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Furioses Finale: 9 Serien, die ein perfektes Ende haben

Beim Ende von "Friends" haben die Macher alles richtig gemacht, oder?
Beim Ende von "Friends" haben die Macher alles richtig gemacht, oder? Bild: © Warner Bros. Television 2016

Es gibt Serien, die jahrelang begeistern und dann mit nur einer einzigen Staffel alles kaputtmachen (hallo, "Game of Thrones"). Bei manchen TV-Shows bereut der Zuschauer gegen Ende geradezu, sie überhaupt angefangen zu haben (hust, "Lost", hust). Andererseits gibt es glorreiche Ausnahmen, die die Regel bestätigen: Serien mit einem perfekten Ende, das alle offenen Fragen beantwortet und die Fans etwas wehmütig, aber zufrieden zurücklässt – wie die folgende Liste beweist.

"Der Prinz von Bel-Air"

148 Folgen lang war das Wohnzimmer im Haus von Tante Viv und Onkel Phil der Mittelpunkt des Banks'schen Familienlebens. Umso mehr schmerzt der Anblick des leeren Hauses im Serienfinale, in dem Will (Will Smith) das Licht ausschaltet. Plötzlich flitzt Carlton (Alfonso Ribeiro) die Treppe herunter, die Familie ist einfach ohne ihn gegangen. Wehmütig und witzig – die Hit-Sitcom der 90er-Jahre bleibt "fresh" bis zum bittersüßen Ende.

  • Erstausstrahlung: 1990 - 1996
  • Anzahl der Staffeln: 6

"Friends"

Nach einem Jahrzehnt voller Gefühlschaos sowie reichlich Kaffee im Central Perk finden Ross und Rachel im Finale von "Friends" endlich zueinander, Monica und Chandler adoptieren Zwillinge, Phoebe ist weiterhin mit Mike glücklich verheiratet und Joey ... okay, Joey bleibt Single. Aber mal ehrlich: Die große Liebe wäre auch kein authentischer Abschluss für den bekennenden Playboy gewesen. Und immerhin bekommt er ein neues Huhn und eine Ente! So schließt sich für alle Charaktere nahtlos der Kreis – auch wenn die Fans wohl immer ihre guten, alten "Freunde" vermissen werden.

Das Spin-off "Joey" kann mit der Mutterserie leider nicht ansatzweise mithalten, aber es bleibt die Hoffnung auf die angedachte "Friends"-Reunion.

  • Erstausstrahlung: 1994 - 2004
  • Anzahl der Staffeln: 10

"Die wilden Siebziger"

Wie der Name schon sagt, spielt "Die wilden Siebziger" in den 1970er-Jahren. Was wäre also nahe liegender und smarter, als die Hitserie mit dem Silvester-Countdown zum Jahr 1980 enden zu lassen? Richtig: nichts! Bei dieser genialen Schlussszene könnte man beinahe darüber hinwegsehen, dass die Serienmacher in ebenjenem Finale auch die kolossale Fehlentscheidung getroffen haben, ausgerechnet Jackie (Mila Kunis) und Fez (Wilmer Valderrama) miteinander zu verkuppeln ... – beinahe.

  • Erstausstrahlung: 1998 - 2006
  • Anzahl der Staffeln: 8

"Die Sopranos"

Keine Frage, das Ende von "Die Sopranos" ist umstritten: Manch ein Fan hält es für das beste Serienende überhaupt, andere macht das offene Ende geradezu verrückt. Sicherlich hat der eine oder andere Zuschauer erst mal nachgeschaut, ob er sich versehentlich auf die Fernbedienung gesetzt hat, als der Bildschirm mitten in der Szene und im Song ("Don't Stop Believin' ...") schwarz wurde.

Tatsächlich ist der abrupte Abbruch jedoch kein Fehler: Letztlich bleibt einfach ungeklärt, ob Tony Soprano sein Familiendinner in Ruhe beenden konnte oder getötet wurde. Allerdings deuten viele Details in der Szene daraufhin, dass es den Mafia-Boss hier kalt erwischt (beispielsweise der Cut aus Tonys Perspektive ins stille Leere; der Mann mit der "Members only"-Jacke à la Eugene Pontecorvo und so weiter).

  • Erstausstrahlung: 1999 - 2007
  • Anzahl der Staffeln: 6

"The Wire"

Die New York Times betitelt das Polizeidrama als "beste Serie seit Jahrzehnten", für Entertainment Weekly ist "The Wire" eine "TV-Revolution" (via faz). Fakt ist: Fünf Staffeln lang wird der Zuschauer mit einer verstrickten Handlung, mehr als zwei Dutzend komplexen Charakteren und einem realistischen Einblick in das US-System (inklusive staatlicher Institutionen, Politik und Medien) konfrontiert.

