer keine CGI für Special Effects nötig hat, dann ist es wohl James Bond – insbesondere wenn er von Daniel Craig gespielt wird. Gleich in der Eröffnungsszene von "Skyfall" geht es ordentlich zur Sache, wenn 007 gegen einen beliebigen Söldner auf einem fahrenden Zug kämpft. Wie man eine solche Szene dreht? Indem man die Schauspieler auf einen fahrenden Zug stellt und sie kämpfen lässt natürlich... Gesichert waren Bond und sein Drehpartner lediglich durch fingerdünnen Seile, die in der Nachproduktion einfach entfernt werden konnten, da sie schon beim Dreh kaum auffielen.

14. TARS in "Interstellar" (2014)

Die letzten beiden Punkte der Topliste gehören liebevoll designten Robotern. Obwohl es heutzutage ein Leichtes wäre, nichtmenschliche Darsteller nachträglich per CGI in einen Film reinzurendern, entscheiden sich einige Regisseure immer wieder für die klassische Variante: den Modellbau. Das ist umso beeindruckender, wenn es sich wie im Fall von TARS aus dem Sci-Fi-Blockbuster "Interstellar" um eine 100 Kilogramm schwere Puppe handelt, die tatsächlich mit den Darstellern interagierte. Dafür ließ Christopher Nolan gleich mehrere Varianten bauen, die auf unterschiedliche Art und Weise bewegt werden konnten. Ja, Christopher Nolan ist ein Fan von besonders realistischen Special Effects...

15. BB-8 in "Star Wars: Das Erwachen der Macht" (2015)

Natürlich kam in "Star Wars: Das Erwachen der Macht" von 2015 auch CGI zum Einsatz. Aber nur soviel wie unbedingt nötig. Der kleine Droide BB-8 ist zum Beispiel echt. Insgesamt sieben verschiedene Modelle kamen bei den Dreharbeiten der Sternensaga zum Einsatz. Das machte es auch den Schauspielern Daisy Ridley alias Rey und John Boyega alias Finn einfacher, die mit dem Roboter am Set interagieren sollten. Das kann mittlerweile übrigens auch jeder BB-8-Fan: Den Droiden gibt es vom Roboterhersteller Sphero im Miniformat zu kaufen.

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