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Found-Footage-Filme: 7 unvergessliche Highlights seit 2010

2016 begab sich erneut eine Gruppe auf die Suche nach der "Blair Witch".
2016 begab sich erneut eine Gruppe auf die Suche nach der "Blair Witch". (©Chris Helcermanas-Benge/Lions Gate 2016)

Der Hype, den das "Blair Witch Project" 1999 startete, geht bis heute weiter: Found-Footage-Filme. Wo zuvor jede Szene sorgsam inszeniert und mit Musik untermalt wurde, regierte fortan wackliges Handkameramaterial mit knackendem Billigsound. Gerade Horrorfilmen tat das gut, denn sie bekamen den Touch eines morbiden Home-Videos. Hier sind einige der Genre-Highlights seit 2010.

1. "The Visit" (2015)

Kurz bevor Regisseur M. Night Shyamalan mit dem Psychothriller "Split" ein großartiges Comeback zu alter Form hinlegte, inszenierte auch er einen Found-Footage-Horrorfilm. In "The Visit" von 2015 besuchen zwei kleine Geschwister ihre Großeltern auf dem Land und bemerken ein immer merkwürdigeres Verhalten der beiden. Während ihre Mutti Urlaub mit ihrem neuen Lover macht, filmen die Kinder ihren Trip zu Oma und Opa. Schließlich haben sie die beiden Senioren noch nie getroffen. Doch nach und nach bringt das schrullige Gehabe der Großeltern ein grausiges Geheimnis zutage.

Fazit: Shyamalan ist bekannt für seine überraschenden Storywendungen und subtilen Grusel. "The Visit" ist entsprechend ein kurzweiliger Psychotripp ohne überflüssigen Splatter.

2. "Creep" (2014)

Manchmal tut man absurde Dinge für einen Job. So wie Videofilmer Aaron, der auf eine Online-Anzeige antwortet, in der es um einen einfachen Ein-Tages-Job geht. Er soll Josef einen Tag lang mit der Kamera begleiten. Der Grund: Josef hat einen Hirntumor, an dem er sterben wird. Das Video soll ein Andenken für seinen noch ungeborenen Sohn werden. Nichts leichter als das, aber als der Tag mit dem irgendwie unangenehmen Typen vorbei ist, findet Aaron seine Autoschlüssel nicht mehr. Und Josef wird immer aggressiver.

Fazit: Das Kammerspiel der beiden Protagonisten ist nichts für Schreckhafte und erzielt mit einfachen Mitteln echte Schockeffekte. Stichwort: Gorillamaske.

3. "Chronicle" (2012)

Dieser innovative Mix aus Superhelden- und Found-Footage-Film startete die Karriere von Dane DeHaan, der zuletzt in Luc Bessons Megaproduktion "Valerian" eine der Hauptrollen spielen durfte. Drei Schüler, Andrew, Matt und Steve, machen nachts nach einer Party eine mysteriöse Entdeckung in einem Tunnel – eine Art leuchtenden Kristall. Am nächsten Morgen merken die Jungs, dass sie telekinetische Fähigkeiten haben und sogar fliegen können. Zunächst verwenden sie ihre Kräfte nur für allerlei Schabernack, aber gerade der gemobbte Andrew kommt immer besser mit der neuen Macht zurecht. Letztlich nutzt er sie für einen Rachefeldzug gegen seine Widersacher, was auch zu einem fatalen Konflikt zwischen den drei Freunden führt.

Fazit: Endlich mal keine Monster und Schockeffekte: "Chronicle" zeigt gelungen, dass mit dem Found-Footage-Filmstil auch Superheldenkräfte richtig realistisch wirken können.

4. "Blair Witch" (2016)

Auch die alte Handkamerahexe, mit der alles anfing, musste vergangenes Jahr noch einmal ran. Die zweite Fortsetzung zeigt wieder eine Gruppe Camper, die sich in dunkle Wälder wagt. Student James hat nämlich ein Video entdeckt, das seine vor 20 Jahren hier verschwundene Schwester Heather zeigen soll. Ist sie zur neuen Blair Witch geworden? Mit einem Team will er dem nachgehen und schon nach der ersten Nacht in den Zelten hängen wieder die mysteriösen Holzfiguren in den Bäumen.

Fazit: Zwar schafft die Neuauflage nicht den Grusel des ersten Teils zu reproduzieren, ist aber ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel, auf das Fans lange gewartet haben.

5. "Paranormal Activity: Ghost Dimension" (2015)

2007 von vielen als "Blair Witch Project im Bett" bezeichnet, bereitete der erste Teil der Found-Footage-Horrofilmserie "Paranormal Activity" einigen Zuschauern schlaflose Nächte. Hier wurde ein Paar von einem Poltergeist geneckt und die Frau schließlich von ihm besessen, während eine Kamera alles auf Video festhielt. In der sechsten und angeblich letzten Folge der Reihe wird eine ganze Familie von nächtlichen Geschehnissen aufgeschreckt.

Fazit: Der einzige Teil der Serie, der in 3D gedreht wurde, hat lange nicht das Charisma des Ursprungsfilms. Aber es ist durchaus interessant, das Konzept mal in der Rundumperspektive zu erleben.

6. "Der letzte Exorzismus" (2010)

Natürlich musste auch die Dämonenbesessenheit eine Version im Found-Footage-Stil bekommen. Der kommt zwar nicht durchgängig, aber prägend in "Der letzte Exorzismus" zum Einsatz. Hier wird ein erfolgreicher Teufelsaustreiber dazu überredet, ein letztes Mal seine Kunst zu vollführen – vor der Kamera. Der willigt ein, aber nur um zu zeigen: Leute, der ganze Exorzismuskram war nur ein Fake. Blöd, dass gerade sein letzter Fall alles andere als gespielt ist.

Fazit: Die Teufelsaustreibung funktioniert dank des Found-Footage-Materials recht gut und hat einige nette Schockszenen in petto. Exorzismusfans kommen hier allemal auf ihre Kosten.

7. "V/H/S - Eine mörderische Sammlung" (2012)

In "V/H/S" verbirgt sich quasi eine Kurzfilmsammlung hinter der Haupthandlung. Kriminelle werden von einem Unbekannten angeheuert, in einem verlassenen Haus Videoaufnahmen zu stehlen. Sie finden eine Leiche und absurd-abartige Aufnahmen in dem Gebäude, eine grausiger als die nächste. Hier kommen verschiedene Regisseure und Horrorthemen zum Zuge, alle nur durch den Found-Footage-Stil verbunden.

Fazit: Die Horrortapes haben es in sich und sparen nicht mit Brutalität und Derbheit, der gerade bei Found-Footage-Filmen in der Art selten zu sehen ist. Besonders Splatterfans werden deshalb über die dünne Rahmenhandlung hinwegsehen können.

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