Auch das Finale könnte authentischer nicht sein, denn die Show endet schlicht genauso, wie sie angefangen hat: Der Kampf gegen die Drogenszene in Baltimore geht weiter. Eine neue Generation Gangster rückt an die Stelle der alten und die Leute an der Macht kehren jeglichen Skandal unter den Teppich. Die unmissverständliche und so gar nicht Hollywood-mäßige Message: Die Akteure wechseln, aber das korrupte System erhält sich selbst. Echte Veränderungen brauchen Zeit. Vielleicht zu viel Zeit. Man kann diesen Kampf nicht gewinnen. Aber man muss ihn kämpfen.

  • Erstausstrahlung: 2002 - 2008
  • Anzahl der Staffeln: 5

"Mad Men"

Don Draper, enorm erfolgreicher, aber extrem unglücklicher Werbefachmann und Flachleger, hat einen kompletten Breakdown, macht eine Psychotherapie und entdeckt zum ersten Mal seine eigentlichen Gefühle, weint vor anderen (UNDENKBAR!) und meditiert ... und hat dann die Idee zu diesem weltberühmten Cola-Spot aus den 1970er-Jahren. Er fängt ganz langsam an zu lächeln, die Kamera zoomt immer näher ran. Cut. Ende.

  • Erstausstrahlung: 2007 - 2015
  • Anzahl der Staffeln: 7

"The Big Bang Theory"

Am Ende von zwölf Staffeln "The Big Bang Theory" funktioniert nicht nur der Fahrstuhl im Wohnkomplex von Leonard, Penny und Sheldon endlich wieder, auch die Storylines der zentralen Charaktere werden perfekt abgeschlossen. Amy und Sheldon erhalten den Nobelpreis, Howard und Bernadette sind glückliche Eltern, Penny und Leonard werden es bald und Raj – tja, Raj darf neben "Buffy – Im Bann der Dämonen"-Star Sarah Michelle Gellar sitzen (Nerd-Dreams do come true).

Und wer bei Sheldons ungewohnt emotionaler und selbst reflektierter Rede nicht die eine oder andere Träne verdrückt, hat die Serie sowieso nie richtig geguckt. Schließlich erkennt Sheldon sogar Howard endlich respektvoll als Astronauten an – ganz ohne einen Seitenhieb auf Ingenieure! Wenn das nicht mal ein Happy End ist. Und nicht vergessen: "It all started with a big bang."

  • Erstausstrahlung: 2007 - 2019
  • Anzahl der Staffeln: 12

"Breaking Bad"

Ein Niemand, der zum Drogenkoch wird: Von Anfang an war klar, dass diese Geschichte kein gutes Ende nehmen kann, dass sie schlichtweg kein gutes Ende nehmen darf. Und so ist das Ende der Erfolgsserie "Breaking Bad" einfach nur konsequent zu nennen: der Höhepunkt einer Tragödie mit kleinen Lichtblicken.

Walter White (Bryan Cranston) nimmt Rache, verabschiedet sich von seiner Frau und gesteht sich selbst endlich ein, dass er längst nicht mehr zur Absicherung seiner Familie im Drogengeschäft mitmischt, sondern für sein eigenes Ego. Zuletzt leistet Walt sogar eine kleine Wiedergutmachung für sein immer rücksichtsloseres Verhalten: Er rettet Jesse (Aaron Paul) aus den Fängen von Jacks Bande. Ein letztes Mal betrachtet Walt noch sein Meth-Labor, dann bricht er sterbend zusammen, während im Hintergrund die Polizeisirenen zu hören sind.

  • Erstausstrahlung: 2008 - 2013
  • Anzahl der Staffeln: 8

"The Middle"

Ein herzerwärmendes "Wo sind die Taschentücher?"-Ende wie es im Buche steht, gibt es in "The Middle" – und das lässt sich eigentlich mit einem Satz von Frankie zusammenfassen: "Trotz all der Dinge, die wir nicht hatten, hatten wir mehr als genug."

Ein emotionaler Epilog enthüllt, wie es für die Hecks nach dem Ende der Sitcom weitergeht: Axl lernt die Bedeutung des Wortes Karma – er bekommt gleich drei Söhne, die genauso unordentlich und aufmüpfig sind wie er selbst. Brick schreibt eine erfolgreiche Buchreihe. Und Sue heiratet natürlich Sean. "Letztendlich wurden wir alle zu Donahues" oder auch: Happy End! Flüstert: Happy End ...

  • Erstausstrahlung: 2009 - 2018
  • Anzahl der Staffeln: 9
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